Lena Zingsheim-Zobel (GRÜNE): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Lernstandserhebungen sind ein tolles Tool, um Fachkräften und der Bildungsverwaltung einen Einblick in den Lernstand unserer Schülerinnen und Schüler zu geben. Sie können dabei helfen, Probleme zu identifizieren und auf diese mit Strategien und Maßnahmen zu reagieren.
Was Sie nun fordern, ist eine Veröffentlichung von zusätzlichen Daten. Das ist nichts, was Lernende und ihre Familien sofort unterstützt. Mit der blinden Veröffentlichung von Daten lösen wir noch keine Bildungsprobleme – weder strukturell noch individuell. Datengestützte Unterrichtsentwicklung soll es aber selbstverständlich geben. Dafür machen wir die Erhebungen und stellen die Ergebnisse bedarfsgerecht zur Verfügung. Lehrkräfte und Schulverwaltungen benötigen Wissen über aktuelle Herausforderungen und darüber, was wirkt und was nicht.
Darum geht es Ihnen aber einfach nicht. Warum Sie eine erweiterte Veröffentlichung fordern, ist so klar wie traurig. Sie fordern eine Aufschlüsselung nach Geschlecht, nach Herkunftssprache oder nach Förderschwerpunkten. Was wollen Sie denn damit beweisen, und wem wäre damit geholfen? Ihnen geht es darum, nicht Basiskompetenzen zu fördern, sondern Kinder an den Pranger zu stellen und sie auszugrenzen.
Ich will, dass wir den Schulen und Lehrkräften Ruhe und Vertrauen schenken, damit sie gemeinsam – auch gerne mit der Politik – passende Strategien entwickeln, diese assoziieren und sie individuell und nicht pauschal lösen.
Es ist gut, dass wir datengestützte Unterrichtsentwicklungen in Nordrhein-Westfalen mehr fokussieren, um Kindern guten Unterricht und eine gute Schulzeit zu ermöglichen. Deswegen – in aller Kürze – lehnen wir ab.
(Beifall von den GRÜNEN und der SPD)
