Gute Geburtshilfe darf weder vom Wohnort noch vom Geldbeutel abhängen

Babybauch, schwanger by GvW

04.11.2026 Hebammen spielen eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Müttern und Kindern, doch diese kann vielerorts nicht immer optimal gewährleistet werden: Die 1:1-Betreuung unter der Geburt wird häufig nicht erreicht, und Familien mit niedrigem Einkommen finden deutlich seltener eine Hebamme. Mit dem Beschluss vom heutigen Mittwoch über den von Grünen und der CDU eingebrachten Entschließungsantrag setzt der Landtag ein klares Signal für eine faire Vergütung, attraktive Arbeitsbedingungen und den Erhalt vielfältiger Versorgungsangebote. Die Landesregierung soll regionale Versorgungslücken systematisch erfassen, innovative Ansätze wie Hebammenzentralen und aufsuchende Angebote prüfen und Hebammen von Bürokratie entlasten. Dazu erklären Meral Thoms, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion, und Marco Schmitz, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion NRW:

Meral Thoms: „Wer ein Kind bekommt, muss sich auf gute Versorgung verlassen können, egal wo und egal mit welchem Gehalt. Aber genau da haben wir noch ein Problem: Frauen mit geringem Einkommen werden deutlich seltener von einer Hebamme betreut als Frauen, die finanziell bessergestellt sind. Das müssen wir ändern. In Nordrhein-Westfalen haben wir in den vergangenen Jahren bereits einiges auf den Weg gebracht, etwa die Förderung von Hebammenkreißsälen. Mit unserem Entschließungsantrag wollen wir daran anknüpfen und vor allem diejenigen besser erreichen, die bislang zu wenig Unterstützung bekommen. Dafür brauchen wir einen genaueren Blick auf regionale Versorgungslücken sowie mehr niedrigschwellige Angebote und eine bessere Zusammenarbeit mit den Frühen Hilfen. Auch der Hitzeschutz für Schwangere und Säuglinge ist uns wichtig.

Gleichzeitig nehmen wir die Sorgen vieler Beleghebammen bezüglich der neuen Vergütungsregelungen ernst. Wir müssen genau beobachten, welche Folgen diese für die Versorgung haben, und uns auf Bundesebene für eine auskömmliche Vergütung einsetzen. Denn Hebammen brauchen gute Arbeitsbedingungen und genügend Zeit für die Familien. Am Ende geht es darum, dass jede Frau rund um die Geburt die Unterstützung bekommt, die sie braucht – unabhängig davon, wo sie lebt oder wie viel sie verdient.“

Marco Schmitz: „Gute Geburtshilfe darf keine Frage des Geldbeutels oder des Wohnorts sein. Wir wollen, dass jede Familie in Nordrhein-Westfalen von Anfang an die bestmögliche Versorgung erhält. Dafür brauchen wir starke Hebammen, eine faire Vergütung und Arbeitsbedingungen, die mehr Zeit für die Betreuung ermöglichen. Mit unserem Antrag setzen wir auf konkrete Verbesserungen statt auf bloße Forderungen: weniger Bürokratie, innovative Versorgungsmodelle und eine gezielte Schließung regionaler Versorgungslücken. Unser politischer Anspruch ist klar: Wir stärken die Hebammen, damit sich Familien auf eine sichere und verlässliche Geburtshilfe verlassen können.“

Familie ist der erste Ort gele…