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Neuen Wohnraum schaffen – Discounter aufstocken

Die Aufstockung von eingeschossigen Discountern, Büro- oder Gewerbeimmobilien birgt ein großes Potenzial für neuen Wohnraum. Die Landesregierung muss dazu die Rahmenbedingungen schaffen – wir fordern einen Städtebau-Gipfel.

Die Mieten und Immobilienpreise, gerade in den großen Ballungszentren, sind in den vergangenen zehn Jahren förmlich explodiert. Erst kürzlich kam eine aktuelle Studie der Humboldt-Universität und der Hans-Böckler-Stiftung zu dem Ergebnis, dass von den zehn deutschen Städten, in denen durchschnittlich der höchste Anteil des Haushaltseinkommens für die Miete aufgewendet werden muss, sieben in NRW liegen. Diese Probleme werden sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen, da derzeit landesweit jährlich 10.000 Wohnungen aus der Mietpreisbindung fallen.

Um der Wohnungsnot entgegenzuwirken, muss zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden. Da freie Flächen vielerorts rar sind und weiterer Flächenverbrauch auch zu zusätzlichen Problemen führt – beispielsweise beim Schutz der Artenvielfalt und unserer Böden und Gewässer –  sollten flächenschonende Möglichkeiten generiert werden. Dazu zählt die Nachverdichtung. Hierbei bieten sich z.B. eingeschossige Gewerbeimmobilien, allen voran Discounter an, d.h. diese werden aufgestockt bzw. von Beginn an mehrgeschossig geplant.

Laut einer Studie der TU Darmstadt und des Eduard-Pestel-Instituts könnten alleine durch Aufstockung der Märkte der 20 größten Supermarkt-Ketten deutschlandweit rund 400.000 Wohnungen entstehen. Auch NRW sollte dieses enorme Potenzial bestmöglich nutzen. Deswegen fordern wir mit unserem Antrag die Landesregierung dazu auf, zeitnah mit allen maßgeblichen Akteuren einen Städtebau-Gipfel abzuhalten. Dabei soll ein gemeinsamer Katalog über die notwendigen zu schaffenden rechts- und förderpolitischen Rahmenbedingungen erarbeitet werden.

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