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Norwich Rüße zum Waldzustandsbericht NRW

Klimawandel bedroht Wälder – Schutzkonzepte endlich umsetzen

Die Auswirkungen des Klimawandels im Wald zeigen sich dieses Jahr besonders deutlich. Wetterextreme wie die Stürme im Frühjahr, die lang anhaltende Hitze und der ausbleibende Niederschlag haben enorme Auswirkungen auf das Waldökosystem.

Unter anderem sind diese Phänomene die Ursache für die rasante Ausbreitung des Borkenkäfers in NRW. Mit dem Klimaschutzplan NRW hat die rot-grüne Vorgängerregierung auch eine Klimaanpassungsstrategie für den Wald vorgelegt.  Diese Strategie befasste sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Wälder und Waldbewirtschaftung in NRW, basierend auf zu erwartenden Temperatur- und Niederschlagsveränderungen, Stürmen, Belastungen durch Schadinsekten sowie nachgelagerte Bereiche, wie beispielsweise ein verändertes Holzaufkommen. All diesen Herausforderungen ist die Forstwirtschaft nun ausgesetzt. Die Landesregierung muss die vorhandenen Konzepte und Maßnahmen nun umzusetzen und endlich anfangen, Klimaanpassung und Klimaschutz wieder zusammen zu denken.

Eine große Gefahr sehen wir angesichts dieser Situation auch in den neuen Vermarktungsorganisationen, die sich in Zukunft bilden werden. Die Landesregierung hat die Beendigung der kooperativen Holzvermarktung vor wenigen Monaten auf den Weg gebracht, was bedeutet, dass sich der Landesbetrieb aus der Betreuung und Vermarktung im Privat- und Körperschaftswald zurückziehen wird. Es ist davon auszugehen, dass die Vermarktungen nach der Umstellung im neuen Jahr nur sehr langsam anlaufen werden und die vorrätigen großen Mengen Holz daher sehr langsam abfließen. Dabei ist insbesondere der Abtransport und die schnelle Vermarktung  des vom Borkenkäfer befallenen Holzes unerlässlich, um einem weiteren Befall Einhalt zu bieten. Darüber hinaus zeigen Krisensituationen wie diese, dass der Landesbetrieb Wald und Holz auch in Zukunft flächendeckend handlungsfähig bleiben muss. Er fungiert als Krisenmanager, organisiert Abwicklung und Vermarktung der Holzmengen und steht als neutraler Berater für eine klimastabile Ausrichtung den Waldbesitzer*innen zur Verfügung. Diese Eigenschaft gilt es zu erhalten.

NRW hat viele private Kleinstwaldbesitzer*innen und es ist möglich, dass viele nach diesen Verlusten keine Freude mehr an ihrem Wald haben werden. Nicht alle Waldbesitzer*innen verfügen über ausreichende Finanzreserven um die Verluste zu kompensieren. So besteht die Gefahr, dass Eigentürmer*innen sich gezwungen sehen aufzugeben, wenn keine ansprechenden Zukunfts- und Förderprogramme auferlegt werden. Wir laufen damit Gefahr, dass diese Waldflächen umgewidmet werden, so wie damals nach dem Sturm Kyrill, als es zu einer Umnutzung der Waldflächen zu Weihnachtsbaumplantagen gekommen ist. Dem muss die Landesregierung vorbeugen.