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Braunkohle-Blog

Unterwegs im rheinischen Revier – Unsere INFO-Tour 2013

Im Rheinischen Braunkohlerevier werden in jedem Jahr rund 100 Millionen Tonnen Braunkohle abgebaut. Die Auswirkungen auf Mensch und Natur sind immens. Ganze Dörfer werden abgebaggert und an anderer Stelle neu aufgebaut, das Grundwasser in der Region muss dauerhaft abgepumpt werden und bringt die Natur in den betroffenen Landstrichen aus dem Gleichgewicht.

Hier die weiteren Termine der Tagebautour

Die Belastungen im Umfeld sind erheblich, unter anderem durch Feinstaub und Lärm. Und noch kann niemand vorhersehen, welche Folgen dieser Eingriff für die nachfolgenden Generationen haben wird, für die Böden, das Wasser und wie überhaupt die wahrscheinliche Umwandlung der riesigen Krater in Seen funktioniert, ohne dass neue Risiken entstehen. Mit allen diesen Fragen wollen wir uns intensiv vor Ort beschäftigen. Die Info-Tour soll ein möglichst umfassendes Bild vermitteln, auf welche Weise der Tagebau Leben und Natur im näheren und weiteren Umfeld beeinflusst. Ergebnisse und Informationen werden zeitnah in diesem Blog veröffentlicht. Los geht’s

28. Mai 2014

Ein Feuchtgebiet, das am Tropf hängt

Foto Bergbautour Gudrun Zentis

Der Dschungel beginnt kurz hinter Viersen. Dichter Farnwuchs, Mangrovenartige Bäume, umherschwirrende Insekten – all das erwartet den Besucher im Naturpark Schwalm-Nette. Das Feuchtgebiet ist ein wahres Kleinod an der deutsch-niederländischen Grenze. Die Zivilisation, so scheint es, ist hier relativ weit weg. Doch die Idylle ist nur Fassade.

Gemeinsam mit Rainer Röder, dem Verantwortlichen des Kreises Viersen für den Naturpark und Ansprechpartner für das Monitoring Garzweiler II, und unserer Abgeordneten Gudrun Zentis begeben wir uns auf eine ausgedehnte Exkursion durch das Schwalm-Nette-Tal. Hoch oben auf einem der zahlreichen Aussichtspunkte erfahren wir erstaunliches: Das etwa 435 Quadratmeter große Naherholungsgebiet hängt am Tropf des vom gut 40 Kilometer entfernten Braunkohletagebau Garzweiler. Um die Braunkohle abzubaggern, muss das Grundwasser abgesenkt werden.

Gudrun Zentis: „Was wir hier im Naturpark Schwalm-Nette erleben, führt uns deutlich vor Augen, was es mit dem Begriff ‚Ewigkeitskosten‘ auf sich hat. Die massiven Auswirkungen der Grundwasserabsenkung durch den Tagebau werden noch viele Jahrzehnte und unter dem Einsatz hoher Kosten spürbar sein. Das gilt auch noch dann, wenn der Tagebau längst beendet ist und der Restsee mit Wasser aus dem Rhein vollgepumpt wird.“

Der Wasserentzug durch den Tagebau hinterlässt großräumig Spuren. Zum einen durch sichtbare Schäden an Straßen und Gebäuden, zum anderen durch weniger sichtbare. Während die meisten Wald- und Ackerflächen für Nichtfachleute durch diese Grundwasserabsenkung nicht wahrnehmbar beeinträchtigt werden, sind Feuchtgebiete im besonderen Maße betroffen. Sie sind stark grundwasserabhängig und sind nur mit Wasser, das in der Tiefe zugeführt wird, zu erhalten. Ohne entsprechende Gegenmaßnahmen fallen sie trocken. Die RWE Power AG als Betreiberin des Tagebaus hat sich deshalb verpflichtet, den Wasserhaushalt der sensiblen Naturstandorte durch Rückführung von Grundwasser zu stabilisieren. Dies geschieht über mehr als 250 Versickerungseinrichtungen.

Im Wald, auf Feldern, an Straßen – wer genau hinschaut, kann die oberirdischen  Versickerungssysteme sehen. Zumeist befinden sich die Anlagen anderthalb bis zwei Kilometer außerhalb der Feuchtgebiete. Die Anlagen durchstoßen die Deckschicht des Bodens und leiten Wasser in den darunter liegenden kiesigen Untergrund. Dort fließt das Wasser mit dem natürlichen Gefälle den Feuchtgebieten zu.

Der Besuch im Naturpark Schwalm-Nette hat uns eindrucksvoll vor Augen geführt, dass es nicht nur die sichtbaren Auswirkungen des Tagebaues sind, die uns noch zahlreiche Generationen beschäftigen werden.

13.11.2013

Buchvorstellung von Hubert Perschke „Mein Manheim – Ein Erinnerungsalbum“

Bald wird der Ort Manheim wegen des Braunkohleabbaus verschwunden sein. Eine 1.200jährige Geschichte geht damit zu Ende. An anderer Stelle entsteht der Kerpener Stadtteil Manheim-neu mit modernen Häusern und einer zeitgemäßen Bebauung. Aber der neue Ort erinnert nur in Details an die alte Heimat. Zurückgelassen werden über Generationen gewachsene Strukturen, Gewohnheiten, Dorfbilder, nachbarschaftliche und dörfliche Beziehungen und Erinnerungen.

