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Fraktion vor Ort

Wohnraum schaffen: nachhaltig und hochwertig

Von knappem Wohnraum bis zur Sanierung ganzer Quartiere: Die Wohnungswirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Die Abgeordneten der GRÜNEN Fraktion im Landtag NRW haben Wohnungsunternehmen in ganz NRW besucht, um einen direkten Einblick in die Entwicklungen der Branche zu bekommen und sich mit Unternehmerinnen und Unternehmern über Chancen, Risiken und Zukunftsperspektiven auszutauschen.

Gerade in den Ballungszentren NRWs wird immer mehr bezahlbarer Wohnraum gebraucht, in anderen Landesteilen stehen viele Wohnungen leer. In der Stadt wie im ländlichen Raum werden einzelne Objekte oder ganze Quartiere saniert. Andernorts werden Wohnungsbestände umgebaut, um sie zukünftig anders nutzen zu können.
Die rot-grüne Landesregierung unterstützt die Immobilien- und Wohnungswirtschaft dabei bezahlbaren und hochwertigen Wohnraum dort zu schaffen, wo die Menschen ihn brauchen. Hierzu hat das Land sein Wohnraumförderprogramm im Jahr 2016 von 800 Millionen auf 1,1 Milliarden Euro aufgestockt.

Uns Grünen ist beim Wohnungsbau wichtig, dass wir die Fehler der letzten Jahrzehnte nicht wiederholen. Wir wollen nachhaltigen und hochwertigen Wohnraum schaffen und diesen ins Stadtbild integrieren.

Arndt Klocke hat sich das „Nachbarschaftshaus“ der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft „DIE EHRENFELDER“ in Köln angeschaut. Die Wohnungsgenossenschaft bietet bereits eine Vielzahl an Wohnungen in Köln an. Bis zum Jahr 2021 sollen 48 neue Häuser, mit ungefähr 420 Wohneinheiten, fertiggestellt sein – hier sollen Familien preiswert, qualitativ hochwertig und energetisch wohnen können.

"Besonders beeindruckt bei meinem Besuch hat mich das Nachbarschaftshaus mit seiner einladenden Räumlichkeit und seinem innovativen Konzept der unterschiedlichsten Kursangebote für Mitglieder und Bewohner. Gerade so ein lebendiger Treffpunkt fördert das soziale Miteinander unter den Bewohnern im Viertel.“

Mehrdad Mostofizadeh hat die Klimaschutzsiedlung auf der Dilldorfer Höhe in Essen besichtigt, welche die Allbau AG dort realisiert hat. Im Gespräch mit Geschäftsführer Dirk Miklikowski haben sie sich über die Grundzüge der Wohnungsbauförderung in Nordrhein-Westfalen ausgetauscht und festgestellt, dass es gelungen ist, mit der Neujustierung der Förderlandschaft mehr bezahlbaren Wohnraum in NRW zu schaffen. Gerade auch in Essen und auch gerade mit Hilfe der Allbau.

„Die Klimaschutzsiedlung auf der Dilldorfer Höhe ist ein Musterbeispiel dafür, wie modernes Bauen und Wohnen aussehen kann. Die CO2 Emissionen liegen weit unter den gesetzlichen Vorgaben. Neben energetischen wurden auch soziale Aspekte berücksichtig. So sind die Wohnungen barrierefrei zugänglich. Ich würde mir wünschen, dass solche Bauprojekte, die sich durch besondere Nachhaltigkeit und vorausschauendes Planen auszeichnen, immer mehr Schule machen.“

Monika Düker und Stefan Engstfeld haben gemeinsam das Projekt „Zeilen“ der Wohnungsgenossenschaft WOGEDO in Düsseldorf-Gerresheim besucht und zeigten sich beeindruckt:

