Blog, Netzpolitik, Bolte

Matthi Bolte sagt:

Gelungene Aufklärung über Computer-Spiele

Computerspiele sind heute längst Teil der Kinder- und Jugendkultur. Bereits in unserem Wahlprogramm zur Landtagswahl 2010 haben wir sie als gesamtgesellschaftliches Kulturgut im digitalen Zeitalter verstanden. Tausende Menschen in NRW begeistern sich für Computerspiele. Eltern, LehrerInnen und auch viele PolitikerInnen können diese Faszination der jüngeren Generation allerdings oft nicht nachvollziehen. Daraus ergeben sich scheinbar unüberwindbare Missverständnisse und dies führt zu den immer wiederkehrenden Verbotsdebatten. 

Um diese Kluft zu überwinden und mehr Verständnis für diesen Kulturbereich zu wecken, haben wir für den 2. Oktober zur ersten Landtags-LAN eingeladen, also einer offenen Computerspielveranstaltung. Zahlreiche Interessierte, darunter mehrere Abgeordnete der Grünen, sowie KollegInnen der SPD- und der Piratenfraktion nahmen teil und konnten Einblicke in die faszinierende Welt der Computerspiele gewinnen, die für viele neu waren.

Dabei hatte die Landtags-LAN einerseits einen eher theoretischen,  medienpädagogischen Teil, der in die Spielewelt einführte. Nach einer intensiven Diskussion mit den SpielerInnen kam auch der „Praxistest“, also die Anwendung nicht zu kurz, als sich die TeilnehmerInnen an die Laptops und Spielkonsolen setzten. Ausprobiert werden konnte die Rennsimulation „TrackMania Nations Forever“, aber auch das in der politischen Debatte immer wieder umstrittene „Counter Strike“ sowie mehrere Konsolenspiele. 

ExpertInnen aus allen Bereichen diskutierten mit: Medienpädagogen der Bundeszentrale für politische Bildung und professionelle SpielerInnen des Vereins n!faculty aus Köln, ExpertInnen vom ComputerProjekt Köln, der Turtle Entertainment GmbH und das Institut Spielraum (Veranstalter der Eltern-LAN-Reihe (www.eltern-lan.info). So konnte das Thema von allen Seiten betrachtet werden.Die TeilnehmerInnen konnten sich dabei selbst ein Bild von der digitalen Spielewelt machen – und zwar in Theorie und Praxis. das hat auch die politische Debatte vorangebracht. 

Auch die schwierigen Fragen im Umgang mit Computerspielen wurden nicht unter den Tisch gekehrt. Exzessives Spielverhalten und Spielsucht, soziale Vereinzelung und Schutz- und Hilfemaßnahmen gehörten deshalb ebenfalls zum Themenspektrum der Diskussion. Auch diese Felder finden Eingang in unsere politische Arbeit: Im Koalitionsvertrag ist die verstärkte Medienbildung und die Förderung von Medienkompetenz mit dem Ziel eines selbstbestimmten Umgangs mit digitalen Medien als wichtiges Ziel verankert, dessen sich eine ressortübergreifende Steuergruppe annimmt. 

Schon im Grünen Wahlprogramm zur Landtagswahl 2010 haben wir uns klar zu Computerspielen als Kulturgut bekannt. Einseitige Debatten über das Verbot sogenannter „Killerspiele“ wollen wir überwinden. Eine offene Herangehensweise an solche Spiele, wie wir sie bei der Landtags-LAN praktiziert haben, trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen. Die pauschalen und unsachgemäßen Attacken, gerade aus den Reihen von CDU und CSU gegen SpielerInnen verschärfen eher die Ressentiments gegenüber dem Kulturgut der Computerspiele und drohen, gesellschaftliche Gräben zu vergrößern. 

Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass auch bei Computerspielen über die gesellschaftlichen Chancen debattiert wird. Hierzu gehört beispielsweise der verstärkte Einsatz von Spielen im Bildungsbereich, wo es bereits interessante Projekte gibt. Genauso aber sollten wir nicht vergessen, dass die Computerspielbranche ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden ist. Diese Branche hat gerade in NRW einen Schwerpunkt, namenhafte Hersteller haben hier ihren Hauptsitz. 

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