Artikel, Wirtschaft, Digitalisierung, Slider, Bolte, Beisheim, Mostofizadeh

Blog zur Sommertour „Digitales Handwerk“

#DHNRW-Tour – Abgeordnete besuchen Handwerksbetriebe in NRW

Virtuelle Zeichnungen, Modelle aus dem 3-D-Drucker und Daten in der Cloud: Die Digitalisierung eröffnet auch Handwerksbetrieben in NRW viele Chancen. Betriebe können Arbeitsprozesse und ihre Kommunikation mit Kunden verbessern. Die Umstellung ist aber auch mit Herausforderungen verbunden. Wie sie funktioniert, darüber tauschen sich Grüne Landtagsabgeordnete bei der Sommertour mit digitalen Vorreiter*innen im Handwerk aus.

Mit dabei sind unter anderem die Grünen Mitglieder in der Enquete-Kommission „Zukunft von Handwerk und Mittelstand in NRW“, Dr. Birgit Beisheim und Matthi Bolte. Sie besuchen auf ihrer Handwerkstour innovative Betriebe in NRW. Begleitet werden sie von dem Grünen Sachverständigen in der Kommission: Dr. Peter Jahns, Geschäftsführer der Effizienz-Agentur NRW.

Bei unserer dreitägigen Handwerks-Tour tauschen wir uns mit insgesamt zehn mittelständischen Handwerksbetrieben aus. Wir möchten mit den Praktiker*innen diskutieren, wie das Handwerk die Digitalisierung nutzen kann, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und zu einer ökologisch-sozialen Modernisierung der Wirtschaft für ein nachhaltiges NRW beizutragen.

Über unsere Besuche bei den Betrieben und unsere Gespräche mit Geschäftsführer*innen, Angestellten und Vertreter*innen der Handwerkskammer Dortmund informieren wir hier in unserem Blog, auf Facebook und unter #DHNRW auf Twitter.

3. Tag der #DHNRW-Tour

Der dritte Tag unserer Handwerkstour führte uns zu zwei Betrieben im Norden NRWs. Als erstes fuhren wir zur Winkler-Orthopädietechnik nach Minden. Das Unternehmen produziert verschiedene Prothesen. Das Besondere: Der von Britta und Michael Winkler geführte Betrieb kooperiert mit Unternehmen und Institutionen wie einem Frauenhofer Institut sowie Hochschulen in ganz Deutschland, um die Forschung in der Bionik und der Biomechatronik voranzutreiben. Außerdem arbeitet das Unternehmen im Transferprojekt im Spitzencluster „It´s OWL“ mit. Darin geht es um die Entwicklung eines energieeffizienten und in Zukunft autarken Energie-Systems für Prothesen. Deswegen mit dabei: Prof. Dr.-Ing. Ingo Rückert, der die Forschungspartner des Unternehmens vertrat und Mitglied des Spitzenclusters ist.


v.l.n.r.:  Stefanwinkler (Orthopädiemeister und Inhaber), Bettina Fugh (Grüne Minden-Lübbecke), Matthi Bolte MdL, Michael Basten (Mitarbeiter Enquete-Kommission), Dr. Birgit Beisheim MdL, Prof. Dr.-Ing. Ulrich Rückert (Uni Bielefeld), Michèle Eichhorn (Mitarbeiterin Enquete-Kommission) und Dr. Peter Jahns.

QR-Codes vereinfachen die Wartung von Maschinen

Die vorletzte Station unserer Tour war der Besuch bei Josef und Michael Hauphoff in Verl.


Geschäftsführer Michael Hauphoff (rechts) erklärt (v.l.n.r.) Michèle Eichhorn (Mitarbeiterin Enquete-Kommission), Rita Paulick (GrüneVerl) und Dr. Birgit Beisheim MdL die Nutzung der QR-Codes an den Baumaschinen.

