Forschungsstandort NRW stärken: Investitionsoffensive für eine moderne IT- und Ge­bäude-Infrastruktur der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste

Antrag der Fraktionen von CDU und Grünen im Landtag

Portrait Julia Eisentraut Februar 2023

I. Ausgangslage:

Geopolitische Spannungen, technologische Umbrüche, gesellschaftliche Entwicklungen und der Klimawandel stellen Nordrhein-Westfalen als modernes Industrieland vor große Heraus­forderungen, die sich auch auf die Rahmenbedingungen der wissenschaftlichen Arbeit auswir­ken. Die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF) bildet mit ihren 14 rechtlich selbst­ständigen Instituten eine zentrale Säule der Forschungslandschaft in Nordrhein-Westfalen. Als Forschungsgemeinschaft des Landes fungiert sie als entscheidendes Bindeglied zwischen akademischer Grundlagenforschung und industrieller sowie gesellschaftlicher Anwendung.

Die JRF ist das landeseigene Gütesiegel für exzellente außeruniversitäre Forschung. Ihre wahre Stärke entfaltet sich in der einzigartigen Verschränkung von Disziplinen: In den vier Leitthemen „Städte & Infrastruktur“, „Industrie & Umwelt“, „Gesellschaft & Digitalisierung“ so­wie „Globalisierung & Integration“ bündelt die JRF die klügsten Köpfe verschiedenster Fach­richtungen. Dieser interdisziplinäre Ansatz ist kein bloßer Selbstzweck, sondern die notwen­dige Antwort auf die komplexen Herausforderungen unserer Zeit. Wo Einzelfachrichtungen an Grenzen stoßen, liefert die JRF durch den Blick über den Tellerrand ganzheitliche Lösungen für die erfolgreiche Transformation des Industrielandes Nordrhein-Westfalen.

2024 hat die JRF ihr zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Nicht zuletzt im Rückblick auf diese zehn Jahre ist deutlich geworden: Die Kombination aus konsequenter Anwendungs- und Transfer­orientierung, hohem wissenschaftlichen Anspruch, einer ungewöhnlich großen Bandbreite an Forschungsfeldern und Inter- sowie Transdisziplinarität ist ein Erfolgsmodell.

Kein anderes Bundesland verfügt wie Nordrhein-Westfalen über eine vergleichbare landesei­gene Gemeinschaft außeruniversitärer Forschungseinrichtungen.

Als Dachorganisation mit Sitz in der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste (AWK) verkörpert die JRF den Geist ihres Namensgebers: Forschung nah am Menschen, verpflichtet dem Fortschritt und fest verwurzelt in Nordrhein-Westfalen.

Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste (AWK) fungiert als unabhängiges, interdisziplinäres Beratungsgremium. Die Mitglieder der Akademie tauschen sich regelmäßig mit handelnden Personen aus Politik, Wirtschaft und Kultur sowie mit wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland aus. Im Mittelpunkt dieses Austausches stehen komplexe natur- und geisteswissenschaftliche, soziale, ökonomische und ethische Fra­gen, die unsere Gesellschaft betreffen. Die Akademie sieht sich in der Verantwortung, den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu stärker und weiter voranzutreiben. Es ist das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse so aufzubereiten und zu kommunizieren, dass sie in Meinungsbildungsprozesse und gesellschaftliche Entscheidungen mit einfließen. Die Akade­mie hat über die Jahrzehnte hinweg mehr als 1.000 Vorträge und Ergebnisse aus ihren Klas­sen und Arbeitsgruppen publiziert.

Wer die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandorts Nordrhein-Westfalen sichern will, muss die infrastrukturelle Substanz dieser Gemeinschaft stärken. Nur mit einer IT-Landschaft auf der Höhe der Zeit und modernen, energieeffizienten Forschungsgebäuden bleiben die JRF und die AWK attraktiv für internationale Talente und ein verlässlicher Partner für die Wissen­schaftslandschaft.

  1. Der Landtag beschließt:

Der Landtag stellt fest:

  1. In der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft haben sich 14 landesgeförderte For­schungseinrichtungen zusammengeschlossen, um gemeinsam eine ganzheitliche Be­trachtung der technischen, ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Heraus­forderungen zu ermöglichen.
  2. Die Institute der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft sind mit ihrer praxisnahen Transferforschung („Forschung made in NRW“) ein wesentlicher Standortvorteil für das Land Nordrhein-Westfalen.
  3. Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste bringt her­ausragende Forschende und Kunstschaffende des Landes zusammen.

Der Landtag beauftragt die Landesregierung:

  1. die Institute der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft und die Nordrhein-Westfäli­sche Akademie der Wissenschaften und der Künste mit eigenen Liegenschaften und hohem Sanierungsbedarf bei der Modernisierung und energetischen Sanierung der Ge­bäudeinfrastrukturen zu unterstützen. Die Mittel dafür sollen im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel aus bereiten Mitteln des Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur bereitgestellt werden.
  2. die Institute der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft und die Akademie der Wissen­schaften und der Künste bei der Entwicklung und Umsetzung von Digitalisierungsstrate-gien im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel aus bereiten Mitteln des Nordrhein-West­falen-Plan für gute Infrastruktur zu unterstützen.