Norika Creuzmann: „Sexuelle Bildung ist kein Problem, sie ist Teil der Lösung“

Zum Antrag der "AfD"-Fraktion zum Kinderschutz

Portrait Norika Creuzmann

Norika Creuzmann (GRÜNE): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der demokratischen Fraktionen! Lassen Sie mich eines zu Beginn klar sagen: Wo Kinder gefährdet werden, wo Grenzen verletzt werden, wo pädagogische Verantwortung missachtet wird, da müssen wir konsequent hinschauen und aufklären.

(Beifall von Hedwig Tarner [GRÜNE] und Charlotte Quik [CDU])

Ein Blick in das Erzbistum Paderborn zeigt auf erschütternde Weise, wie ernst solche Fälle sind. Genau daraus folgt für uns eine klare Konsequenz: Wir müssen Kinder stärken, nicht verunsichern. Denn Kinder, die ihre Rechte kennen, die über ihren Körper sprechen können, die gelernt haben, Grenzen zu setzen, sind besser geschützt.

Damit bin ich beim Kern dieses Antrags. Die AfD nimmt reale Verunsicherung und reale Fehlentwicklung zum Anlass, um etwas völlig anderes zu betreiben. Sie stellt sexuelle Bildung und Sexualpädagogik insgesamt unter Generalverdacht. Das ist der falsche Schluss.

Ja, wir müssen kritisch prüfen, wo Konzepte falsch angewendet werden. Ja, wir müssen klare Standards und Aufsicht sicherstellen. Wer daraus aber ableitet, sexuelle Bildung grundsätzlich in Frage zu stellen, der zieht die falsche Konsequenz und gefährdet am Ende sogar den Schutz von Kindern.

(Vereinzelt Beifall von den GRÜNEN)

Denn sexuelle Bildung ist kein Problem. Sie ist Teil der Lösung. Denn Minderjährige müssen sexualisierte Gewalt erkennen und sie auch benennen können.

(Beifall von Charlotte Quik [CDU] – Vereinzelt Beifall von den GRÜNEN)

Was die AfD betreibt, ist deshalb kein ernsthafter Beitrag zum Kinderschutz, sondern der Versuch, eine ideologische Agenda durchzusetzen. Das lehnen wir ab.

Unser Maßstab ist ein anderer. Wir stärken Kinder. Wir stärken Fachkräfte. Wir schauen genau dorthin, wo tatsächlich Handlungsbedarf besteht. Alles andere hilft den Kindern nicht. – Vielen Dank.

(Beifall von der SPD und den GRÜNEN – Vereinzelt Beifall von der CDU – Nina Andrieshen [SPD]: Oh, sie kriegt keine Zwischenfrage!)

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