Einige ehemalige Manheimer waren jetzt nach Düren gekommen, um sich die Bilder anzuschauen, mit denen der Fotograf Hubert Perschke einzufangen versuchte, was im ehemaligen Manheim zurückgelassen werden musste.

„Die Kapelle ist schon einmal umgezogen und jetzt zieht sie ein weiteres Mal um“, so ein Besucher der Buchvorstellung. „In Manheim-neu wird es keine Kirche geben, die Fenster kommen wohl in ein neues Gemeindezentrum“ so eine andere Besucherin. „Manheim wird nicht abgerissen, sondern zurückgebaut wie es bei RWE Power so schön heißt und Landwirtschaft und Gewerbe wird es wohl auch nicht mehr geben.“  „Es gilt die Gedanken an das Dorf und seine Bewohner im Herzen und im Kopf wach zu halten“, so der Autor und Herausgeber Hubert Perschke. Die Bilder zeigten auch, wie sich das Dorf über die Jahre verändert hat. Nur noch wenige Höfe sind bewirtschaftet.

Zur Einstimmung auf das Thema wählte Perschke Bilder aus der Hambacher Waldbesetzung aus. Auch Antje Grothus, Sprecherin vom Verein „Bürger für Buir“ stand Perschke unterstützend zur Seite um die Waldbesetzung aus deren Sicht darzustellen.Im Anschluss wurde noch mit unserer Abgeordneten Gudrun Zentis diskutiert bzw. Fragen rund um den Tagebau beantwortet. Dass die Tagebauseen mit Wasser aus dem Rhein bzw. Wasser aus der Rur befüllt werden, war zum Beispiel für einige Teilnehmer neu. Auch die Frage der Standsicherheit wurde aufgeworfen.

Einen Verkauf über den Buchhandel wird es nicht geben, der Bildband lässt aber über den Herausgeber für 19,90 Euro beziehen:

Hubert Perschke, Zum Schlicksacker 20A, 50170 Kerpen-Buir oder unter hperschke@t-online.de

13. Juli 2013

Fahrradtour um den Inde'schen Ozean?

Um die verschiedenen Dimensionen des geplanten „Inde´schen Ozean“ in Teilen des Kreises Düren und der Städteregion Aachen erlebbar zu machen, hatte unsere Abgeordnete Gudrun Zentis zu einer etwa 30 Kilometer langen Fahrradtour eingeladen. Rund 30 FahrradfahrerInnen waren der Einladung gefolgt

Wie lebt es sich am Rande des Tagebaus?

Den interessierten Teilnehmern berichtete Karl-Josef Wergen aus Schophoven wie es ist, am Rande des Tagebaus, mit der Geräuschkulisse und dem Feinstaub zu leben: „Eine Geräuschkulisse ist natürlich hier gegeben, besonders wenn der Abraumbagger so nahe am Dorf steht, tagsüber weniger dafür besonders nachts. Da der Abraumbagger mittlerweile tiefer gräbt und sich dem Ortskern entfernt sind die Geräusche etwas weniger geworden, hängt aber auch davon ab, ob der Westwind vorhanden ist. Gravierender ist die Staubbelastung. Fensterputzen hat schon fast keinen Sinn mehr und will man Wäsche aufhängen, sollte man auf die Windrichtung achten. Den Feinstaub kann man ja nicht sehen und riechen, aber gefährdet sind wir schon. Man habe sich irgendwie mit dem Tagebau arrangiert und hoffe für Schophoven, dass sich die Zukunftspläne wie die Seelandschaft realisieren lasse und dass es nicht zu einem Desaster wie Hangabrutschungen oder schlechter Wasserqualität wie an anderen Tagebauseen komme: „Auch nach Ende des Tagebaus plädieren wir dafür, dass sich RWE/Power nicht aus der Verantwortung herauszieht, sondern auch Finanzmittel für etwaige Spätfolgen und Ewigkeitsschäden auch nach Jahrzehnten den Tagebauanrainern zur Verfügung stellt.“

Pier wirkt wie eine Geisterstadt

Betroffen machte der Besuch im Geisterort Pier. Die wenigen Häuser, die noch stehen, sind unbewohnt und mit Brettern vernagelt. „Alles muss aufgegeben werden, die Leute haben ihre Heimat für immer verloren und das alles für die Braunkohle. Das geht unter die Haut“, so ein Teilnehmer. „Die Braunkohlekraftwerke stellen die schädlichste Form der Energieerzeugung dar, mit dem niedrigsten Wirkungsgrad. Sie haben einen dreimal höheren CO2 Ausstoß wie ein modernes Gaskraftwerk. Darüber hinaus setzen sie große Mengen Schadstoffe, wie Schmermetalle, Feinstäube, Stickoxide und gefährliche Chlorverbindungen frei. Die Probleme im Hinblick auf eine großflächige Zerstörung von Natur und Landschaft sind hinreichend bekannt. Warum die Energieerzeugung aus Braunkohle die zur Zeit gewinnbringendere Alternative zu modernen Gaskraftwerken darstellt, um die Grundsicherung der Energieversorgung zu sichern, darum müsste sich eine Kanzlerin kümmern“, so Gudrun Zentis.