„Das Neubauprojekt ist ein gutes Beispiel für moderne Wohnungswirtschaft. Die WOGEDO stellt hier aktuell ein Neubauprojekt mit insgesamt 80 öffentlich geförderten und freifinanzierten Wohnungen fertig, die sich durch zeitgemäße Grundrisse, günstige Mieten und einen modernen Ausstattungsstandard auszeichnen. 68 Wohnungen vermietet die WOGEDO selbst, 12 Wohnungen sind speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen mit Betreuungs- oder Pflegegebedarf zugeschnitten und werden von der AWO VITA gGmbH vermietet. Darüber hinaus entstehen in den Wohnhäusern zwei Wohngruppen für Menschen mit Demenzerkrankung.“

Herbert Goldmann hat sich das Wohnprojekt in der Dahlienstraße der Kreis-Bau- u. Siedlungsgesellschaft mbH in Unna angeschaut. Hier steht „Betreutes Wohnen“ im Mittelpunkt.

Besonders erfreut hat mich die hohe Qualität zu bezahlbaren Preisen, was auch noch dazu in der Dahlienstraße mit dem Qualitätssiegel Betreutes Wohnen NRW ausgezeichnet wurde. Rund um ein sehr gelungenes Konzept, welches sicherlich in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird."

Oliver Keymis besuchte mit Thomas Siegert, Geschäftsführer der Wohnstätte Krefeld, ausgewählte Projekte in Krefeld-Gartenstadt. Das Wohnungsunternehmen hat über 8700 Wohnungen in Krefeld.

„Besonders beeindruckt hat mich hier in Krefeld die intelligente und erfolgreiche Verknüpfung der Anforderungen des sozialen Wohnungsbaus nach Altersgerechtheit und Barrierefreiheit mit den Erfordernissen der energetischen Bausanierung z.B. in Sachen Fernwärmebeheizung und unterirdischer Müllentsorgung.“

Matthi Bolte war bei der Baugenossenschaft Freie Scholle in Bielefeld zu Gast. Die Scholle wurde 1911 aus der Arbeiterbewegung gegründet und hat heute gut 5.000 Wohnungen. Bei der Sanierung hin zu "lebensgerechtem Wohnen", also einem Wohnangebot für alle Lebensphasen, liegt derzeit auch der Schwerpunkt der Investitionen der Freien Scholle. Aktuell sind bereits 20 Prozent des Wohnungsbestands barrierefrei.

„Gerade für mich als Netzpolitischen Sprecher unserer Fraktion war es auch interessant zu erfahren, dass die Freie Scholle eine eigene Tochtergesellschaft hat, die gemeinsam mit Kooperationspartnern die Mitglieder der Genossenschaft mit Telefon, Fernsehen und Internet versorgt - ganz unabhängig von den großen Anbietern.“

Karin Schmitt-Promny hat die gewogen AG in Aachen besucht. Dabei hat sie sich mit den Vorstandsmitgliedern Thomas Hübner und Ulrich Warner ausgetauscht. Die gewogen AG bewirtschaftet zurzeit circa 8000 Wohnungen, darunter 5500 eigene und 2500 Wohnungen der Stadt Aachen. Damit zählt sie zu den größten Wohnungsunternehmen in der Region.

„Vorbildlich finde ich den Ansatz der gewoge AG nicht nur sozialen Wohnungsbau in den sozial schwächeren Quartieren zu betreiben, sondern sich auch für ein Miteinander verschiedener gesellschaftlicher Gruppen einzusetzen. Als Beispiel kann hier das geplante Wohnprojekt für Flüchtlinge in Burtscheid/Kalverbenden genannt werden.“

Wibke Brems war zu Gast bei der Bau- und Siedlungsgenossenschaft für den Kreis Herford eG (B&S).

„Die B&S zeigt großes Engagement, setzt sich ein für Inklusion, achtet auf durchmischte Mieterstrukturen und darauf, dass mehrere Generationen unter einem Dach leben. So finden sich Wohngruppen von der AWO, Bethel und der Diakonie in den Objekten der B&S, die aber auch Sportvereine, Jugendarbeit und kulturelle Angebote unterstützt: Einmalig in ganz OWL ist übrigens die Mieter-Photovoltaikanlage in Bünde, die vollständig und auf genossenschaftlicher Basis im Besitz der dortigen Bewohner*innen ist.“

Norwich Rüße besuchte die Wohnungsgenossenschaft WGEMS in Emsdetten. Die Vorstandsmitglieder Jutta Brinkmann und Ludger Kortemeyer-Lanvers berichteten über die Herausforderungen, die zu meistern sind, um auch weiterhin "Soziales Wohnen" zu erschwinglichen Mieten zu ermöglichen.

