Wirtschaft, Fraktion, Energie & Klimaschutz

Abgeordnete besuchen Handwerksbetriebe in NRW

Energiewende schafft Arbeitsplätze

Das Handwerk in Nordrhein-Westfalen ist der Motor der Energiewende. Wir GRÜNE wollen das Handwerk stärken, Arbeitsplätze sichern und schaffen. Deshalb besuchten alle Abgeordneten der Grünen Fraktion NRW Handwerksbetriebe im ganzen Land, um gemeinsam über Ziele und Chancen der Energiewende zu diskutieren.

Die Energiewende und das Handwerk sind starke Partner. Ob Heizungserneuerung oder Wärmepumpe, Photovoltaik-Anlagen oder Dämmung, ,smart home‘-Technologien oder Verschattungsanlagen – das Handwerk ist auf all diesen zukunftsweisenden Feldern entscheidend. Besonders Gebäudesanierung bietet enorme Potenziale für das Handwerk und den Klimaschutz: Ein Drittel des bundesdeutschen Kohlenstoffdioxidausstoßes wird direkt oder indirekt durch den Gebäudebereich verursacht. Wo Handwerksbetriebe in NRW Chancen sehen und welche Probleme es zu überwinden gilt, darüber informierten sich die Abgeordneten der GRÜNEN Fraktion in ganz NRW.


Mehrdad Mostofizadeh:
„Ich habe heute Arnd Hefer von der Hefer GmbH in Essen-Altenessen besucht und mit ihm insbesondere Fragen rund um die Themen Ausbildung und Meistergründungsprämie besprochen. Die Meistergründungsprämie lehnt Herr Hefer in der jetzigen Form ab und plädiert für Bürgschaften oder rückzahlbare Kredite. Herr Hefer betonte auch, dass er sehr gerne und regelmäßig ausbildet, es aber immer schwieriger wird, geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden. Seiner Meinung nach bereiten die Schulen die Schülerinnen und Schüler nicht ausreichend auf den beruflichen Alltag, insbesondere auf praktische Berufe, vor.“


Sigrid Beer:
„Der Dachdeckerbetrieb Thiele in Bad Lippspringe ist ein gutes Beispiel für die Bedeutung des Handwerks als eine wichtige und unverzichtbare Säule für die nordrhein-westfälische Wirtschaft. Es erbringt eine enorme Ausbildungsleistung und ist einer der größten Arbeitgeber. Handwerksbetriebe sind Partner bei der ökologischen Erneuerung z. B. bei der energetischen Gebäudesanierung. Sie sorgen für regionale Wertschöpfung und profitieren von den lokalen Wachstumsfeldern, die sich durch die notwendige Energiewende entwickeln.“


Dagmar Hanses
hat das Unternehmen Metallkonzept Warstein besucht: „Ein Standardmaß bei der Anfertigung von Geländern, Türen und Fenstern gibt es bei der Warsteiner Firma Metallkonzept nicht. Die individuelle Beratung bei der Gebäudesanierung steht im Vordergrund. Der Mut der Firma bei der Investition im Photovoltaikbereich zahlt sich heute aus. Investoren in Erneuerbare Energien brauchen Planungssicherheit.“


Hier besucht Hans Christian Markert die Firma Stamos in Neuss: "Der Besuch hat mir wieder einmal gezeigt, welch wichtiger Partner das Handwerk für Ausbildung, Arbeitsplätze und das Gelingen der Energiewende ist. Innovative Technik wie die Brennstoffzelle im Neusser Hockeyclub sind zudem ein Beleg für den im Handwerk voranschreitenden Imagewandel."