Auch in Pier regte sich gegen die Umsiedlung teilweise Widerstand. Dennoch wird sie vom Tagebau-Betreiber RWE-Power als unausweichlich angesehen, da der Kohlegewinn aus dem Tagebau rechtlich dem Wohl der Allgemeinheit diene und dem Bergrecht unterliegt.

Die meisten Pierer leben heute in Schophoven oder im neuen Pier bei Langerwehe – und fühlen sich heimatlos.

Feinstaubaktion am Indemann

Am kleinen Indemann, am Aussichtspunkt Lamersdorf, wurde der Blick auf den ca. 200 m tiefen Erdkrater mit den verschiedensten Erdschichten sichtbar. Hier begrüßten unser Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer und unsere Kommunalpolitikerin Hella Rehfisch die Gäste. Mit den Teilnehmern wurde eine Luftballonaktion gestartet, um auf die Feinstaubproblematik durch den Abbau und die Verstromung der Braunkohle aufmerksam zu machen.

Gedächtniskapelle Kirchspiel Lohn

Vorbei am Kohlekraftwerk Weisweiler unter den Kohlelaufbändern ging es zur Kapelle aus Lohn. Diese “Gedächtniskapelle Kirchspiel Lohn” wurde in den Jahren 2002 und 2003 zur Erinnerung an die fünf abgebaggerten Dörfer mit ihren beiden Kirchen St. Silvester in Lohn und St. Josef in Fronhoven erbaut. Die Kapelle steht auf rekultivierter Fläche, genau an der Stelle, wo einst die Kirche von Lohn, der “Dom des Jülicher Landes”, gestanden hat. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Aussichtspunkt des Tagebaus Inden oberhalb des neuen Bettes der tagebaubedingt umgeleiteten Inde. Die Eschweiler Grünen überreichten dort der Landtagsabgeordneten einen Brief indem es um Umweltprobleme am Blausteinsee geht, mit der Bitte diesen an Landesumweltminister Johannes Remmel zu übergeben. Aktuell ist zu bemängeln, dass entgegen den Festsetzungen des Planfeststellungsverfahrens für den Blausteinsees eine erforderliche Bojenkette um den Freizeitbereich vom Naturschutzbereich zu trennen, nicht umgesetzt wird. Die Verantwortlichen versuchen, sich vor den Kosten einer Kette zu drücken und möchten einer Änderung der genehmigten Planfeststellung herbeiführen. Dagegen wehren sich die Grünen aus Eschweiler und erhalten Unterstützung von unserer Landtagsabgeordneten Gudrun Zentis.

An der neuen Inde entlang ging es nach Jülich zum Ausgangspunkt zurück, vorbei an der Grenze zu Aldenhoven. Hier ist eine Zuwegung zum Hunde- und Badestrand geplant, der im Rahmen der Wiedernutzbarmachung des Gebietes nach Abschluss des Tagebaus nach 2050 errichtet werden soll.

Im Kulturbahnhof gab es dann anschließend noch Gelegenheit über die Braunkohleproblematik mit der Landtagsabgeordneten bis spät in die Nacht zu diskutieren.

Wissenswertes:

Der Tagebau Inden wurde bereits 1953 zur Kohleversorgung nur des Kraftwerks Weisweiler aufgeschlossen. Er wird voraussichtlich 2035 ausgekohlt sein. Anschließend ist vom Bergbautreibenden RWE die Verfüllung mit Wasser aus der Rur geplant. Den künftigen Inde`schen Ozean wird die Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr erleben.

Insgesamt fielen dem deutschen Braunkohlenbergbau damit seit Beginn des 20. Jahrhunderts 312 Siedlungen zum Opfer, 109.950 Einwohner wurden umgesiedelt.

(Quelle : www.devastiert.de)

Mittwoch, 26. Juni 2013: 

Korschenbroich und das Grundwasser

„Ich kann mich noch gut an meine Kindheit erinnern“, erzählt der 63jährige Wolfgang Houben, „da sind wir im Winter auf den Feldern Schlittschuh gelaufen, so hoch stand das Grundwasser.“ Diese kleine Anekdote beschreibt in wenigen Worten, wo das Problem in Korschenbroich zu suchen ist: mehrere Meter unter der Oberfläche. Seit März 1999 bestimmt die Grundwasser-Problematik den Alltag vieler Menschen im Stadtgebiet. Sorgen, Ängste und Existenznöte wechseln sich je nach Jahreszeit und Grundwasserstand ab. Gemeinsam mit unseren Abgeordneten Gudrun Zentis und Hans Christian Markert waren wir in der vergangenen Woche vor Ort, um uns bei mehreren Besichtigungen ein eigenes Bild zu zeichnen.

