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Hebammen brauchen unsere Unterstützung

Für Hebammen und Entbindungspfleger wird es immer schwieriger, ihre unverzichtbare Arbeit zu leisten.

Hebamme

Bereits jetzt ist es für viele Schwangere in NRW schwierig, eine Hebamme vor Ort zu finden. Dabei sind sie für die Vor- und Nachsorge sowohl bei ambulanten als auch bei stationären Geburten unerlässlich zum Wohl von Eltern und Kindern.

Dabei beginnt die Aufgabe der Hebammen bereits weit vor dem Geburtstermin, wenn es darum geht, die werdenden Eltern umfassend zu informieren – über die Gestaltung der Geburt, über Unterstützungs- und Betreuungsangebote. Hier stehen insbesondere auch besonders vulnerable Gruppen wie Teenager-Mütter oder Frauen mit Zuwanderungs- bzw. Flüchtlingsgeschichte im Fokus, die aufgrund mangelnder Information unnötig gefährdet sind.

Als ein Grund für den zunehmenden Mangel werden immer wieder die steigenden Haftpflichtprämien genannt, die eine Hebamme aufbringen muss. Diese sind seit 2002 um fast 1.700 Prozent von 453 Euro auf nunmehr 7.639 Euro pro Jahr gestiegen. Hintergrund sind stetig steigende Schadenssummen.

Um dem Mangel an Hebammen und Entbindungspflegern entgegenzuwirken, hatte die frühere Gesundheitsministerin Barbara Steffens einen Runden Tisch zur Geburtshilfe einberufen und die ersten Maßnahmen bereits umgesetzt. So befinden sich etwa von den bundesweit 17 Hebammenkreißsälen allein sieben in NRW. Das Versorgungskonzept „Hebammenkreißsaal“ ist ein geburtshilfliches Betreuungsmodell in der Klinik, in dem Hebammen und Entbindungspfleger eigenverantwortlich gesunde Schwangere vor, während und nach der Geburt betreuen. Am Runden Tisch wurde allerdings auch deutlich, dass es keine verlässlichen Daten darüber gibt, wie viele Hebammen und Entbindungspfleger in NRW wo und in welchem Alter überhaupt tätig sind. Ohne diese und weitere Daten ist es jedoch schwierig, die passenden Maßnahmen für eine ausreichende Betreuung zu treffen.

In unserem Antrag forderten wir die Landesregierung auf, auf Landes- und auf Bundesebene alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um eine langfristige Versorgung der Schwangeren und Neugeborenen mit Hebammen und Entbindungspfleger zu gewährleisten. So müssen unter anderem regelmäßig bundesweit verlässliche Daten erhoben werden, wo welche Angebote der Geburtshilfe bestehen. Zudem muss das Gesamtsystem der Haftpflichtversicherung für die Geburtshilfe so geregelt werden, dass es transparent und nicht länger existenzgefährdend ist.

Ansprechpartner*innen in der Fraktion: Josefine.Paul@landtag.nrw.de und Mehrdad.Mostofizadeh@landtag.nrw.de

Antrag: Mit Hebammen und Entbindungspflegern gut versorgt von Anfang an

Die Rede von Josefine Paul

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