Julia Eisentraut (GRÜNE): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleg*innen der demokratischen Fraktionen! Wenn wir darüber sprechen, NRW stark für die Zukunft zu machen, dann reden wir nicht allein über einen technischen Wandel, vielmehr reden wir über die Menschen, die das möglich machen, Forscherinnen und Forscher, die jeden Tag daran arbeiten, dass NRW ein Stück klüger, besser und widerstandsfähiger wird. Forschung made in NRW ist etwas, worauf wir zu Recht stolz sein können.
Dass das so ist, zeigt auch die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft auf beeindruckende Art und Weise: 14 Institute, rund 1.600 Mitarbeitende, weit über 1.000 Publikationen. Die Forschungsgemeinschaft ist ein Netzwerk von Wissenschaftler*innen, die jeden Tag daran arbeiten, die relevanten Fragen unserer Zeit zu lösen. Menschen, die sich mit den großen Fragen unserer Zeit beschäftigen – das ist das, was für die Zukunft von NRW wichtig ist. Sie ist unser landeseigenes Aushängeschild für hervorragende außeruniversitäre Forschung, in ihrer Art und Weise einzigartig in Deutschland.
(Beifall von den GRÜNEN – Vereinzelt Beifall von der CDU)
Im vergangenen Jahr hat die JRF ihr zehnjähriges Jubiläum gefeiert: zehn Jahre interdisziplinäre Zusammenarbeit, zehn Jahre anwendungsorientierte Forschung, zehn Jahre nah an den Herausforderungen unseres Landes, zehn Jahre voller Ideen, die den Alltag der Menschen in Nordrhein-Westfalen verbessern. Genau das macht die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft so wertvoll. Sie bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen und daraus entsteht etwas Neues.
Die JRF arbeitet an Themen, die uns alle interessieren: Wie bleiben unsere Städte trotz Hitze und Starkregen lebenswert? Wie gelingt die klimaneutrale Industrie, ohne Arbeitsplätze zu verlieren? Wie nutzen wir Digitalisierung, sodass sie fair ist und allen nützt? Und wie stärken wir gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer Zeit, in der vieles auseinanderzudriften scheint? Das ist Forschung, die ganz konkret dafür sorgt, dass NRW wirtschaftlich, gesellschaftlich und ökologisch gut aufgestellt ist.
Damit das auch in Zukunft möglich bleibt, unterstützen wir die Institute der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft gezielt mit Mitteln aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan bei der energetischen Sanierung ihrer Gebäude und bei der Digitalisierung ihrer Arbeit. Die Einrichtungen stehen seit vielen Jahren für herausragende Forschung. Wir sorgen dafür, dass sie auch in Zukunft diese Aufgabe mit voller Kraft erfüllen können.
Auch die Akademie der Wissenschaften und der Künste unterstützen wir bei der Modernisierung ihrer Gebäude und Infrastruktur. Dort kommen Wissenschaftler*innen und Kunstschaffende aus NRW zusammen, um an langfristigen Forschungsprojekten zu arbeiten und Wissenschaftskommunikation in die Gesellschaft hinein zu leisten.
Wir schaffen Rahmenbedingungen, die moderne Forschung braucht: energieeffiziente Gebäude, zeitgemäße Arbeitsumgebungen und digitale Infrastruktur. Die Mittel aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan sollen da ankommen, wo der Sanierungsbedarf besonders groß ist.
Mit diesem Antrag stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit Nordrhein-Westfalens als Forschungsstandort und sorgen dafür, dass herausragende Forschung auch in Zukunft bei uns zu Hause ist.
Deshalb werbe ich sehr gerne für Zustimmung zu unserem Antrag. Ich bin mal gespannt, ob sich SPD und FDP dieses Mal wieder dagegen entscheiden, Geld für unsere Forschungslandschaft auszugeben, Geld für unsere Infrastruktur auszugeben und langfristige Planung zu schaffen.
(Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Wie wäre es, vorher einfach mal das Gespräch zu suchen?)
Oder ob man da, wo man sich im Kuratorium selbst dafür rechtfertigen müsste, Dinge abzulehnen, die unseren Einrichtungen zugutekommen, dann doch lieber zustimmt. Herr Hartmann, ich bin sehr gespannt, wie Sie gleich begründen, ob Sie hier zustimmen, weil Sie sich dafür bei denen rechtfertigen müssten, bei denen das Geld ankommt, oder ob Sie sich wieder dagegen entscheiden, den Leuten in NRW Geld zugutekommen zu lassen.
(Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Was wollen Sie denn jetzt? Dafür oder dagegen?)
Vielen Dank. Dieser Antrag: Werbung um Zustimmung.
(Beifall von den GRÜNEN und der CDU)