Die Exkursion begann mit einem Besuch bei Familie Schmier in Kleinenbroich, einem Korschenbroicher Stadtteil. Nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub im Frühjahr 1999 stand im Keller des Einfamilienhauses knöcheltief das Wasser. Wie viele andere traf der plötzliche Grundwasseranstieg auch die Schmiers völlig unvorbereitet. Nachdem das Wasser abgepumpt und der Dreck beseitigt war, mussten sie sich mit gravierenden baulichen Veränderungen am Haus befassen. Da ein hydraulisches Anheben des Hauses aufgrund der angrenzenden Bebauung nicht in Frage kam, blieb den Schmiers nur noch eine Option, um zukünftig weitere Wasserschäden zu verhindern: Der komplette Keller musste mit einer Betonwanne ausgekleidet werden. Ein zwar wirksames, aber finanziell nicht zu unterschätzendes Projekt. Gut 100.000 Euro investierten die Schmiers, aus eigener Tasche wohlgemerkt.

Das Beispiel der Schmiers ist nur eines unter vielen. Laut einer Studie des Geotechnischen Büros Prof. Dr. Düllmann sollen gut 4500 Gebäude potenziell betroffen sein – das ist ungefähr die Hälfte des Korschenbroicher Immobilienbestands. Bei diesen Dimensionen muss natürlich die Frage der Verantwortlichkeit geklärt werden. In den zahlreichen Gesprächen wird indes schnell deutlich, dass diese nicht ohne weiteres klar beantwortet werden kann. Ein kleiner historischer Exkurs soll hier Abhilfe schaffen:

Das heutige Stadtgebiet Korschenbroichs liegt auf einer Auenlandschaft, die nur entstehen konnte, da das Grundwasser hier schon immer recht hoch stand. Bis in den 50er Jahren hinein war dies noch der Fall – wir erinnern uns an die Eingangsanekdote. U.a. durch den nur wenige Kilometer entfernten Tagebau Garzweiler und die zum Braunkohleabbau notwendigen Sümpfungsmaßnahmen sank der Grundwasserpegel kontinuierlich. Die „trockenen“ Gebiete eigneten sich nun als Bauland und wurden entsprechend in den Bebauungsplänen ausgewiesen.

Nach Lesart der Betroffenen begannen aber nun genau an diesem Punkt die Probleme. Belegt ist, dass die Kommune über die wasserwirtschaftlichen Verhältnisse informiert war. Auch war die Tatsache bekannt, dass das Grundwasser sein natürliches Niveau wieder erreichen wird – aufgrund der natürlichen Entwicklung, aber auch ganz speziell nach Beendigung des Tagebaus Garzweiler. Sollten die Sümpfungsmaßnahmen eingestellt werden, würde der Grundwasserpegel innerhalb weniger Jahrzehnte sein ursprüngliches Niveau wieder erreichen. Heute werfen viele Menschen der Stadt vor, sie über diese Sachlage nicht informiert zu haben. Die Wut, unter falschen Voraussetzungen gebaut zu haben, wird im Gespräch mit den Geschädigten schnell deutlich.

Um dem Problem Herr zu werden, schloss die Stadt Korschenbroich 2010 einen auf zehn Jahre angesetzten Vertrag mit dem Erftverband ab. Mit drei Vertretern des Verbands, der u.a. die wasserwirtschaftlichen Verhältnisse im Zusammenhang mit dem Braunkohlenabbau beobachtet und erforscht, haben wir uns getroffen und erklären lassen, wie die Lage in den Griff zu bekommen ist. Mit Hilfe von sieben Brunnenanlagen in Korschenbroich sowie einem Schwimmponton auf dem Baggersee Myllendonk versucht der Verband die oftmals witterungsbeding hohen Pegelstände auszugleichen. Die Finanzierung der Brunnen, die insgesamt gut 1,8 Millionen Euro gekostet haben, übernahm zu 10 Prozent der Rhein-Kreis-Neuss und zu 20 Prozent die Stadt Korschenbroich. Die restlichen 70 Prozent wurden von den Einwohnerinnen und Einwohnern übernommen. Da es in den letzten zwei Jahren kaum starke und lang andauernde Niederschläge gegeben hat, ist die Erfahrungsgrundlage gering. Dennoch konnten die Brunnen in den bisherigen Einsätzen ihre Tauglichkeit durchaus unter Beweis stellen. Allerdings, und auch das muss erwähnt werden, profitieren von diesen Maßnahmen lediglich 900 Immobilien im Stadtgebiet. Etwas mehr als 3500 Grundstücke werden weiterhin mit dem steigenden Grundwasser zu kämpfen haben.

