Frauenkongress 2026 – Die Workshops

1 Gemeinsam unverzichtbar – Frauen
mit und ohne Zuwanderungsgeschichte
Ein Austausch über Gemeinsamkeiten, Unterschiede und mögliche Brücken zueinander

(Mit Gönül Eğlence MdL)

Die Referentinnen sprechen im Gespräch mit Gönül über ihre persönlichen Lebens- und Berufswege und darüber, was sie auf ihrem Weg gestärkt oder ausgebremst hat. Im Austausch mit den Teilnehmenden werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet und ein Bild geschaffen, wie Solidarität und Unterstützung aussehen kann (Allyship).

Mit dabei:

  • Roudy Ali, Journalismus, Soziale Arbeit
2 Verkehrswende machen – eine Männersache?! –

Geschlechtergerechtigkeit in Planung, Betrieb und Verwaltung im
Mobilitätsbereich

(Mit Martin Metz MdL und Ina
Besche-Krastl MdL)

Der Verkehrssektor gilt bis heute als klassische Männerdomäne – ob im Fahrdienst, in der Planung oder in der Straßenbauverwaltung. Der Workshop beleuchtet die Ursachen dieser Geschlechterungleichheiten, zeigt aktuelle Daten und Beispiele guter Praxis und diskutiert, wie das Land NRW, aber auch Kommunen oder Unternehmen gezielt Veränderungen anstoßen können. Im Workshop werden Lösungsansätze entwickelt, wie mehr Frauen für Verkehrsberufe gewonnen und strukturelle Barrieren abgebaut werden können und somit eine geschlechtergerechte Mobilitätsbranche gestaltet werden kann. 

Mit dabei: Frauen in Führungspositionen verschiedener Verkehrsunternehmen in NRW (angefragt)

3 Klimakrise trifft Frauen härter? Klimafolgenanpassung feministisch
denken(Mit Astrid Vogelheim MdL)
Hochwasser, Hitze und Dürre treffen nicht alle Menschen gleich. In diesem Workshop gehen wir der Frage nach, ob, und wenn ja, warum und wie Frauen von den Folgen der Klimakrise oft anders und teilweise stärker betroffen sind. Etwa durch männlich geprägte Stadt- und Infrastrukturplanung, ungleiche Rollenverteilung in der Care-Arbeit oder soziale Ungleichheiten in Krisensituationen. 

Ausgehend vom Hochwasser 2021 in NRW befassen wir uns mit Frauen sowohl als Betroffene als auch als zentrale Akteurinnen der Klimafolgenanpassung. Gemeinsam mit Wissenschaft, Praxis und kommunaler Verwaltung diskutieren wir geschlechtsspezifische Betroffenheiten bei Klimafolgen wie Hochwasser, Hitze und Dürre und entwickeln in zwei Workshop-Phasen konkrete Ansätze: 

  1. Wo und wie wirken Klimafolgen geschlechterspezifisch?
  2. Wie können Frauen gestärkt, Netzwerke aufgebaut und Klimaanpassung auf Landes-, kommunaler und ehrenamtlicher Ebene geschlechtersensibel gestaltet werden?

Der Workshop verbindet Klima-, Frauen- und Sozialpolitik und zeigt: Feministische Perspektiven sind ein Schlüssel für gerechte und wirksame Klimafolgenanpassung. Moderiert wird der Workshop von Judith Vogt, frauenpolitische Sprecherin des Grünen Kreisverbands Aachen.

4 Gewalt gegen Frauen bekämpfen: Das spanische Modell – mehr als eine
Fußfessel(Mit Julia Höller MdL und Ilayda
Bostancıeri MdL)
Der Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt und Femiziden gehört zu den zentralen frauenpolitischen Themen und innenpolitischen Herausforderungen. In Nordrhein-Westfalen wurde 2025 mit der Änderung des Polizeigesetzes die elektronische Fußfessel als Maßnahme in Fällen häuslicher Gewalt eingeführt. Sie ist ein Bestandteil des sogenannten „Spanischen Modells“, das in Spanien seit Jahren erfolgreich angewendet wird.  

