I. Ausgangslage:
Geopolitische Spannungen, technologische Umbrüche, gesellschaftliche Entwicklungen und der Klimawandel stellen Nordrhein-Westfalen als modernes Industrieland vor große Herausforderungen, die sich auch auf die Rahmenbedingungen der wissenschaftlichen Arbeit auswirken. Die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF) bildet mit ihren 14 rechtlich selbstständigen Instituten eine zentrale Säule der Forschungslandschaft in Nordrhein-Westfalen. Als Forschungsgemeinschaft des Landes fungiert sie als entscheidendes Bindeglied zwischen akademischer Grundlagenforschung und industrieller sowie gesellschaftlicher Anwendung.
Die JRF ist das landeseigene Gütesiegel für exzellente außeruniversitäre Forschung. Ihre wahre Stärke entfaltet sich in der einzigartigen Verschränkung von Disziplinen: In den vier Leitthemen „Städte & Infrastruktur“, „Industrie & Umwelt“, „Gesellschaft & Digitalisierung“ sowie „Globalisierung & Integration“ bündelt die JRF die klügsten Köpfe verschiedenster Fachrichtungen. Dieser interdisziplinäre Ansatz ist kein bloßer Selbstzweck, sondern die notwendige Antwort auf die komplexen Herausforderungen unserer Zeit. Wo Einzelfachrichtungen an Grenzen stoßen, liefert die JRF durch den Blick über den Tellerrand ganzheitliche Lösungen für die erfolgreiche Transformation des Industrielandes Nordrhein-Westfalen.
2024 hat die JRF ihr zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Nicht zuletzt im Rückblick auf diese zehn Jahre ist deutlich geworden: Die Kombination aus konsequenter Anwendungs- und Transferorientierung, hohem wissenschaftlichen Anspruch, einer ungewöhnlich großen Bandbreite an Forschungsfeldern und Inter- sowie Transdisziplinarität ist ein Erfolgsmodell.
Kein anderes Bundesland verfügt wie Nordrhein-Westfalen über eine vergleichbare landeseigene Gemeinschaft außeruniversitärer Forschungseinrichtungen.
Als Dachorganisation mit Sitz in der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste (AWK) verkörpert die JRF den Geist ihres Namensgebers: Forschung nah am Menschen, verpflichtet dem Fortschritt und fest verwurzelt in Nordrhein-Westfalen.
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste (AWK) fungiert als unabhängiges, interdisziplinäres Beratungsgremium. Die Mitglieder der Akademie tauschen sich regelmäßig mit handelnden Personen aus Politik, Wirtschaft und Kultur sowie mit wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland aus. Im Mittelpunkt dieses Austausches stehen komplexe natur- und geisteswissenschaftliche, soziale, ökonomische und ethische Fragen, die unsere Gesellschaft betreffen. Die Akademie sieht sich in der Verantwortung, den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu stärker und weiter voranzutreiben. Es ist das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse so aufzubereiten und zu kommunizieren, dass sie in Meinungsbildungsprozesse und gesellschaftliche Entscheidungen mit einfließen. Die Akademie hat über die Jahrzehnte hinweg mehr als 1.000 Vorträge und Ergebnisse aus ihren Klassen und Arbeitsgruppen publiziert.
Wer die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandorts Nordrhein-Westfalen sichern will, muss die infrastrukturelle Substanz dieser Gemeinschaft stärken. Nur mit einer IT-Landschaft auf der Höhe der Zeit und modernen, energieeffizienten Forschungsgebäuden bleiben die JRF und die AWK attraktiv für internationale Talente und ein verlässlicher Partner für die Wissenschaftslandschaft.
- Der Landtag beschließt:
Der Landtag stellt fest:
- In der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft haben sich 14 landesgeförderte Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen, um gemeinsam eine ganzheitliche Betrachtung der technischen, ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu ermöglichen.
- Die Institute der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft sind mit ihrer praxisnahen Transferforschung („Forschung made in NRW“) ein wesentlicher Standortvorteil für das Land Nordrhein-Westfalen.
- Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste bringt herausragende Forschende und Kunstschaffende des Landes zusammen.
Der Landtag beauftragt die Landesregierung:
- die Institute der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft und die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste mit eigenen Liegenschaften und hohem Sanierungsbedarf bei der Modernisierung und energetischen Sanierung der Gebäudeinfrastrukturen zu unterstützen. Die Mittel dafür sollen im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel aus bereiten Mitteln des Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur bereitgestellt werden.
- die Institute der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft und die Akademie der Wissenschaften und der Künste bei der Entwicklung und Umsetzung von Digitalisierungsstrate-gien im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel aus bereiten Mitteln des Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur zu unterstützen.