Freitag, 7. Juni 2013

 

Feinstaub gilt als eines der größten Probleme der Luftreinhaltung. Die unsichtbaren Partikel stellen ein ernstes Gesundheitsrisiko dar. Doch nicht nur in den verkehrsreichen Städten leidet die Bevölkerung unter den gesundheitsschädlichen Partikeln. Vielen Menschen ist auf Anhieb nicht klar, dass auch die Tagebaue im Rheinischen Revier Teil des Problems sind. Der beim Kohleabbau entstehende Feinstaub stellt eine nicht zu unterschätzende gesundheitliche Gefahr dar. Aus diesem Grund wurde zu Beginn des Jahres eine Feinstaub-Mess-Station in Titz-Jackerath, am Rand des Tagebaus Garzweiler, aufgestellt. Das Ergebnis ist schockierend, hörte man doch aus einschlägigen Kreisen, dass die Feinstaubbelastung dort nicht graviernd sei. Die Messstation beweist das Gegenteil. In der Zeit vom 01.01.2013 bis 30.04.2013 sind bereits 21 Überschreitungen des zulässigen Höchstwertes gemessen worden. 35 Überschreitungstage sind laut EU-Richtlinie im Jahr zulässig.

Diskutiert wurde das Thema im Rahmen einer Podiumsdiskussion, an der Dr. Eckehard Koch (NRW-Umweltministerium), Dipl. Ing. Wolfgang Schäfer (Netzwerk Bergbaugeschädigter e.V.) und unsere Abgeordnete Gudrun Zentis teilnahmen. Nach aktuellen Erkenntnissen ist die Belastung in Jackerath durch den Tagebau hoch und Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zwingend erforderlich. Nach jetzigem Stand bedeutet dies, dass ein Luftreinhalteplan für Jackerath wahrscheinlich aufgestellt werden muss. In einem Film zeigte Herr Schäfer auf, wie viel Grobstaub im Lauf der Jahre durch den Tagebau Hambach emittiert wurde. Eine Reduzierung ist mit den Jahren zwar erkennbar, allerdings auf einem sehr hohen Niveau. Wichtig dabei ist: Grobstaub ist nicht so gefährlich. Je kleiner die Partikel, desto gefährlicher. Sie lagern sich in Lungenbläschen ab und führen zu Entzündungen bis hin zu Erkrankungen der Blutgefäße.

Ein weiterer interessanter, aber selten erwähnter Aspekt des Kohleabbaus ist die Freisetzung von Radioaktivität. Normalerweise ruht Radium in der Erde und führt nicht zu Beeinträchtigungen. Beim Kohleabbau wird aber praktisch ein Sarkophag geöffnet, es bildet sich gasförmiges Radon, das dann mit der Luft weiter getragen wird. Zur Verdeutlichung: Die Förderung von einer Tonne Kohle setzt die Bewegung von etwa sechs Tonnen Erdreich voraus. Dadurch werden natürlich auch die im Boden liegenden Radioisotope in großen Mengen bewegt, fangen so an zu reagieren und zu emittieren.

Die alarmierenden Zahlen zeigen, dass Luftreinhaltepläne für eine einzelne Stelle, einen einzelnen Tagebau oder ein einzelnes Kohlekraftwerk nicht zielführend sind. Das gesamte Revier muss betrachtet und ein Maßnahmenplan erarbeitet werden.

Die Grünen im Regionalrat Köln haben dieses erkannt und bereits vor zwei Jahren einen revierweiten Luftreinhalteplan gefordert. Das Umweltministerium begleitet die Umsetzung, mit der noch in diesem Jahr zu rechnen ist.

 

 

Dienstag, 4. Juni 2013

Alt-Kaster – erfolgreich geleisteter Widerstand

Schön, wirklich schön – so lässt sich Alt-Kaster kurz und knapp beschreiben. Ein Kleinod unweit der Großstädte Köln und Düsseldorf. Die pittoreske, mittelalterliche Altstadt lädt zum Verweilen und Schlendern ein, umrahmt von viel Grün und der historischen Stadtmauer. Vor 60 Jahren stand Alt-Kaster noch ein ähnliches Schicksal wie vielen Gemeinden im rheinischen Braunkohlerevier bevor. Das Städtchen sollte dem Tagebau weichen, aber hat sich erfolgreich zur Wehr gesetzt. Deshalb besuchen wir Alt-Kaster als nächste Station unserer Tour.

Bei schönstem Wetter führt uns Josef Vogt vom Altstadtverein durch den Bedburger Stadtteil Alt-Kaster. Die 280 Bewohner sind stolz auf ihr Städtchen und auf die einzigartige Situation ihrer Heimat. Obwohl sie verschont geblieben sind, ist der Braunkohletagebau für die Bewohner allgegenwärtig. Geht man durch das Agatha-Tor aus dem 14. Jahrhundert, sieht man noch einen ausgetrockneten Burggraben. Das war vor dem Tagebau nicht der Fall – da führte er noch Wasser. Aber weil das Grundwasser durch den Braunkohleabbau um 300 Meter abgesenkt wurde, ist die Anlage ausgetrocknet.

Dass die Stadt noch steht, verdankt sie den Begleitumständen und ihrem damaligen Bürgermeister, der denRegierungspräsidenten und Braunkohleausschuss des Landes vom Erhalt seiner Gemeinde überzeugen konnte. Die einstige Abbau-Entscheidung von 1954 wurde im selben Jahr noch rückgängig gemacht und später nie wieder revidiert. Unter anderem, weil Alt-Kaster am Rande des Abbaugebiets lag und sich die vielen kleinen Abbau-Unternehmen erst 1958 zum mächtigen Konzern Rheinbraun zusammenschlossen.

