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Grundschullehrer*innen verdienen mehr!

Der Lehrermangel an unseren Grundschulen ist massiv. Mit unserem Maßnahmenpaket „A13-direkt - Pakt für die Grundschule“ wollen wir mit besserer Besoldung und Zeitkonten die angespannte Personalsituation bekämpfen.

Der Lehrermangel an unseren Grundschulen ist massiv. Jede zweite Stelle der freien Grundschulstellen ist nicht besetzt. Verschärft wird die Situation vor allem auch dadurch, dass Grundschullehrer*innen im Vergleich zu ihren Kolleg*innen an anderen Schulformen immer noch deutlich weniger verdienen. Es ist nicht attraktiv, an die Grundschule zu gehen. Um dieses Problem möglichst schnell anzugehen und die wichtige Arbeit an den Grundschulen wieder attraktiver zu machen, haben wir GRÜNE das Maßnahmenpaket „A13-direkt - Pakt für die Grundschule“ entwickelt, in dem wir unter anderem mit besserer Besoldung und Zeitkonten den Lehrermangel bekämpfen wollen. Mitte September werden wir unser Konzept als Antrag im Plenum einbringen.

Das Konzept besteht aus drei Kernpunkten:

  1. Alle Grundschullehrkräfte, die ihren Vertrag um mindestens eine Stunde pro Woche aufstocken, steigen rückwirkend zum 1. August 2018 in die Besoldungsgruppe A13 auf.
  2. Die Mehrstunden werden auf einem individuellen Zeitkonto gutgeschrieben und können als Entlastung in Folgejahren die Unterrichtsverpflichtung reduzieren, ohne dass dabei das Gehalt sinkt.
  3. Wer jetzt mit einem Lehramt Sek I oder Sek II an der Grundschule einsteigt, erhält die Zusatzqualifikation und eine Besoldung nach A13.

Dass sich bereits diese eine Stunde Mehrarbeit lohnt, zeigen unsere Berechnungen: Würden alle 46.631 Lehrkräfte (davon arbeiten viele in Teilzeit), die momentan in den NRW-Grundschulen arbeiten (Angaben laut Statistische Übersicht 399 vom Juni 2018) eine Stunde mehr unterrichten, käme das einem zusätzlichen Stellenvolumen von mehr als 1.600 Stellen gleich.

Kosten würde das Programm etwa 135 Millionen Euro pro Jahr - sollten alle bisherigen A12-Grundschullehrkräfte (Berechnungsansätze laut Vorlage 17/6 aus dem Finanzministerium und Haushaltsplan 2018: A12-Stellen 24278) ab sofort mehr Unterricht anbieten.

Für uns Grüne ist klar: Die einheitliche Besoldung ist unerlässlich. Sie muss für die nun nach neuem Lehrerausbildungsgesetz (LABG) ausgebildeten Grundschullehrkräfte gelten, genauso wie auch für alle bisherigen Grundschul- und SEK-I-Lehrkräfte. Sie verdienen die bessere Einstufung. Angesichts der Notsituation in vielen Schulen müssen wir davon ausgehen, dass sich viele Lehrkräfte über die Maße engagieren und die viele Arbeit auf sehr wenige Schultern verteilt wird. Ihnen muss deshalb so schnell wie möglich die notwendige Wertschätzung zuteilwerden.

Wichtig ist: Die von uns vorgeschlagene Maßnahme ist kein Zwang zu Mehrarbeit, sondern ein Angebot. Auch die Lehrkräfte, die aus persönlichen Gründen keine zusätzlichen Unterrichtsstunden anbieten können, müssen verlässlich und absehbar in die Höhergruppierung kommen.

Deshalb sollen alle Maßnahmen  mit den Lehrerverbänden in einem Grundschulpakt verbindlich vereinbart werden. Dazu gehört auch: Die SEK-II-Lehrkräfte, die sich für die Grundschule entscheiden, müssen mit ihrer Zusatzqualifikation für die Grundschule ebenfalls A 13 erhalten. Die Grundschule darf für diese Lehrkräfte nicht zu einer „Zwischenstation“ verkommen. Die Grundschulen investieren in die Ausbildung und Teamarbeit mit den neuen Kolleg*innen. Es darf nicht heißen: „Wir sind gekommen, um zu gehen.“

Es gilt jetzt in einer Notsituation ein schnell umzusetzendes Maßnahmenpaket zu schnüren, denn der Druck und die Belastung in den Grundschulen nehmen stetig zu. Wir müssen eher heute als morgen handeln.

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