Vater und Sohn führen gemeinsam ein innovatives Bauunternehmen, das auf den Einsatz von QR-Codes setzt. Diese werden unter anderem zur Koordination und Wartung der Baumaschinen genutzt. So kann zeiteffizienter gearbeitet werden und die Mitarbeiter*innen behalten einen besseren Überblick über den Einsatz und die Wartungsintervalle der Maschinen.


v.l.n.r.: Michael Hauphoff (Geschäftsführer), Dr. Birgit Beisheim MdL, Dr. Peter Jahns, Johannes Wilke, Rita Paulik (beide Grüne Verl), Michèle Eichhorn und Michael Basten (beide Mitarbeiter*innen Enquete-Kommission), Matthi Bolte MdL und Dr. Egbert Daum (Grüne Verl).

Moderne Software hilft beim Planen

Abschließend besuchten wir die global agierende Johannes Lübbering GmbH aus Herzebrock Clarholz. Durch den Einsatz einer modernen Planungssoftware werden innovative Lösungen für die Automobil- und Luftfahrtindustrie entwickelt und angefertigt.



Ersten Reihe v.l.n.r.: Christoph Plutta (Firma Lübbering), Anja Lübbering (Assistentin der Geschäftsführung), Verena Baxheinrich (Firma Lübbering), Jürgen Wächter (Grüne Werther), Dr. Birgit Beisheim MdL, Michèle Eichhorn (Mitarbeiterin Enquete-Kommission).
Zweite Reihe v.l.n.r.: Matthi Bolte MdL, Michael Basten (Mitarbeiter Enquete-Kommission), Achim Lübbering (Geschäftsführer), Dr. Peter Jahns, Petra Lakenbrink (Grüne Herzebrock-Clarholz), Markus Füchtenhans (Firma Lübbering).


2. Tag der #DHNRW-Tour

Nach dem ersten eindrucksvollen Tour-Tag besuchten wir am Dienstag gemeinsam mit der Aachener Abgeordneten Karin Schmitt-Promny zunächst die Brammertz Schreinerei GmbH in Kornelimünster, einen seit über 100 Jahren bestehenden, traditionsbewussten Familienbetrieb in dritter und vierter Generation. Der Betrieb nutzt die Digitalisierung für sich, indem er automatisiert produziert und die eingesetzte Technik besser miteinander vernetzt.


v.l.n.r. Seniorchef Eduard Brammertz im Gespräch mit Karin Schmitt-Promny MdL, Harald Schmitz-Reiber (Grüne Aachen) und Matthi Bolte MdL.

Die Inhaber Eduard und Max Brammertz führten uns durch das Unternehmen, das rund 25 Angestellte beschäftigt. Die Schreinerei verwendet digitale Bauakten, in denen alle wichtigen Daten für einen Auftrag gespeichert werden und so beispielsweise auf dem Smartphone vor Ort bei Kundinnen und Kunden einsehbar sind.


v.l.n.r.: Max Brammertz (Juniorchef), Michael Basten (Referent Enquete-Kommission), Dr. Birgit Beisheim MdL, Michèle Eichhorn (Mitarbeiterin Enquete-Kommission), Matthi Bolte MdL, Harald Schmitz-Reiber, Dr. Peter Jahns, Eduard Brammertz, Silke Bastian, Lisa Lang (beide Grüne Kornelimünster) und Karin Schmitt-Promny MdL

Prototypen aus dem 3D-Drucker

Die zweite Station an diesem Tag war die Bächer Bergmann GmbH in Köln, begleitet wurden wir unter anderem von der Kölner Landtagsabgeordneten Andrea Asch. Die innovative Schreinerei setzt auf modernste Technik wie 3D-Drucker. Beliebt ist sie vor allem bei Künstler*innen und Designer*innen, die gerne Prototypen und Kleinserien von Möbeln in Auftrag geben.


v.l.n.r.: Inhaber Sebastian Bächer erklärt Sabine Pakulat, Gerd Brust (beide Grüne Köln) und Andrea Asch MdL die Funktionsweise einer CNC-Maschine.