Knapp 100 Millionen Tonnen Kohle befinden sich unter der kleinen Altstadt, was sich erstmal nach einer enormen Mengeanhört. Heute entspricht das der jährlichen Abbaumenge im rheinischen Braunkohlerevier insgesamt. Ein Preis, der angesichts des erhaltenen Kulturguts angemessen erscheint.

Schaut man sich alte Aufnahmen aus der Zeit des Abbaus an, lässt sich erahnen, welchen Belastungen die Bevölkerung damals ausgesetzt war. Die Abbruchkante war so nah an der Stadtgrenze, dass sich teilweise 50 cm dicke Staub- und Kohleschichten auf den Straßen bildeten. Ein andauerndes Knirschen der Kohlebagger und die starke Feinstaubbelastung waren weitere Begleiterscheinungen. Dennoch gab es niemanden, der die Umsiedlung befürwortete.

Heute befindet sich an der ehemaligen Abbruchkante ein Naherholungsgebiet. Es lässt sich nur erahnen, welche Massen hier bewegt wurden. Die Erft wurde komplett umgeleitet, und ist durch das Hubwasser der Tagebaue an dem heutigen Erft-Arm besonders breit. Vor der Stadt, wo sich bis zum Tagebau noch das Erfttal erstreckte, befindet sich nun eine 70 Meter hohe Erhebung. Ein See wurde angelegt und ein Wäldchen angelegt. Das Landschaftsbild hat sich auch dadurch massiv verändert, dass neun Gemeinden im Umkreis umgesiedelt wurden. Dass es Alt-Kaster nicht getroffen hat, ist ein Glücksfall und ist in jedem Fall einen Besuch wert.

Montag, 13. Mai 2013

Garzweiler und die Folgen - Auf der Suche nach dem Grundwasser

Setzt man sich mit den Folgen des Braunkohletagebaus auseinander, wird man zwangsläufig mit gigantischen Dimensionen konfrontiert: Turmhohe Bagger, hundert Meter tiefe und viele Quadratkilometer große Löcher, schier unglaubliche Mengen an Abraum und ökologische Auswirkungen, die einen Angst und Bange werden lassen. Eine ganz spezielle Rolle spielt in diesen Zusammenhängen das Grundwasser. Will man die in den tieferen Erdschichten gelagerte Braunkohle abbauen, muss es zuvor abgepumpt werden. Die zahlreichen Probleme, die mit diesem Verfahren verbunden sind, haben wir in den Fokus genommen und uns in und um Mönchengladbach-Wanlo, am Rande des Tagebbaus Garzweiler II umgeschaut. Mit dabei waren unsere Abgeordneten Gudrun Zentis und Dr. Ruth Seidl.

Nach einem hochinformativen Input zu Beginn der Exkursion durch zwei Experten der Stadt Mönchengladbach, Frau Weinthal und Herrn Holtrup, war den etwa 15 Zuhörerinnen und Zuhörern die Dramatik der Situation klar. Die dargestellten Auswirkungen des Braunkohletagebaus auf das Stadtgebiet Mönchengladbachs werden von der Kommune bereits seit Beginn der 80er Jahre thematisiert. Genauso alt ist der Widerstand der Stadt. Dank alter Landkarten und Flussverlaufsplänen, die in kleinteiliger Eigenrecherche gesammelt und über die Jahre analysiert wurden, ließen sich die Folgen auch für den Laien erkennen: versiegende Flussquellen, ausgetrocknete Feuchtgebiete und volllaufende Keller. Die Sümpfungsmaßnahmen, die erforderlich sind, um das Grundwasser abzupumpen, führen zu genau diesen Symptomen, die breit in die Region ausstrahlen und teilweise auch unsere Nachbarn in den Niederlanden betreffen. Zudem sind die Bruchwälder im Naturpark Maas-Schwalm-Nette durch das Absinken des Grundwasserspiegels bedroht. Mit großem Aufwand wird deshalb Ersatzwasser mittels eines Systems von Rohrleitungen und Sickergräben in diesen Bereich gelenkt.

Tagebauaussichtspunkt Holz (nicht auf der Karte)

Mit diesem Hintergrundwissen ging es dann per Minibus zu den verschiedenen Besuchsstationen. Erster Halt war der Aussichtspunkt des Tagebaus Garzweiler. Die schier unglaublichen Dimensionen machen im ersten Moment sprachlos. Erst nach und nach wird dem Betrachter klar, wie massiv dieser Eingriff in die Natur eigentlich ist. Auf knapp 50 Quadratkilometern, bei einer Tiefe von bis zu 160 Metern wird noch bis etwa 2045 Braunkohle abgebaut – insgesamt werden hier Vorkommen von 1,3 Milliarden Tonnen Kohle vermutet.

