Invasive Art im Blick: Umgang mit der Asiatischen Hornisse in NRW

Die invasive Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich auch in NRW aus. Das sorgt verständlicherweise für Verunsicherung. Für die allermeisten Menschen stellt sie jedoch kein akutes Gesundheitsrisiko dar. Sensible Standorte wie Kindergärten, Spielplätze und Schulgelände bedürfen dennoch besonderer Aufmerksamkeit. Aus unserer Sicht ist ein sachlicher, entschlossener und zugleich verhältnismäßiger Umgang wichtig: Informiert bleiben und Imker*innen unterstützen. Hier geben wir Euch einen Überblick über die Maßnahmen, die wir als schwarz-grüne Koalition zum Umgang mit der Asiatischen Hornisse auf den Weg gebracht haben.

Die Situation in NRW
Aufgrund des Klimawandels fühlt sich die Asiatische Hornisse leider auch in NRW ziemlich wohl. Da sie hier keine natürlichen Fressfeinde hat, konnte sie sich schnell ausbreiten und kommt inzwischen fast flächendeckend vor. Die Art gilt daher inzwischen als etabliert; eine vollständige Ausrottung ist nicht möglich. Daher wurde sie auf der Liste invasiver Arten der EU in die Kategorie der sogenannten Managementarten umgestuft, für die keine zwingenden Meldungen und Bekämpfungsmaßnahmen mehr erforderlich sind. Denn auch die Erfahrungen anderer Länder und Regionen zeigen: In keinem Land Europas ist es gelungen, die Ausbreitung dieser Art auch durch noch so intensive Bekämpfung messbar zu beeinflussen.

Was die Asiatische Hornisse problematisch macht
Die Asiatische Hornisse hat ein breites Beutespektrum und ernährt sich von den Insekten, die sie vorfindet. Bei uns trifft sie häufig auf Bienen, weshalb sie insbesondere für Imker*innen ein zunehmendes Problem darstellt. Damit die Honigbienen auch künftig Pflanzen wie Obstbäume oder Gemüse bestäuben können, müssen die Bienenstöcke vor dem Eindringen der Asiatischen Hornisse geschützt werden.
Auch in dicht besiedelten Gebieten kann sie zum Problem werden, wenn sie sich gestört fühlt. Zwar ist die Asiatische Hornisse nicht giftiger als heimische Hornissen, ihre Völker sind jedoch größer und sie verteidigen ihr Nest aggressiv. Daher sind Aufklärung, Vorsicht im Umgang mit Nestern sowie ein starker Fokus auf den Schutz von Bienenvölkern und anderen Insekten wichtig.

Wir unterstützen Imker*innen und Ehrenamtler*innen bei der Bekämpfung der Asiatischen Hornisse 
Der Umgang mit invasiven Arten wie der Asiatischen Hornisse ist Teil einer umfassenden Arten- und Klimaschutzpolitik. Die weiter voranschreitende Klimakrise begünstigt das Auftreten neuer Arten. Deshalb setzen wir auf konsequenten Klimaschutz, starke Naturschutzbehörden und ein wissenschaftsbasiertes Management dieser Arten.
Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse lässt sich nicht verhindern. Bei einer gezielten Bekämpfung bedürfen Bienenstöcke oder sensible Orte wie Kindergärten und Schulen einer besonderen Aufmerksamkeit. Imker*innen und Ehrenamtliche lassen wir mit dieser Aufgabe nicht allein und unterstützen sie gezielt mit einer Reihe von Maßnahmen:

  • Finanzielle Unterstützung der Nestentfernung durch ehrenamtliche und professionelle Nestentferner. Die Förderung umfasst Pauschalen für geeignete Ausrüstung sowie Prämien für Nestentfernungen. Das Förderkonzept mit allen Details ist hier zu finden. Zuständig ist das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Förderanträge sind jedoch über die Landesimkerverbände zu stellen. Diese nehmen eine koordinierende Funktion ein.
  • Spezialisierte Schulungen am Bieneninstitut der Landwirtschaftskammer NRW.
  • Forschungsmasterplan zum wissenschaftlichen Monitoring der Asiatischen Hornisse unter Federführung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr und Aufklärungsmaßnahmen durch die Natur- und Umweltschutzakademie (NUA). Dafür haben wir 100.000 Euro im Haushalt 2026 bereitgestellt.
  • Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (LANUK) hat für die Asiatische Hornisse eine eigenständige Maske im Neobiota-Portal eingerichtet, welche die Meldung von Einzeltieren und Nestfunden vereinfacht. Es gibt nun außerdem eine separate Karte für die Fundorte der Asiatischen Hornisse.
  • Enge Einbindung der Imkerschaft, der Wissenschaft und der Kommunen.
  • Gezielte Information der Öffentlichkeit über den richtigen Umgang mit der Asiatischen Hornisse.

Insgesamt ist es uns wichtig, dass die Maßnahmen stets naturverträglich und fachlich begründet sind. Dadurch kann gewährleistet werden, dass neben der Asiatischen Hornisse keine anderen Arten gefährdet werden.

Was Bürger*innen tun können
Auch Bürger*innen spielen eine wichtige Rolle bei der Eindämmung der Ausbreitung, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Wichtig ist:

  • Verdächtige Tiere möglichst fotografieren und über das neue Meldetool im Neobiota-Portal des LANUK melden. Einzeltiermeldungen werden künftig direkt freigeschaltet, Nestmeldungen werden nach wie vor durch Expert*innen überprüft (ca. 1-2 Tage), um eine Verwechslung mit Nestern der geschützten Europäischen Hornisse sicher auszuschließen. In den Kreisen sind in der Regel auch die Unteren Naturschutzbehörden ansprechbar, eine Meldung ist dort jedoch nicht mehr verpflichtend.
  • Auf keinen Fall eigene Beseitigungsversuche an Nestern vornehmen, sondern Fachbetriebe bzw. die zuständigen Behörden kontaktieren, um Risiken für Menschen und Umwelt zu vermeiden.
  • Insektengiftallergiker sollten wie bei Wespen- und Honigbienenstichen Vorsichtsmaßnahmen und eine Notfallmedikation mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen.
  • Durch naturnahe Gärten, Blühflächen und den Verzicht auf Pestizide kann die Widerstandskraft der heimischen Insektenwelt insgesamt gestärkt werden, damit die Ökosysteme gegenüber Belastungen robuster werden.

Wir nehmen die Sorgen bezüglich der Asiatischen Hornisse sehr ernst. Mit den Maßnahmen wollen wir für einen wirksamen Schutz von Bienen, Wildinsekten und Ökosystemen sorgen, sowie Ehrenamtliche und Imker*innen unterstützen und entlasten.

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