Was umfasst dieses Modell darüber hinaus? Wie wirksam sind die Maßnahmen im Schutz der Betroffenen?    

In dem Workshop wollen wir uns die Bestandteile des Modells näher anschauen und prüfen, was in NRW bereits umgesetzt wurde und gemeinsam erarbeiten, welche zusätzlichen Schritte notwendig sind, um den Schutz der Betroffenen weiter zu verbessern. 

Mit dabei:

  • Müşerref Tanrıverdi, Leiterin der Berichterstattungsstelle geschlechtsspezifische Gewalt Deutsches Institut für Menschenrechte
5 Femizide als Straftatbestand!? – Wie frauenfeindlich ist unser Justizsystem?

(Mit Norika Creuzmann MdL)

Unser Rechtssystem gilt als leistungsfähig, benachteiligt Frauen jedoch in zentralen Bereichen strukturell. Anhand konkreter Beispiele aus der Straf- und Familiengerichtsbarkeit zeigt die Referentin auf, wie rechtliche Normen, institutionelle Routinen und gängige Auslegungspraxen bestehende Ungleichheiten fortschreiben. Gemeinsam mit dem Justizminister wird erarbeitet, wie diese systemischen Benachteiligungen sichtbar gemacht und überwunden werden können. Ziel des Workshops ist es, ein kritisches Bewusstsein dafür zu schaffen, wo das Recht nicht geschlechtsneutral wirkt, sondern Frauen systematisch schlechter stellt, und daraus nachhaltige Reformimpulse für Justiz und Gesellschaft zu entwickeln.

Mit dabei:

  • Elke Süsselbeck, Feministische Juristin, Anwältin und Verfahrensbeiständin
  • Benjamin Limbach, NRW Justizminister
6 Future is female – Rollenmodelle in der Berufswahlorientierung

(Mit Dagmar Hanses MdL)

Welche Bilder von Arbeit, Erfolg und Zukunft prägen junge Menschen heute und wer prägt sie eigentlich? 

Gemeinsam mit einer Referentin des Projekts Girls’ Day und einer Vertreterin aus dem Handwerkerinnenhaus diskutieren wir, wie weibliche Rollenmodelle Berufswahl beeinflussen, Barrieren abbauen und neue Perspektiven eröffnen können.
Ein Austausch über Chancen, Praxisbeispiele und die Frage, wie echte Vielfalt in der Berufsorientierung gelebt werden kann. 

Mit dabei:

  • N.N., Vertreterin des Girls Day
  • N.N., Vertreterin des Handwerkerinnenhaus
7 Zwischen Tradition und Empowerment: Frauen und der Gender-Gap in der Landwirtschaft

(Mit Norwich Rüße MdL und Gregor Kaiser MdL)

Die Vereinten Nationen haben 2026 zum Jahr der Frauen in der Landwirtschaft erklärt. In vielen Regionen tragen Frauen zu einem erheblichen Teil zur landwirtschaftlichen- sowie Care-Arbeit auf Höfen und Betrieben bei, engagieren sich ehrenamtlich und setzen sich zudem für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Bewirtschaftung ein. Dennoch bleibt ihr Engagement häufig unsichtbar. Weiterhin werden fast 90 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland von Männern geführt.  Frauen, die als Betriebsleiterinnen einen Hof übernehmen wollen, stehen vor massiven Herausforderungen. Dies reicht von Fragen der Hofübergabe über Aspekte der Arbeitsteilung und Vereinbarkeit von Familie und Hof sowie zum Einkommen und der sozialen Absicherung bis hin zu genderspezifischen Beratungs- und Weiterbildungsangeboten.   