Künstliche Niersquellen bei Kuckum (Tourpunkt 1 auf der Karte)

Mit diesen Bildern im Kopf ging es dann zur zweiten Station, den künstlichen Niers-Quellen bei Kuckum. Ein kleines, aber eindrückliches Beispiel für die negativen Auswirkungen Garzweilers. Die ursprünglich etwa 30 natürlichen Quellen sind durch den Tagebau längst versiegt. Damit die natürliche Wasserführung nicht noch weiter absinkt, wird der Niers am Oberlauf, u.a. bei Zourshof, Sümpfungswasser aus dem Tagebau über Rohrleitungen zugeführt. Ähnliches gilt auch für die Schwalm, die über eine kilometerlange Pipeline aus dem Tagebau-Wasserwerk Wanlo gespeist wird.

Versickerungsanlage beim Tagebau Garzweiler (2)

Als nächstes stand ein Zwischenstopp an einer der rund 250 Versickerungsanlagen rund um den Tagebau an. Die runden bzw. langgestreckten Betonschächte gehören mittlerweile fest zum Landschaftsbild und sorgen dafür, dass bis zu 57.000 Liter Wasser pro Stunde kontrolliert zurück ins Erdreich gelangen. Würde man das zurückgeführte Wasser über die Erdoberfläche versickern lassen, bräuchte es viel zu lange, um die feinporigen Gesteinsschichten zu durchdringen.

Mühlenbachtal (3)

Bevor die Exkursion endete, stand ein letzter Besuch auf dem Programm: das wunderschöne Mühlenbachtal. Auch dieses malerische Feuchtgebiet ist durch die Grundwasserabsenkung akut gefährdet. Nur dank bereits früh ergriffener Maßnahmen konnte in diesem Bereich der Grundwasserstand gehalten und so der wertvolle, für viele seltene Vogelarten, Amphibien, Insekten und Säugetiere ideale Lebensraum erhalten werden. Doch trotz zahlreicher Wasserzuleitungen bleibt die Situation bedrohlich, ein Absterben des Feuchtgebiets lässt sich aufgrund der Tagebaunähe niemals ausschließen.

Auch noch lange nach der Abfahrt aus Wanlo beeindrucken die Bilder des Tages. Die Auswirkungen auf Mensch und Natur hinterlassen gemischte Gefühle – und den tiefen Wunsch, möglichst bald aus der Braunkohleverstromung auszusteigen.

Samstag, 11. Mai 2013

Mit dem Rad am Tagebau Garzweiler entlang

 

Neu-Borschemich – Umsiedlung ökologisch gestalten (Tour-Station in der Karte: 1)

Ein Drittel des Stadtgebietes von Erkelenz muss dem Tagebau weichen, darunter auch das Dorf Borschemich mit ehemals 900 Einwohnern. Es wird seit 2006 umgesiedelt. Der neue Ort entsteht zurzeit am Stadtrand von Erkelenz, zehn Kilometer entfernt vom alten Ort. In der Planungsphase hatten sich die Grünen dafür eingesetzt, dass CO2-freies Bauen gefördert wird, und auch, dass auf senioren- und generationengerechtes Wohnen ein besonderes Augenmerk gelegt wird. Entsprechende Anträge wurden von den Grünen im Braunkohleausschuss gestellt und auch die IRR (Innovationsregion Rheinisches Revier) wurde einbezogen. Bisher leider erfolglos. Wer die Energiewende will, wer keine weiteren Tagebaue im rheinischen Revier möchte, wer etwas gegen den klimaschädlichen Ausstoß von CObewirken will, sollte ökologisches Bauen als Innovation im Rheinischen Revier anerkennen.

Wanloer Wall (2)

Wanlo ist der südlichste Stadtteil von Mönchengladbach und kann am Rand des Tagebaus bestehen bleiben. Das heißt, er wird nicht abgebaggert, aber die Einwohner spüren die vielfältigen Auswirkungen des Tagebaus schon heute.

Der Wall ist 23 Meter breit. Er soll Schmutz und Lärm fernhalten, wenn 2023 die Kohlebagger bis an den Ortsrand graben. Dann werden auch die letzten Lücken im Wall geschlossen sein, die es den Bauern zurzeit noch ermöglichen, ihre Felder südlich des Walls zu bebauen. Die Kritik am Wall ist massiv. Nicht nur, dass er sein eigentliches Ziel verfehlt, indem er weder Staub, Schmutz und Lärm abhält, er ist im Innern mit Abriss-Müll aus den Dörfern gefüllt. Der Bergbaubetreiber RWE-Power hat  Sanitär-Anlagen, Elektroschrott, alte Heizungen, Blei und vieles mehr aus den Abbruch-Häusern im Wall deponiert.

