Blog, Queer, Jugend, Hanses

Dagmar Hanses fordert:

Jugendliche beim Coming-Out nicht alleine lassen

Jugendliche, die ein Coming-Out als Lesbe, als Schwuler, als Trans* durchlaufen oder ihre Intersexualität entdecken, werden in unserer Gesellschaft zumeist schon in der frühen Jugend diskriminiert und abgelehnt. Nicht selten erfahren sie diese Ablehnung durch die eigenen Eltern und Geschwister. Auch in der Schule oder im Sportverein kommt es oft zur Ausgrenzung. Solche Erfahrungen können zu einer tiefen Lebenskrise führen. Schlimmer noch: Studien belegen, dass lesbische und schwule Jugendlichen im Vergleich zu heterosexuellen Jugendlichen ein vier- bis siebenmal höheres Suizidrisiko.

Diese negativen Erfahrungen mit dem eigenen Umfeldes und der damit verbundene gesellschaftliche Druck erzeugen bei vielen Jugendlichen noch stärkere Ängste und Selbstzweifel. Studien belegen auch, dass lesbische und schwule Jugendliche häufiger Opfer von Mobbing und Gewalt in Familie, Schule und in der Öffentlichkeit werden, dass etwa 4% der Jugendlichen nach dem Coming-Out von zu Hause rausgeworfen werden und dass sie häufiger unter Essstörungen und anderen psychischen Erkrankungen leiden.

Insgesamt wird deutlich, dass LSBTTI-Jugendliche vor allem AnsprechpartnerInnen und adäquate Angebote brauchen, die sie unterstützen. In der offenen verbandlichen Jugendarbeit für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender hat sich in den letzten Jahren bereits viel verändert. Die Zahl der schwul/lesbischen Jugendtreffs wächst immer weiter. Besonders erfreulich ist, dass auch ländliche Regionen Anlaufstellen planen.

Doch auch darüber hinaus ist der Abbau von Diskriminierung, Homo- und Transphobie Querschnittaufgabe der Landesregierung. Dazu gehört vor allem die Unterstützung von Jugendlichen bei der Entwicklung ihrer Identität. Dies soll durch Projekte wie „Schule ohne Homophobie“ und dem Landesprojekt „SchLau NRW“ gewährleistet werden. Um diese Projekte finanziell sicherzustellen, wurde die geschlechtliche Identität in den Kinder- und Jugendförderplan 2013 - 2017 aufgenommen. Des Weiteren hat NRW einen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie aufgelegt.

Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle und Intersexuelle (LSBTTI) sind Teil unserer Gesellschaft. Wir werden auch weiterhin dafür kämpfen, dass alle Menschen in NRW diskriminierungsfrei leben und dass Jugendliche ihr Coming-Out ohne Mobbing und Ängsten erleben können. Die Aufgabe des Heranwachsens sollte die einzige Herausforderung für die Jugendlichen sein. Anlaufstellen für lesbische und schwule Jugendliche in NRW:

Aachen

Knutschfleck, schwule Jugendgruppe
www.knutschfleck-online.de

Bochum

Café freiRaum, Rosa Strippe e.V.
www.freiraum-bochum.de

Bonn

Jugendarbeit in der AIDS-Hilfe Bonn
www.aids-hilfe-bonn.de

Dortmund

FRIENDS e.V. Schwul  LesBische Jugend Dortmund
www.friends-dortmund.de

Mosquitos LesBiSchwule Jugend Dortmund
www.kcr-dortmund.de/mosquitos

sunrise, Jugendtreff und Beratung
www.sunrise-dortmund.de

Düsseldorf

Puls e.V.
www.puls-duesseldorf.de

Duisburg

Junge Unschuld, Junge Schwule, Lesben & Bi´s im Raum Duisburg
c/o AIDS-Hilfe Dusiburg/ Kreis Wesel e.V.
www.junge-unschuld.de

Jugendgruppe JuNa, Buschnattern e.V.
www.buschnattern.de

EN-Kreis

aMANNda Schwulengruppe
www.amannda.de

Essen

Café Vielfalt, Jugendtreff für lesbische und schwule junge Leute
www.cafe-vielfalt.de

Gelsenkirchen

The Point, Jugendzentrum für lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Jugendliche
www.thepiont-gelsenkirchen.de

Köln

anyway Jugendzentrum für Lesben, Schwule und FreundInnen
www.anyway-koeln.de

Mülheim a.d. Ruhr

Enterpride, LesBiSchwules Jugendzentrum für Lesben, Schwule, Bi´s u. FreundInnen
www.enterpride.de

Münster

queerbeet.muenster, Jugendzentrum Münster
www.queerbeet-muenster.de

Track e.V.
www.track-muenster.de

Siegen

YoHo!- Offener Treff für LesBiSchwule Jugendliche und deren Freunde
c/o andersRoom
www.yoho-siegen.de

Wuppertal

B.J.´s Wuppertal e.V., c/o AIDS-Hilfe Wuppertal e.V.
www.bj-wuppertal.de

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