Ali Bas
: „Die fatale EU-Politik der Schutzzölle für Solaranlagen, aber auch die Kappung der Einspeisevergütung durch die ehemalige schwarz-gelbe Bundesregierung haben zu herben Verlusten von Arbeitsplätzen geführt. So sind im Betrieb von Wöstmann nur noch 7 von ursprünglich 15 Mitarbeitern tätig, auch kann derzeit nicht ausgebildet werden. Fazit: Die bisher verfehlte Politik auf EU- und Bundesebene gefährdet den Mittelstand vor Ort und letztlich die Energiewende als ganzes.“


Andrea Asch
und Arndt Klocke haben den Installationsbetrieb Stallbaum in Köln- Mülheim besucht: Das Unternehmen bietet die klassischen Wasser-, Gas- und Wärme-Installationen an, ist aber auch im Bereich Solarthermie und Holzpallet-Anlagen spezialisiert. Der 20-köpfige Betrieb zeichnet sich auch durch seine hohe Auszubildenden-Quote von 25 Prozent aus.


Zu Besuch bei ECOSOLAR, einem Solaranlagenanbieter in Duisburg war Birgit Beisheim: "Am meisten macht den Unternehmen die fehlende Konstanz und der daraus resultierende Zick-Zack-Kurs in der bundesdeutschen Energiepolitik zu schaffen. Seit dem letzten Kurswechsel durch die neue Bundesregierung werden Investoren und private Energieproduzenten zunehmend abgeschreckt, in den Ausbau von Solaranlagen zu investieren".


Herbert Goldmann
: "Meine Gespräche mit den Handwerksbetrieben Griesohn Solar aus Unna und Gärtnerei Deifuß aus Kamen haben mir deutlich gemacht, dass das Fachkräfteproblem in Kleinstbetrieben durch flexiblere Ausbildungsmodelle verbessert werden muss. Menschen und Wirtschaft besonders im ländlichen Raum sind auf ihre Klein- und Kleinstbetriebe angewiesen."


Manuela Grochowiak-Schmieding
bei DeTec GmbH in Detmold: „Handwerksbetriebe sind Partner bei der Energiewende. Energieeinsparung, Energieeffizienz und der Ausbau der Erneuerbaren Energien für den Strom- und Wärmesektor haben in den letzten Jahren in unterschiedlichen Feldern des Handwerks an Bedeutung gewonnen und sind lokale Wachstumsfelder. Erneuerbare Energietechnik ist das Eine. Genauso wichtig ist aber das Streben nach Energieeffizienz - damit lässt sich Geld sparen, aber vor allem auch Ressourcen.


Martina Maaßen
beim Handwerksbetrieb ETW Elektrotechnik Weertz in Niederkrüchten: „Handwerk geht heute über das eigentliche Gewerk stark hinaus. Am Beispiel der Firma Weertz wird deutlich, dass gerade beim Einsatz Erneuerbarer Energien die Planung des Projektes, das Aufklären über Fördermöglichkeiten und die Beratung der KundInnen einen großen Anteil der Arbeit ausmacht.“


Die Düsseldorfer Landtagsabgeordneten Monika Düker, Stefan Engstfeld und Martin-Sebastian Abel beim Besuch der Druckerei Köller&Nowak GmbH bei der Betriebsführung mit Geschäftsführer Ingo Nowak:

Monika Düker: „Das Handwerk ist ein starker Partner einer dezentralen Energiewende. Umso mehr gefährdet die Novellierung des Erneuerbare Energien-Gesetzes, und hier insbesondere die geplante Ausschreibungspflicht von Erneuerbaren-Energien-Anlagen ohne Erprobungsphase, die Bürger-Genossenschaften, von denen insbesondere die örtlichen Handwerksbetriebe profitieren.“

Stefan Engstfeld: „Energieeffizienz im Handwerk tut nicht nur dem Klima gut, sondern lohnt sich auch finanziell für die Betriebe. Wichtig hierfür sind Programme wie das Ökoprofit-Projekt der Lokalen Agenda Düsseldorf, wo ExpertInnen Handwerksbetriebe individuell über Einsparpotenziale im eigenen Betrieb beraten.“

