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Berivan Aymaz zur Fairen Woche

Faire Hauptstadt Köln als Vorbild für NRW

„Global denken, lokal handeln!“: Dieser Grundsatz kommt in immer mehr Städten und Gemeinden an. Viele NRW-Kommunen haben ihre globale Verantwortung erkannt, alleine 110 von ihnen sind bereits Fairtrade-Towns. Damit ist unser Bundesland Spitzenreiter in Deutschland. Während Köln als Faire Hauptstadt 2017 sogar ein Vorbild für die ganze Republik ist, will die Landesregierung Sozial- und Umweltstandards bei der Beschaffung abbauen und damit weiter andere Menschen und Länder auf Kosten wirtschaftlicher Interessen ausbeuten.

Köln darf sich seit diesem Monat mit einem besonderen Titel schmücken: Hauptstadt des Fairen Handels 2017. Es ist großartig, dass Köln nun als Vorbild andere Städte zu mehr nachhaltigem Konsum inspirieren kann. Die Auszeichnung ist auch dem großen Engagement der zahlreichen Initiativen und Akteur*innen aus der Eine-Welt-Arbeit zu verdanken, die sich mit hohen Einsatz für den fairen Handel stark machen. Die Jury würdigte insbesondere die Energie und Innovationskraft, mit der in NRWs größter Stadt zahlreiche Projekte zum fairen Handel umgesetzt wurden. Ein Beispiel ist die Fair Trade Night, die in diesem Jahr zum dritten Mal stattfand. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Initiativen, die sich für den Fairen Handel in Köln einsetzen. Wie viele andere Projekte auch, zeigt die Fair Trade Night: Jede*r Einzelne kann mit dem eigenen Konsumverhalten zu mehr Gerechtigkeit in der Welt beitragen.

Unsere Kommunen und immer mehr Bürgerinnen und Bürger zeigen durch ihr Handeln, dass sie mit ihrem Geld keine Firmen finanzieren wollen, bei denen ausbeuterische Kinderarbeit, Zwangsarbeit oder die Missachtung von Klima- und Umweltschutz an der Tagesordnung sind. Sie kaufen Produkte, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurden. Ein Rekordumsatz im Fairen Handel von bundesweit 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2016 zeigt diese Entwicklung eindrücklich.

Die Landesregierung  wendet sich gegen faire Beschaffung

Ein Schlag ins Gesicht der Menschen und Initiativen, die sich seit Jahrzehnten für globale Gerechtigkeit stark machen, sind dagegen die Pläne der schwarz-gelben Landesregierung, soziale und ökologische Standards im Tariftreue- und Vergabegesetz zu streichen. Schwarz-Gelb will Unternehmen von ihrer globalen Verantwortung befreien. Gleichzeitig werden weltweit die Ressourcen immer knapper, der Klimawandel schreitet voran und Verteilungs-, Umwelt- sowie Klimakonflikte spitzen sich zu.

Diesen Widerspruch muss der für Eine-Welt-Politik zuständige NRW-Minister Stephan Holthoff-Pförtner auflösen. Er kann nicht auf der einen Seite wie an diesem Freitag bei seiner „Kleinen Regierungserklärung“ im zuständigen Ausschuss Kommunen in die globale Pflicht nehmen und gleichzeitig die Streichung von Sozial-, Umwelt- und Menschenrechtsstandards bei der öffentlichen Beschaffung im Kabinett mittragen. Wir GRÜNE werden ihn ganz konkret an seiner Haltung im Gesetzgebungsverfahren zum Tariftreue- und Vergabegesetz messen.

45.000 Menschen lehnen Pläne von CDU und FDP ab

In unserer Petition „Stoppt Sozial- und Umweltdumping mit Steuergeldern in NRW“ setzen wir uns für die Beibehaltung von sozialen und ökologischen Standards im Tariftreue- und Vergabegesetz ein. Über 45.000 Menschen haben sich bisher daran beteiligt. Das ist ein starkes Signal, das auch Ministerpräsident Armin Laschet und Minister Holthoff-Pförtner nicht ignorieren können!

Wir bitten Euch und Sie darum, unsere Petition per Unterschrift zu unterstützen und weitere Interessierte auf unser Anliegen aufmerksam zu machen. Gemeinsam werden wir alles dafür tun, dass die Landesregierung Interessen einzelner Wirtschaftsakteur*innen nicht weiter über Menschen- und Arbeitnehmerrechte, über Klima- und Umweltschutz sowie die Zukunft von Kindern und Jugendlichen im globalen Süden stellt.