Weitere Informationen: http://gruene-erkelenz.de/<wbr />userspace/NW/ov_erkelenz/<wbr />Dokumente/Der_Wanloer_Wall.pdf

Jüchen/Hochneukirch – Bergschäden und Grundwasserprobleme (3)

Unsere Tour zeigt Grundwasserpumpen direkt am Ortsrand, allerdings mit Sträuchern kaschiert. Was wir in der Region vielfach auf Ackerflächen am Rande der Tagebaulöcher sehen, gibt es in Hochneukirch direkt am Dorfrand. Denn Braunkohle kann nur gefördert werden, wenn der Grundwasserspiegel bereits vor Aufschluss des Tagebaus großflächig und erheblich gesenkt wurde, ebenso wie in der Betriebszeit. Bisher ungeklärt ist die Frage: Wie wird sich der Grundwasserspiegel wieder einstellen nach dem Ende des Tagebaus?
Mit Blick nach vorn auf das, was die Region in den kommenden Jahrzehnten erwartet, haben die Grünen ein Gutachten in Auftrag gegeben, das am Beispiel des Tagebaus Inden zeigt, welche Risiken bei einer anschließenden Seen-Lösung frühzeitig untersucht und langfristig kontrolliert werden müssen. Für die Zeit der Befüllung empfiehlt das Gutachten ein Monitoring, das die Uferbereiche permanent überwacht. Es rät zudem, den See schnell zu befüllen, damit der Innendruck des Wassers die Böschungen stabilisiert. Wir alle haben das schreckliche Unglück von Nachterstedt 2009 noch vor Augen, als ein Hang abrutschte und ein Haus mit in die Tiefe riss. Abrutschungen, die es auch vor zwei Jahren in Inden gab, müssen durch frühzeitige Planung verhindert werden. Wenn wir heute schon an morgen denken, könnten beispielsweise die Uferbereiche schon beim Abbau gestaltet werden, und die notwendigen Abstände zur Wohnbebauung könnten rechtzeitig berücksichtigt und eingehalten werden. 
Weitere Risiken kennen wir aus Sachsen-Anhalt, wo es durch Starkregen verbunden mit einem hohen Grundwasserspiegel zu Überflutungen kam. Auch mögliche Risiken durch Erdbeben müssen untersucht werden. Das Rheinische Revier liegt in einem seismisch aktiven Gebiet. Selbst wenn nur im Abstand von 40 Jahren Erdbeben mit einer Stärke von über 5,0 auftreten, muss sichergestellt sein, dass die Böschungen standfest bleiben und das Wasser des Sees nicht überschwappt. 
Künstliche Seen grundsätzlich stellen uns vor enorme Herausforderungen. Das Zieselsmaar im ehemaligen Abbaugebiet der Ville bei Köln ist ein Negativbeispiel. Der Säuregehalt im Wasser macht alles Leben im See zunichte. Der See ist umgekippt. Das darf nicht passieren. Das Gutachten ist erst der Anfang und die klare Aufforderung, mit den Untersuchungen und Planungen jetzt zu beginnen. Am 14. Juni wird das Gutachten Thema im Unterausschuss Bergbausicherheit des Landtags NRW sein, am 17. Juni wird es im Braunkohlenausschuss besprochen. Wer Interesse hat, als Gast teilzunehmen wendet sich an Gudrun Zentis MdL unter gudrun.zentis@landtag.nrw.de 

Alt-Borschemich – Enteignung der letzten Bewohner (3)

Die Gärtnerei von Helmut und Joachim Meier ist der nächste Stopp auf der Reise, die nun in verwaiste Landstriche führt mit verlassen Häuser, verrammelten Türen und verwilderten Gärten. Alt-Borschemich, Alt-Spenrath und Alt-Immerath sind zu Geister-Orten geworden. Nur noch wenige Familien harren aus. In Alt-Borschemich sind noch maximal 15 Häuser bewohnt, darunter auch die Gärtnerei Meier. Sie fertigt vor allem Kränze für Beerdigungen. Deshalb stehen auf dem Gelände rund 13.000 Koniferen, Tannen und Fichten, aus deren Zweigen die Kränze geflochten werden. Die beiden Brüder stecken in einem Dilemma: An einem neuen Ort müssten die Bäume 5 bis 8 Jahre wachsen, um für die Gärtnerei nutzbar zu sein. Ihnen droht die Enteignung.

Weiterlesen: http://www.aachener-zeitung.<wbr />de/lokales/heinsberg/kleine-<wbr />gaertnerei-kaempft-gegen-<wbr />energieriesen-rwe-1.526789

Alt-Spenrath – Enteignung und Abriss (3)

Das Dorf Spenrath wurde Ende 2011 größtenteils abgerissen, nur der schöne Gutshof am westlichen Rand blieb stehen. Sein Besitzer wehrte sich bis zuletzt gegen den Abriss. Er verteidigte sein Anwesen aus dem 19. Jahrhundert, doch am Ende wurde auch er enteignet. Eines der bedrückendsten Bilder der Info-Tour zeigt den Hof, an dem die Bagger mit dem Abbruch begonnen haben.

Aussichtspunkt Titz/Jackerath – Feinstaub-Messungen (4)

Laut wissenschaftlicher Untersuchungen verbreitet sich Feinstaub in der Luft im Umkreis von 100 Kilometern. Neben allen Maßnahmen, die die Staubbelastung eindämmen sollen, haben die Grünen immer wieder Messstationen eingefordert. Eine davon ist in diesem Jahr in Jackerath in Betrieb genommen worden. 
Weitere Informationen und aktuelle Messwerte: http://www2.lanuv.nrw.de/luft/<wbr />messorte/steckbriefe/jack.htm

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