„Mit meinem Besuch wollte ich meine Wertschätzung für das Engagement der WGEMS ausdrücken, denn sie leisten viel für den Wohnungsmarkt und für die Menschen.“

Josefine Paul hat die Kita Südhafen in Münster besucht, die 2013 die profanierte und umgebaute ehemalige St. Sebastian-Kirche bezogen hat. In der einstigen Kirche finden nun 95 Kinder in fünf Gruppen Platz auf zwei Etagen.

"Besonders beeindruckend ist der einzigartige Indoor-Spielplatz, der unter dem ehemaligen Kirchendach entstanden ist. Die Kita Südhafen ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein altes Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt werden und dabei ihren ursprünglichen Charakter als Anker im Quartier erhalten kann. Rund um die ehemalige Kirche entstand ein Projekt des Mehrgenerationenwohnens und ein Quartiersstützpunkt."

Rolf Beu hat sich mit Vertretern der Vereinigten Bonner Wohnungsbau AG (VEBOWAG) ausgetauscht. Dabei wurde er unter anderem über das neueste Wohnprojekt an der Villemombler Straße in Bonn-Lengsdorf informiert. Dort auf dem ehemaligen BLB-Standort des Rheinischen Straßenbauamtes wird eine Vielzahl an Wohneinheiten im geförderten Wohnungsbau entstehen - von Pflegewohnplätzen bis zu Mieteigenheimen für Großfamilien.

„Gerade auch in Bonn gibt es einen erheblichen Bedarf nach bezahlbarem und qualitätsvollem Wohnraum. Gefreut hat mich, dass die VEBOWAG zufrieden mit dem Wohnraumförderprogramm des Landes ist. Es wurde aber auch betont, dass das Programm nicht verändert oder abgeschafft werden dürfe, wenn das Land beispielweise die gesetzliche Schuldenbremse einhalten muss. Die VEBOWAG wünscht sich eine Verstetigung des Förderprogramms und der Strukturen, das unterstütze ich. Als nicht kundengerecht wurden die Vorgaben der Energieeinsparverordnung bewertet."

Jutta Velte war beim Gemeinnützigen Bauverein Wermelskirchen eG zu Gast und hat mit Vertreter*innen des Bauvereins einen Rundgang durch eine Siedlung gemacht.

„Das Nachbarschaftskonzept in der Wielstraße hat mich sehr überzeugt. Ein gestalteter Innenhof lädt im Sommer zum Grillen oder einfach nur zur Begegnung ein und die barrierearmen Wohnungen machen die Genossenschaft für ältere Menschen und junge Familien zu einem attraktiven Vermieter.“

Arif Ünal hat sich zusammen mit Jutta Velte das Mehrgenerationenhaus „Neuer Lindenhof“ der GEWAG Wohnungsaktiengesellschaft in Remscheid-Honsberg angeschaut.

„Der Neue Lindenhof ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie man im Quartier auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren kann. Die Quartiersentwicklung im interkulturellen und interreligiösen Dialog - ganz besonders in Honsberg - voranzutreiben und zu unterstützen ist für den gesellschaftlichen Zusammenhalt von großer Bedeutung. Die GEWAG spielt hierbei eine sehr wichtige Rolle.“


Gudrun Zentis besuchte das Projekt Pestalozzistraße des gemeinnützigen Dürener Bauverein AG. 88 Wohnungen aus den 60er Jahren werden und wurden grundlegend modernisiert:

„Es hat mich gefreut, dass alle renovierten Wohnungen barrierefrei sind. Mit Landesmitteln zur energetischen Sanierung wurden die Wohnungen modernisiert und wärmegedämmt, so dass die Mietnebenkosten für die Mieter geringer wurden.“

 

 

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