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Praktikum im Landtag

„Das habe ich gerne gemacht!“

Egal ob Landtag, Bundestag oder das indische Parlament: Ritik Narula ist ein riesen Politikfan. Der 17-Jährige hat deshalb ein zweiwöchiges Praktikum bei Sigrid Beer, unserer Sprecherin für Bildung, Petitionen und Religionspolitik, gemacht. Und das als Erster an seiner Schule – einer Förderschule in Essen. Mit Sigrid Beer hat er sich kurz vor Ende des Praktikums zum Gespräch getroffen. Er erzählt uns, was ihm an seinem Praktikum besonders gefallen hat und dass er sogar ein Foto mit dem Ministerpräsidenten ergattern konnte.


Ritik im Gespräch mit Sigrid Beer.

Sigrid Beer: Ritik, ich fand das total klasse, dass Du Dich gemeldet hast, um ein Praktikum bei uns zu machen. Was findest du so spannend an der Politik?

Ritik:
Die Vielfältigkeit. Es gibt hier viele Leute und so viele unterschiedliche Parteien.

Sigrid Beer:
Und wie bist Du darauf gekommen, das Praktikum bei uns zu machen

Ritik:
Über einen Kollegen meiner Lehrerin. Der hat mir das empfohlen.

Sigrid Beer:
Du wohnst in Essen. Wann fährst Du von zu Hause los, um pünktlich bei uns zu sein?

Ritik:
Ich stehe um 6:30 Uhr auf. Um halb acht kommt mein Zug. Dann fahre ich eine Stunde. Von neun bis 17 Uhr bin ich immer im Landtag.

Sigrid Beer:
Ich finde es wirklich bemerkenswert, wie gut Du Dich hier auskennst. Du weißt, wer der Ministerpräsident ist, Du kennst z.B. alle Ministerinnen und Minister und auch die Fraktionsvorsitzenden. Was guckst Du Dir an, dass Du das alles weißt?

Ritik:
Ich gucke im Internet, vor allem auf Wikipedia. 

Sigrid Beer:
Und der Landtag ist spannend für Dich?

Ritik:
Eigentlich alle Parlamente. Den Bundestag finde ich spannend und das Europaparlament. Das indische Parlament auch.

Sigrid Beer:
Was war für Dich in der Zeit hier denn am spannendsten?

Ritik:
Die Plenardebatten und dass ich die Minister kennenlernen durfte und mit ihnen ein Foto gemacht habe. 

Sigrid Beer:
Du warst auch in unserer Fraktionssitzung. Wie hat Dir das gefallen?

Ritik:
Da musste ich sehr viel zuhören. Das ist etwas anstrengend für mich.


Ritik im Abgeordnetenbüro.

Sigrid Beer: Ich habe mich sehr gefreut, dass Du mich auch in den Petitionsausschuss begleitet hast. Wie war das für Dich? (Anm. der Redaktion: Wenn sich Menschen von Ämtern oder Behörden ungerecht behandelt fühlen, können sie sich an den Petitionsausschuss wenden. Er hilft bei Ärger mit Behörden weiter.)

Ritik:
Sehr interessant. Vor allem die Situation zu beobachten, was die Menschen dort bewegt. Es ging auch um Abschiebungen.

Sigrid Beer:
Du bist ja der Erste von Deiner Schule, der hier ein Praktikum im Landtag macht.

Ritik:
Ja! Die Lehrer fanden es gut, dass ich ein Praktikum mache. Denn meine Lehrerin meinte: Noch kein Schüler von uns hat das bisher gemacht.

Sigrid Beer:
Kannst Du uns ein bisschen über Deine Schule erzählen?

Ritik:
Ich besuche seit fünf Jahren die Schule am Hellweg in Essen. Die liegt in Essen-Freisenbruch und 2020 werde ich die Schule beenden. Die Schule ist eine Förderschule. Davor war ich im kleineren Gebäude: Horster Berg. Diese Schulen gehören zusammen.

Sigrid Beer:
Das eine ist die Unterstufe und ihr seid jetzt die Älteren?

Ritik:
Ja, genau.


Ritik schreibt täglich an seinem Praktikumsbericht. 

Sigrid Beer: Hast Du Dir schon überlegt, was Du nach der Schule machen möchtest?

Ritik:
Das weiß ich noch nicht so genau. Da muss ich mir noch Gedanken drüber machen.

Sigrid Beer:
Ich habe mich ja gefreut, dass Du gesagt hast, es wäre spannend, Politiker zu werden.

Ritik:
So einfach geht das ja leider nicht. Man muss schon einen Beruf erlernt haben.

Sigrid Beer:
Ganz genau! Denn mit jeder Wahl entscheidet sich neu, ob man wieder im Parlament ist. Deshalb ist es wichtig, dass man auch etwas anderes gelernt hat. Ich finde es übrigens besonders toll, dass Deine Klasse uns im Februar besuchen kommt und dass Du dann die Rolle übernimmst, alle durch den Landtag zu führen und zu zeigen, was Du hier erlebt hast.

Ritik:
Ja. Da freue ich mich drauf. Ich habe auch viele Bilder hier gesammelt, die ich zeigen kann.

Sigrid Beer:
Du hast Fotos mit der Schulministerin, mit dem Finanzminister und Du hast sogar den Ministerpräsidenten Armin Laschet angesprochen!

Ritik:
Ja, aus Zufall!

Sigrid Beer:
Aber Du hast die Chance gleich genutzt und hast mit ihm ein Bild gemacht. Du warst ja auch dabei, als uns Schülergruppen besucht haben. Die haben viele Fragen gestellt. Kannst Du Dich erinnern?

Ritik:
Ja, die haben zum Thema Umwelt und Atomkraft gefragt. Auch die jungen Schüler. Das hat mich gewundert. Alle haben Interesse gezeigt.

Sigrid Beer:
Ich fand es auch toll, wie Du die Tage hier immer durchgehalten hast. Das sind ja lange Tage.

Ritik:
Das ist sehr interessant hier, deswegen ging das so gut.

Sigrid Beer:
Am Freitag hast Du sogar gesagt: Oh schade, morgen ist Wochenende und ich kann gar nicht in den Landtag.

Ritik:
Wenn es Schule wär, hätte ich das nicht gesagt. Dort habe ich gerne Wochenende. Hier kann ich aber meinen Interessen nachgehen. Hier ist sehr viel los. Ich durfte auch ins Plenum. Das erste Mal für mich.

Sigrid Beer:
Du hattest den Hausausweis und hast mir Unterlagen dorthin gebracht. Und auch sonst hast Du mich während Deines Praktikums gut unterstützt. Das war eine große Hilfe für mich. Danke für Deine Mitarbeit!

Ritik:
Das habe ich gerne gemacht!


Ritik und Sigrid Beer im Abgeordnetenbüro. 

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