Frank Jablonski: „Ein Zeichen der Wertschätzung“

Zum Antrag der Fraktionen von CDU und Grünen im Landtag zu Kultur-Schecks

Portrait Frank Jablonski MdL

Der Antrag „Kultur im ländlichen Raum mit Kultur-Schecks weiter stärken“

Frank Jablonski (GRÜNE): Wenn wir über Kulturpolitik sprechen, sprechen wir nicht nur über Theater, Konzerte oder Ausstellungen, nicht nur über Bildung, Unterhaltung und Vergnügen. Wir sprechen über das, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Über das, was unsere Gesellschaft ausmacht. Kultur schafft Begegnung, sie stiftet Identität und schafft Raum für Austausch und Reflexion.

Nordrhein-Westfalen kann zurecht stolz auf seine vielseitige und lebendige Kulturlandschaft sein. In unseren Konzerthäusern, auf unseren Festivals, in unseren soziokulturellen Zentren, in unseren Proberäumen und auch in dem Café auf der Ecke, in dem sich wöchentlich ein Buchclub trifft: Überall pulsiert das kulturelle Leben. Gerade im ländlichen Raum sind es dabei häufig nicht große Institutionen, sondern engagierte Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Initiativen und Ehrenamtliche, die kulturelles Leben überhaupt erst möglich machen. Sie organisieren Dorffeste, Konzerte, Theateraufführungen oder interkommunale Kulturprojekte. Sie schaffen Orte der Begegnung – und damit Orte des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Dieses Engagement verdient nicht nur unseren Respekt, sondern auch unsere Unterstützung.

Denn wir wissen: Viele dieser Initiativen arbeiten mit begrenzten Mitteln, oft mit großem persönlichem Einsatz, aber mit wenig finanziellen Spielräumen. Häufig scheitern gute Ideen nicht an mangelndem Engagement, sondern an komplizierten Förderverfahren oder daran, dass kleine Projekte durch bestehende Programme gar nicht erreicht werden.

Mit den Kultur-Schecks wollen wir ein Förderinstrument schaffen, mit dem Kulturschaffende niedrigschwellig und unkompliziert finanzielle Unterstützung für ihre Projekte erhalten können – ohne lange Antragsverfahren oder aufwendige Juryprozesse.

Die Kultur-Schecks sollen zunächst gezielt im ländlichen Raum zur Verfügung gestellt werden. Denn dort ist der Bedarf besonders groß, und dort können sie ihre Wirkung unmittelbar entfalten. Im Anschluss soll dann die Ausweitung auf ganz NRW geprüft werden.

Nordrhein-Westfalen verfügt bereits über starke kulturpolitische Instrumente – etwa das Regionale Kulturprogramm Ruhr, um nur ein Beispiel zu nennen. Diese Instrumente wollen wir mit den Kultur-Schecks keineswegs ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen. Sie sollen eine Lücke schließen – nämlich dort, wo kleine Projekte schnelle, unkomplizierte Hilfe brauchen.

Denn manchmal braucht es gar nicht viel: ein kleiner Zuschuss für eine Bühne, für eine Zumietung von Technik, zur Finanzierung einer Raummiete oder zum Drucken von Plakaten. Aber genau dieser kleine Beitrag kann entscheiden, ob eine Veranstaltung letztendlich stattfindet oder nicht. Ob aus einer Idee ein Projekt wird. Aus einem Projekt eine Struktur. Und ob eine Struktur langfristig eine Vielzahl von Kulturveranstaltungen hervorbringt, wo sonst ein Vakuum gewesen wäre.

Und zu guter Letzt ist dieser Antrag auch ein Zeichen der Wertschätzung. Ein Zeichen der Anerkennung gegenüber all den Menschen, die in Nordrhein-Westfalen kulturelles Leben mit Herzblut gestalten.

Ihnen wollen wir sagen: Vielen Dank für eure wichtige Arbeit. Lasst uns euch dabei unterstützen.

Sehr geehrte Abgeordnete der demokratischen Fraktionen,

ich bitte Sie um Zustimmung zu diesem Antrag und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

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