Wir stärken Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit – Kita-Sozialindex kommt

Als erstes Flächenbundesland bekommt Nordrhein-Westfalen einen wissenschaftlich erarbeiteten Kita-Sozialindex. Denn gute frühkindliche Bildung braucht verlässliche Rahmenbedingungen für alle Kitas. Gleichzeitig sind die Bedingungen vor Ort unterschiedlich und damit auch die Herausforderungen, vor denen die Einrichtungen stehen. Nur, wenn wir die unterschiedlichen Lebenslagen von Kindern und Familien berücksichtigen, können wir ihren individuellen Bedürfnissen gerecht werden und ihnen gute Chancen auf Bildung und Teilhabe ermöglichen. Hier geben wir Euch einen Überblick.

Wie der Kita-Sozialindex funktioniert
Für uns Grüne ist klar: Ungleiches muss ungleich behandelt werden. Anstelle des Gießkannen-Prinzips bringen wir Förderung gezielt dorthin, wo die Mittel am meisten gebraucht werden. Der Kita-Sozialindex schafft dafür nun eine wichtige Grundlage. Er ermöglicht es, Kitas mit besonderen Herausforderungen gezielt zu stärken und zusätzliche Ressourcen dort einzusetzen, wo sie besonders gebraucht werden.

Dazu wurde von Wissenschaftlern der Ruhr-Universität Bochum ein Index erarbeitet, der sich aus zwei Kennziffern zusammensetzt: der Kinderarmutsdichte vor Ort (Anteil der Kinder unter sieben Jahren im SGB-II-Bezug) und dem Anteil der Familien, deren Familiensprache nicht Deutsch ist.
Der Kita-Sozialindex gliedert sich in 9 Stufen auf und orientiert sich dabei sehr am Schulsozialindex in Nordrhein-Westfalen. Der Indexwert 1 steht für eine geringe Belastung und 9 für die höchste Belastung.

Rund 13 Prozent der Kitas in NRW werden aktuell in den hohen Belastungsstufen 7-9 eingeteilt, ca. 27 Prozent der Kitas in den Stufen 4-6 und rund 60 Prozent der Kitas weisen eine geringe Belastungslage in den Stufen 1-3 auf.

Auf der Homepage des Familienministeriums können alle Informationen zum Kita-Sozialindex eingesehen werden.

Wir führen Chancen-Kitas ein
Mit dem Konzept der Chancen-Kitas stärken wir Kindertageseinrichtungen mit besonders hohem Unterstützungsbedarf. Für die Einführung der Chancen-Kitas stehen neun Millionen Euro pro Kita-Jahr bereit. Ab dem kommenden Jahr können sich Kitas bewerben, die eine Index-Stufe von 8 oder 9 haben, eine größere Einrichtung sind und bereits als Familienzentrum und als plusKITA oder Sprach-Kita gefördert werden. Die konkreten Kriterien wird das Ministerium in den kommenden Monaten veröffentlichen.

Ab dem 1. August 2027 erhalten in einem ersten Schritt 150 Chancen-Kitas dann eine zusätzliche Landesförderung von jeweils 60.000 Euro pro Jahr für Kita-Sozialarbeit. Diese ermöglicht es, Familien niedrigschwellig zu beraten, zu begleiten und direkt vor Ort zu unterstützen.

An der grundlegenden Finanzierung der Kindertageseinrichtungen ändert sich nichts – alle bestehenden Kitas erhalten weiterhin die Landesförderung in voller Höhe. Für die Chancen-Kitas stellt das Land zusätzliche Mittel bereit.

Wir investieren in unsere Kitas
Zum 15. Oktober 2026 ist die novellierte Investitionsrichtlinie Kindertagesbetreuung in Kraft getreten. Das Land stellt weiterhin jährlich 115 Millionen Euro für Kita-Invest aus dem Landeshaushalt zur Verfügung. Zudem investiert das Land bis 2036 im Rahmen des NRW-Plans für gute Infrastruktur zusätzlich mehr als 1,5 Milliarden Euro in die Infrastruktur der Kindertagesbetreuung.

Die Förderhöchstbeträge werden anhand des Baupreisindex angepasst, um auf die gestiegenen Baupreise zu reagieren. Konkret heißt das zum Beispiel für den Neubau bzw. Schaffung von Betreuungsplätzen der Förderhöchstbetrag um 4.000 Euro pro Platz steigt.

Für die Digitalisierung der Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflegestellen stellt das Land erstmalig, unabhängig von der Schaffung neuer Plätze, Mittel bereit. Die Digitalisierungspauschale beträgt 750 Euro pro Gruppe/Kindertagespflegeperson und soll dazu dienen, dass die Einrichtungen digitale Endgeräte zur Erhebung des sprachlichen Entwicklungsstands anschaffen können. Anträge sind ab Anfang 2027 möglich.

Mehr Chancengerechtigkeit mit …