Im Workshop wollen wir zusammen mit Referentinnen aus der Wissenschaft und Praxis ein Lagebild zur Situation von Frauen in der Landwirtschaft zeichnen und Barrieren sowie Lösungsansätze identifizieren, um so Handlungsempfehlungen für Akteure in NRW herauszuarbeiten. 

Mit dabei:

  • Janna Luisa Pieper (Agrarsoziologin Georg-August-Universität Göttingen),
  • Jutta Kuhles, Präsidentin Rheinischer Landfrauen Verband e.V.
8 Frauen und Technik

(Mit Wibke Brems MdL)

Der Workshop „Frauen und Technik!“ setzt sich interaktiv mit der Rolle von Frauen in technischen und handwerklichen Berufen auseinander. Gemeinsam mit Katja Lilu Melder, Miss Handwerk 2025 und geschäftsführender Gesellschafterin der BMG Santec GmbH, tauschen sich die Teilnehmenden über Berufswege, persönliche Erfahrungen und strukturelle Herausforderungen aus. Dabei wird deutlich, dass Ungleichheiten nicht erst bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie entstehen, sondern bereits im Arbeitsalltag sichtbar sind – etwa in der Gestaltung von Werkzeugen, Maschinen, Arbeitskleidung oder technischen Standards.  

Im praktischen Teil des Workshops werden die Teilnehmenden selbst aktiv, probieren Technik und Werkzeuge aus und entwickeln gemeinsam Ansätze für mehr Chancengleichheit in technischen und handwerklichen Berufsfeldern.  

Mit dabei:

  • Katja Lilu Melder, Miss Handwerk 2025, Geschäftsführende Gesellschafterin der BMG Santec GmbH (bestätigt)
9 „Wir leben lieber selbstbestimmt“ –
Arbeit, Liebe und Rechte – feministisch
aktiv für Inklusion

(Mit Dennis Sonne MdL)

Worum geht’s? 

Gewalt – besonders im Nahbereich – ist kein individuelles Problem, sondern gesellschaftlich bedingt. 

In diesem Workshop auf dem Frauenkongress setzen wir uns kritisch mit Strukturen auseinander, die Gewalt oder eben Selbstbestimmung ermöglichen, besonders für Frauen und Mädchen mit Behinderungen. 

Wir richten uns an alle Frauen, die intersektional arbeiten, feministisch denken oder solidarisch begleiten – mit und ohne Behinderung. 

Mit dabei:

  • Gülay Acar
  • Monika Rosenbaum
  • Maren Grübnau
10 Altersarmut geht uns alle an – was
können wir heute tun, unabhängig von unserem Alter?

(Mit Jule Wenzel MdL)

Altersarmut ist in NRW ein wachsendes Problem und kann uns Alle treffen – oft durch Teilzeit, Care-Arbeit oder Erwerbsunterbrechungen. Gleichzeitig sprechen wir selten offen über Vorsorge, finanzielle Abhängigkeiten und Handlungsmöglichkeiten. Wir laden Frauen jeden Alters zu einem generationsübergreifenden Workshop ein, um gemeinsam über Hintergründe von Altersarmut bei Frauen zu sprechen, einen Überblick über Vorsorgemöglichkeiten zu geben und vor allem um einen Raum zu schaffen, in dem wir politische Forderungen gegen Altersarmut und für eine geschlechtergerechte Versorgungspolitik formulieren. 

Wir möchten mit diesem Workshop bewusst jüngere und ältere Frauen einladen gemeinsam über Erfahrungen und Lebensentscheidungen zu diskutieren- wir sprechen viel zu selten generationsübergreifend über die Zukunft.

11 „Do Women Have to Be Naked to Be
Visible?“ Guerrilla Girls, Machtkritik und
feministische Kulturpolitik heute

(Mit Christina Osei MdL und Frank Jablonski MdL)

Seit den 1980er Jahren machen die Guerrilla Girls mit provokanten Aktionen, zugespitzten Statistiken und satirischer Bildsprache auf strukturellen Sexismus, rassistische Ausschlüsse und Machtasymmetrien im internationalen Kunst- und Kulturbetrieb aufmerksam. Ihr Ansatz verbindet künstlerische Intervention mit politischer Analyse und stellt bis heute grundlegende Fragen nach Sichtbarkeit, Teilhabe und Deutungshoheit. 

