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50 Jahre Stonewall Inn – Zeit für gleiche Rechte

Am 27. Juni 1969, also vor genau 50 Jahren, wehrten sich Schwule, Lesben und Transpersonen in der New Yorker Christopher Street gegen die Diskriminierung und Drangsalierung durch die Polizei.

Diese Auseinandersetzung in der Stonewall Inn Bar war der Auftakt einer neuen Emanzipationsbewegung.

Im gleichen Jahr wurde in Deutschland mit der Strafrechtsreform von 1969 der §175 „entschärft“, sexuelle Handlungen unter Männern ab 21 waren nicht länger strafbar. Endgültig abgeschafft wurde er allerdings erst vor 25 Jahren, im Jahr 1994.

Inzwischen wird in mittlerweile 15 Städten in NRW mit bunten Veranstaltungen am Christopher Street Day (CSD) daran erinnert und für die Rechte von LSBTIQ- Personen demonstriert. Und das jahrzehntelange Engagement von Politik und Zivilgesellschaft hat sich gelohnt: Noch nie hatten queere Menschen so viele Freiheiten und Rechte in Deutschland wie heute. Dennoch haben sie nach wie vor mit Diskriminierungen und Mobbing zu kämpfen und sind von gleichberechtigten Lebensbedingungen weit entfernt. Ein weiterer wichtiger Schritt ist das von der Bundesregierung angestrebte Verbot der “Konversionstherapien”.

Doch auch darüber hinaus ist noch viel zu tun. Unser Antrag fordert deshalb die Landesregierung auf, sich auf allen Ebenen für die Rechte von Homosexuellen und Transmenschen einzusetzen. Dazu gehört etwa, im Bund die Ergänzung des Gleichbehandlungsartikels (Artikel 3 Abs. 3 GG) um den besonderen Schutz vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität zu unterstützen. Zudem muss auf Bundesebene das Transsexuellengesetz reformiert werden, um die Selbstbestimmung in den Mittelpunkt zu rücken. Außerdem soll sie prüfen, ob und wie ehrenamtlich getragene CSDs in NRW landesseitig finanziell unterstützt werden können.

Nicht zuletzt regen wir an, die nordrhein-westfälische Flaggenordnung zu ändern, um am CSD das solidarische Hissen der Regenbogenflagge an Landesgebäuden zu ermöglichen.

 

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