Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung wird erneut deutlich: Ein inklusiver Arbeitsmarkt ist immer noch nicht Realität. Trotz gesetzlicher Vorgaben und politischer Bekenntnisse stoßen viele Menschen mit Behinderung auf strukturelle Barrieren beim Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung.
Ein inklusiver Arbeitsmarkt bedeutet, dass alle Menschen – unabhängig von Einschränkungen – gleichberechtigt arbeiten können. Dazu gehören barrierefreie Arbeitsplätze, flexible Arbeitsmodelle und ein Umdenken bei Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern. Es braucht konkrete Maßnahmen: mehr Unterstützung für Unternehmen, bessere Übergänge von der Schule in den Beruf und den konsequenten Abbau von Vorurteilen.
Inklusion ist kein Randthema. Sie ist ein Gewinn für Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt. Deshalb wollen wir uns dafür stark machen. Der Protesttag mahnt: Gleichstellung darf nicht nur auf dem Papier stehen – sie muss im Alltag spürbar sein. Dafür wollen wir uns fraktionsübergreifend einsetzen und planen gemeinsam weitere Anstrengungen.
Dazu erklären Marco Schmitz, Sprecher für Arbeit, Gesundheit und Soziales der CDU-Landtagsfraktion, Lena Teschlade, Sprecherin für Arbeit und Soziales der SPD-Fraktion, und Dennis Sonne, Sprecher für Inklusion und Behindertenpolitik der Grünen-Fraktion:
Marco Schmitz: „Es gibt schon viele Beispiele, bei denen Inklusion am Arbeitsmarkt wunderbar funktioniert. Mit vielen weiteren Modellen und Projekten müssen bestehende Vorurteile abgebaut und die Potentiale von Menschen mit Behinderungen gesehen und genutzt werden. Ich denke da zum Beispiel an Assistenzleistungen in Pflegeheimen oder auch in Kindertagesstätten. Wir werden weiter daran arbeiten, den inklusiven Arbeitsmarkt in NRW zu etablieren.“
Lena Teschlade: „Menschen mit Behinderungen sind ein Gewinn für den Arbeitsmarkt und bieten großes Potenzial. Das Potenzial wird bisher leider nicht ausreichend genutzt. Für junge Menschen mit Behinderung sind die Hürden besonders hoch. Wir wollen, dass sie genau wie Gleichaltrige ohne Beeinträchtigung mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten überzeugen und in den Arbeitsmarkt starten können. Dafür ist es unerlässlich, dass Aus- und Weiterbildungsangebote für Menschen mit Behinderungen ausgebaut werden.“
Dennis Sonne: „Den besseren Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen sehen wir als einen entscheidenden Hebel, auch im Kampf gegen den Arbeits- und Fachkräftemangel. Inklusive Unternehmen sind wissenschaftlich nachweisbar erfolgreicher und innovativer. Zudem sind bis zu 30 Prozent der Bevölkerung auf Barrierefreiheit angewiesen. Inklusion ist daher kein Randthema, sondern ein klarer wirtschaftlicher Vorteil und ein Menschenrecht. Unser Ziel ist ein Arbeitsmarkt, der allen echte Chancen bietet.“