Martin-Sebastian Abel: „Mit der Energiewende haben sich neue Berufsfelder im Handwerk entwickelt wie der Solarteur oder der Kraftwerker, die an der Infrastruktur für eine dezentrale Energieversorgung mitbauen. Auch mit genossenschaftlichen Modellen treiben Handwerksbetriebe eine Energiewende von unten mit voran


Rolf Beu
hat zusammen mit Herrn Panzer, dem stellv. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, das Lichthaus Enzinger in Bonn besucht.
Rolf Beu: „Im Lichthaus Enzinger in Bonn ist die Umstellung auf energiesparende Beleuchtungsmittel in vollem Gang. Nach und nach rüsten die Menschen ihre Lampen um, denn schon nach kurzer Zeit haben sich die etwas teureren Anschaffungskosten für LED-Leuchten aufgrund des extrem niedrigen Stromverbrauchs amortisiert.“


Hier besucht Wibke Brems die Firma Brinktrine & Fuchs: "Das Unternehmen setzt mit seinem Energiesparzentrum Gütersloh seit 20 Jahren auf Alternative Energien bei der Wärmeversorgung. Holzpellets, Brennstoffzellen, Blockheizkraftwerke und Solarthermie sind hier das Alltagsgeschäft und sorgen, auch dank der Hilfe der Landesförderung progres.nrw, für eine gute Auftragslage.“


Wibke Brems
: „COMUNA-metall in Enger baut Blockheizkraftwerke in Kleinserien und leistet damit einen wertvollen Beitrag für eine energieeffiziente und dezentrale Strom- und Wärmeversorgung. Bei etwa 100 Mitarbeitern bildet COMUNA-metall 12 junge Menschen aus - wichtige Fachkräfte für die Energiewende.“


Gudrun Zentis
: „Bereits in der vierten Generation (seit 1.09.1945) besteht das Unternehmen Prell. Die Nachfolge ist gesichert. Der Urenkel Lukas Prell ist gerade 19 und hat seinen Meister absolviert, gehört zum Nationalteam der Stuckateure und kann selber ausbilden. Das Unternehmen sucht trotzdem händeringend einen Auszubildenden, der geeignet erscheint.
Flexibilität in der Auslegung der Förderung bei Wärmedämmung wäre wünschenswert.“


Reiner Priggen
hat das Alsdorfer Familienunternehmen Euregio Solarzentrum besucht: „Ich war beeindruckt von der Zuversicht des Familienunternehmens von Hans Wilhelm Grümmer, der - trotz der durch die Bundesregierung deutlich verschlechterten Rahmenbedingungen – eine Million Euro in eine neue Betriebstätte investiert und unbeirrt weiter die Energiewende unterstützt. Es handelt sich um einen hervorragenden Standort gegenüber dem neuen Alsdorfer Energeticon und auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerkes Anna. Das zeigt in der Praxis den Weg „von der Kohle zur Sonne“ dann sehr schön auf.


Zweiter Termin von Reiner Priggen beim Handwerker-Tag der Fraktion - hier bei Raida Dämmtechnik in Monschau: "Hier fand ich bemerkenswert, dass Herr Raida 50 Prozent seines Umsatzes mit Dämmmaßnahmen im benachbarten Belgien erzielt – wegen deutlich besserer Förderbedingungen bei der Gebäudesanierung in Belgien und weniger bürokratischer Hemmnisse als in Deutschland. Hier gibt es einiges zu tun bei uns.“


Josefine Paul
: „Ohne ein engagiertes Handwerk ist keine Energiewende zu machen. Nur wenn Firmen wie die Hubert Plenter GmbH ihre Kunden direkt vor Ort über die Möglichkeiten eines Beitrags zum Klimaschutz und zur Energiewende bei einer energetischer Sanierungen oder Baus informiert, kann die Energiewende von unten wachsen.“

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