Der Workshop nimmt die Strategien und Analysen der Guerrilla Girls zum Ausgangspunkt, um gegenwärtige Macht- und Entscheidungsstrukturen im Kulturbereich zu untersuchen: Wer kuratiert Programme, vergibt Fördermittel und bestimmt kulturelle Kanons? Welche Perspektiven werden systematisch sichtbar gemacht – und welche marginalisiert? Dabei wird deutlich, dass Ungleichheiten nicht zufällig entstehen, sondern Ergebnis historisch gewachsener Strukturen und institutioneller Routinen sind. 

Auf dieser Grundlage werden aktuelle kulturpolitische Herausforderungen diskutiert und mit einer feministischen Perspektive verknüpft. Der Workshop bietet Raum für gemeinsame Analyse, Erfahrungsaustausch aus Kulturpraxis und Politik sowie die Entwicklung von Handlungsoptionen – von Förderkriterien über Gremienbesetzungen bis hin zu kulturpolitischen Leitbildern. Ziel ist es, feministische Machtkritik in wirksame kulturpolitische Strategien zu übersetzen. 

12 Digitalisierte Ungleichheit – warum Daten und Algorithmen nicht neutral sind

(Mit Julia Eisentraut MdL)

Digitale Technologien entscheiden heute über Jobs, Kredite, Noten und mehr. Und das hat reale Konsequenzen. Beispielsweise wenn Bewerbungsalgorithmen Frauen systematisch seltener gut bewertete Jobanzeigen ausspielen, weil sie mit überwiegend männlichen Karrieredaten trainiert wurden, oder wenn Frauen in der digitalen Gesundheitsversorgung diskriminiert werden, weil viele KI-Modelle auf männlichen Gesundheitsdaten basieren und weibliche Symptome schlechter erkennen. 

Der Workshop zeigt anhand konkreter Beispiele, wie künstliche Intelligenz bestehende Machtverhältnisse widerspiegelt und damit bestehende Diskriminierung in einer als neutral geltenden Software zementieren. Gemeinsam schauen wir hinter den Code und diskutieren, wie politische Gestaltung, Regulierung und Bildung digitale Technologien gerechter machen können.

13 Internationales Engagement und Partnerschaften des Landes NRW – wie können sie stärker aus einer feministischen Perspektive gestaltet werden? 

(Mit Berivan Aymaz MdL)

Nordrhein-Westfalen ist ein international ausgerichtetes Bundesland mit vielfältigem Engagement und Partnerschaften weltweit. Wie können diese Beziehungen in einer Zeit, in der emanzipatorische Errungenschaften weltweit wieder zurückgedrängt werden, stärker aus einer feministischen Perspektive gestaltet werden? Dieser Frage widmet sich der Workshop. 
14 Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Gelingensfaktoren in den Fokus genommen

(Mit Laura Postma MdL und Eileen Woestmann MdL)

Wie gelingt es, Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen – nicht nur für Eltern, sondern auch für pflegende Angehörige, ehrenamtlich Engagierte und alle, die eine gesunde Work-Life-Balance anstreben? Diese Frage möchten wir gemeinsam mit Ihnen beleuchten und diskutieren. Mit dabei: Working Moms e.V., die mehr als 1000 berufstätige Frauen, die Karriere gestalten, Familie leben und Vereinbarkeit als Stärke verstehen, vernetzen. Ziel ist es, best practices miteinander zu teilen, voneinander zu lernen und neue Impulse für gelingende Vereinbarkeit mitzunehmen.   

Mit dabei:

  • Working Moms e.V., Münster