Im Gespräch mit den beiden Geschäftsführern Sebastian Bächer und Georg Bergmann interessierte uns vor allem der Wandel der Ausbildung. Auch hier spielt die Digitalisierung eine immer größere Rolle. Denn der Betrieb nutzt digitale Technik auch in der Ausbildung und lehrt den Umgang mit Computerprogrammen und computergestützten Fräsen von Anfang an. „Für die Handwerker von morgen werden digitalisierte Arbeitsprozesse zum Alltag gehören. Deshalb ist es umso wichtiger Auszubildende von Beginn an im Umgang mit der modernen Technik vertraut zu machen und dabei traditionelle Fertigkeiten nicht zu vernachlässigen“, so Dr. Birgit Beisheim. 


In der vorderen Reihe v.l.n.r.: Dr. Birgit Beisheim MdL, Dr. Peter Jahns, Michèle Eichhorn (Mitarbeiterin Enquete-Kommission), Andrea Asch MdL, Sebastian Bächer und Georg Bergmann (Inhaber der Schreinerei). Zweite Reihe v.l.n.r.: Gerd Brust (Grüne Köln) und Matthi Bolte MdL. Letzte Reihe v.l.n.r.: Stefanie Bargfrede (stellv. Hauptgeschäftsführerin HWK Köln), Sabine Pakulat (Grüne Köln) und Michael Basten (Mitarbeiter Enquete-Kommission).

Mit dem 3D-Scanner zum passenden Zahnersatz

Als nächstes waren wir bei der Wallossek Dentaltechnik GmbH in Köln zu Gast. Der seit 1988 bestehende Betrieb nutzt beispielsweise 3D-Scanner um digitale Abdrücke von Zähnen zu machen. Das Verfahren bietet mehr Komfort für die Kund*innen und ermöglicht eine präzisere Herstellung der Produkte.


v.l.n.r.: Matthi Bolte MdL, Frank Wallossek (Geschäftsführer), Timon Wallossek (Auszubildender), Martina Fischer-Wallossek (Geschäftsführerin),Dr. Peter Jahns, Dr. Birgit Beisheim MdL, Michèle Eichhorn und Michael Basten (Mitarbeiter*innen Enquete-Kommission).

Nach der Besichtigung diskutierten wir unter anderem, welche Rahmenbedingungen ein zukunftsfähiges, digitales Unternehmen benötigt. Dazu gehört vor allem eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. Denn mittlerweile wird nicht nur über das Internet mit den Kund*innen kommuniziert. Auch für die Kooperation mit anderen Unternehmen wird das Internet immer wichtiger. So können automatisch und digital Bestellungen bei einem Großhändler aufgegeben werden.

Clouds erleichtern Teamarbeit und Kooperationen

Weiter ging es zu einer jungen Schreinerei: Helmdesign wurde 2004 gegründet. Der Betrieb setzt auf Digitalisierung bei Möbelproduktion und Wohnraumgestaltung.


Geschäftsführer Daniel Helm (Mitte) erklärt eine automatisierte CNC-Säge. Mithilfe der (Sägen-)Software werden verschiedene Aufträge so koordiniert, dass möglichst wenig Verschnitt beim Material entsteht.

Um die einzelnen Arbeitsschritte zu koordinieren nutzt der Betrieb Clouds. So können Aufträge effizienter bearbeitet werden, da alle Mitarbeiter*innen einen Überblick über den aktuellen Bearbeitungsstatus des Produktes haben. Auch die Kooperation mit anderen Unternehmen wird durch die Nutzung von Clouds vereinfacht – etwa beim Innenausbau. Hier kooperiert die Schreinerei eng mit anderen Betrieben. Für die Kund*innen bleibt es bei einem Kontakt für den gesamten Umbau, etwa zum Smarthome.


v.l.n.r. Robert Wendt (Grüne Troisdorf), Michèle Eichhorn (Mitarbeiterin Enquete-Kommission), Matthi Bolte MdL, Michael Basten (Mitarbeiter Enquete-Kommission), Thomas Möws (Grüne Troisdorf), Dr. Birgit Beisheim MdL und Daniel Helm (Geschäftsführer von Helm design).

