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Rüße: Neues Jagdgesetz verbessert Ökologie und Tierschutz

Zum heute vom Kabinett verabschiedeten Referentenentwurf für ein neues Jagdgesetz erklärt Norwich Rüße, naturschutzpolitischer Sprecher der GRÜNEN Fraktion im Landtag NRW:

„Das neue Gesetz bedeutet vor allem für den Tierschutz einen großen Fortschritt. Füchse und Dachse dürfen nicht mehr gejagt werden, indem Hunde in den Bau, das Zuhause der Tiere, geschickt werden. Das hat oft zu Quälerei geführt, weil sich die Tiere ineinander verbissen haben. Auch bei der Ausbildung der Jagdhunde steht der Tierschutz künftig stärker im Vordergrund. Bisher ist es üblich, Enten die Flügel zusammenzubinden, um sie dann von Hunden jagen zu lassen. Diese Praxis wird untersagt. Außerdem dürfen die so genannten Totschlagfallen nicht mehr benutzt werden, weil sie die Tiere oft nicht sofort töten, sondern nur schwer verletzen. Ein weiterer wichtiger Erfolg ist der Schutz von Katzen und Hunden. Jedes Jahr werden in Nordrhein-Westfalen 10.000 Katzen von Jägern abgeschossen, weil sie sich zu weit vom Haus entfernt haben. Katzen bedeuten jedoch nachweislich keine Gefahr für den Bestand der jagbaren Wildtiere. Deshalb wird das Abschießen von Katzen nun per Gesetz untersagt. Katzen gehören nicht ins Visier von Jägern. 

Neben dem Tierschutz fördert das neue Gesetz die Ökologie, besonders den Schutz der Wälder. Das Ziel ist ein neues Wildtier-Management. Dabei geht es in manchen Gegenden nicht um weniger Jagd, sondern um mehr. Wenn der Verbiss an Bäumen zu hoch ist, müssen Populationen entsprechend verringert werden. Deshalb wird es eine Ausdehnung der Jagdzeit für Rehböcke geben. Auf der anderen Seite müssen Biotope besser erhalten werden und Tiere, die vom Aussterben bedroht sind, geschützt werden. Im neuen Gesetz ist deshalb klar geregelt, dass Tiere, die auf der Roten Liste stehen, nicht mehr gejagt werden dürfen. Die Gesetzesnovelle stellt damit einen sehr guten Kompromiss zwischen den Anforderungen der Jagd, der Ökologie und des Tierschutzes dar. Das Jagdrecht, das zurzeit in den meisten anderen Bundesländern ebenfalls überarbeitet wird, wird damit an veränderte Bedingungen und die gesellschaftliche Erwartung angepasst.“<u5:p></u5:p>

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