1. Tag der #DHNRW-Tour

An Freitag haben wir unsere #DHNRW-Tour durch Nordrhein-Westfalen gestartet. Von Düsseldorf aus fuhren wir als erstes nach Dortmund zu Footpower, einem jungen Orthopädietechnik-Unternehmen, das unter anderem sensomotorische Schuheinlagen produziert und vermarktet. Hier gewannen wir einen ersten Eindruck, wie Unternehmen die Digitalisierung für sich nutzen und welche Chancen sie darin sehen.

Neben der Produktion setzt das Unternehmen auch bei der Kundenkommunikation auf digitale Inhalte. In einem Youtube-Channel will Footpower zukünftig Kundinnen und Kunden, Arbeits- und Produktionsprozesse zeigen und erklären.


Alexander Steinicke, Inhaber von Footpower Dortmund, fertigt einen digitalen Fußabdruck von Matthi Bolte MdL.

Bei unserem Besuch konnten wir uns auch mit Vertreterinnen und Vertretern der Junioren des Handwerks Dortmund austauschen.


v.l.n.r.: Alexander Steinicke (Inhaber von Footpower Dortmund und Landesvorsitzender der Handwerksjunioren), Peter Jahns, Daisy N. Horn (stellv. Vorsitzende der Handwerksjunioren Dortmund), Dr. Birgit Beisheim MdL, Gabriele Röder-Wolff (Geschäftsführerin der Handwerkjunioren Dortmund), Matthi Bolte MdL, Michael Basten (Referent Enquete-Kommission), Peter Köhler (Geschäftsführer Grüne Dortmund)

Mehr Kundenservice, effizientere Produktion

Weiter ging es in Kamen im Natursteinwerk Determann. Der Betrieb blickt auf eine über 100-jährige Tradition zurück und erfindet sich trotzdem immer wieder neu – auch als Vorreiter im Bereich Digitalisierung. Determann nutzt beispielsweise Grafikprogramme und 3D-Drucker um Modelle von Grabsteinen anzufertigen. So können sich Kund*innen schon vor der Produktion das Ergebnis besser vorstellen. „Durch moderne Technik erhalten Kund*innen ein besseres Produkt und das Unternehmen produziert effizienter und ressourcenschonender. Dafür brauchen Unternehmen schnelles Internet. Für uns ist daher der zügige Breitbandausbau, für den NRW bis 2018 eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung stellt, ein wirtschaftspolitisches Kernanliegen. Der kleine Handwerksbetrieb im ländlichen Raum bekommt so die gleiche Chance, von der Digitalisierung zu profitieren, wie die Betriebe in den Ballungszentren NRWs“, so Matthi Bolte im Anschluss.


Juniorchef Christoph Determann (links) erklärt den Einsatz des 3D-Druckers.

Von Kamen fuhren wir am Nachmittag gemeinsam mit unserem Fraktionsvorsitzenden Mehrdad Mostofizadeh in die Schreinerei Georg Schröder in Hamm. Der Betrieb verbindet traditionelles Handwerk mit innovativer Technik. Geschäftsführer Berthold Schröder ist nicht nur Experte für die Bedeutung der Digitalisierung für das Handwerk, sondern auch Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund. Ebenfalls mit dabei: Jörg Lissa, Berater der HWK für Digitalisierung. Mit den beiden Experten kamen wir über das Handwerk 4.0 ins Gespräch. Uns ging es dabei vor allem darum, wie man Unternehmen flächendeckend bei der Digitalisierung ihrer Betriebe unterstützen kann.
Die HWK Dortmund hat mit Jörg Lissa eine Beratungsstelle eingerichtet, die Betriebe über Fragen der Digitalisierung und des Handwerk 4.0 informiert.


v.l.n.r.: Michael Basten, Matthi Bolte MdL, Dr. Birgit Beisheim MdL, Berthold Schröder (Inhaber der Schreinerei und Präsident der Handwerkskammer Dortmund), Michèle Eichhorn (Mitarbeiterin Enquete-Kommission), Mehrdad Mostofizadeh MdL, Dr. Peter Jahns, Adrian Schröder und Mechthild Schröder (Mitarbeiter*innen der Schreinerei)

Diese Seite drucken