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Abgeordnete besuchen Radstationen

Die Radstation: Mehr als ein Parkhaus

Fahrradfahren boomt. Immer mehr Menschen in NRW lassen das Auto stehen und legen ihren Weg zur Arbeit, Uni oder in der Freizeit mit dem Rad zurück. Mittlerweile sind so viele Radfahrende unterwegs, dass Parkplätze für Fahrräder knapp werden, vor allem an Bahnhöfen und anderen zentralen Punkten. Abhilfe schaffen die 72 Radstationen in NRW, die – oft als gemeinnütziger Betrieb – nicht nur die Bikes wettergeschützt und diebstahlsicher unterbringen, sondern vielfach auch Service wie zum Beispiel Reparatur und Verleih anbieten.

An vielen Orten wären weitere Radstationen sinnvoll, manch vorhandene Radstation platzt aus allen Nähten. Um sich ein Bild von der Lage zu machen, besuchen die GRÜNEN Landtagsabgeordneten diese Woche verschiedene Radstationen im Land. Sie wollen sich dabei mit den BetreiberInnen, NutzerInnen und Angestellten über die Situation und Perspektive der jeweiligen Station austauschen und Best-Practise-Beispiele für eine sinnvolle Weiterentwicklung der Fahrradinfrastruktur sammeln. Auch möchten sie in Erfahrung bringen, wie die Zusammenarbeit mit wichtigen Akteuren wie zum Beispiel der Deutschen Bahn, den Radverkehrsverbänden und den Kommunen vor Ort läuft.


Arndt Klocke (Köln): „Die Mobilität der Zukunft zeichnet sich durch eine intelligente Nutzung der verschiedenen Verkehrsmittel aus. Das Fahrrad als schneller, flexibler und ökologischer Verkehrsträger wird dabei eine entscheidende Rolle spielen. Dies gilt in allen Städten, in Metropolen wie Köln aber im Besonderen. Es gilt, die Schnittstellen der Verkehrsmittel und damit die Radstationen zu stärken. Die Station in den Bahnbögen des Kölner Hauptbahnhofes ist mit 1000 Stellplätzen die zweitgrößte in NRW und wird vom katholischen Sozialdienstleister InVia betrieben. In der Station stehen 150 Leihräder zum Verleih bereit, ebenso ist eine Reparaturwerkstatt angegliedert.“


Gudrun Zentis in der Radstation Düren

Gudrun Zentis (Düren): Die Grünen haben sich jahrelang für die Umsetzung des vom Land großzügig bezuschussten Projektes am Bahnhof in Düren eingesetzt. Das Parkhaus feierte am 4. September sein fünfjähriges Bestehen und kann eine Erfolgsbilanz aufweisen. 98 Prozent der Stellplätze sind belegt. Für Dauerparker gibt es eine Warteliste.


Dr. Birgit Beisheim (Duisburg): „Seit 8 Jahren gibt es die Radstation in Duisburg am Hauptbahnhof. Getragen durch die Paritätische Initiative für Arbeit e.V., werden hier Angebote im Bereich Mieten, Abstellen, Reparieren und mehr geschaffen. Als ausbaufähig wurde die Sichtbarkeit im Bahnhofsbereich und die bessere, flächendeckende Vernetzung und Bekanntmachung aller Angebote in NRW angeführt. Diese Anregungen nehmen wir mit für unsere Arbeit im Landtag und in der Kommune“.


 

Norwich Rüße (Steinfurt): "Die Besonderheit dieser Radstation ist der Vertrieb von Lastenfahrrädern, unter anderem für Handwerker und städtische Betriebe. Die Radstation ist voll ausgelastet und bietet einen umfangreichen Service für die NutzerInnen. Wirklich ein Vorzeigeobjekt!"

Norwich Rüße (Rheine): Die Radstation am Bahnhof Rheine verfügt über 960 Abstellplätze und befindet sich zentral am Bahnhof und zum Busbahnhof. Dort finden 13 Menschen mit Behinderungen Arbeit. Unterstützt werden sie von zwei Anleitern, einem Monteur und dem Leiter der Radstation, Siegfried Mau. Betreiber der Radstation ist der Caritasverband Rheine. Auch außerhalb der Öffnungszeiten kann man sein Fahrrad in der überwachten Radstation abstellen und abholen. Ein elektronisches Kontrollsystem ermöglicht dies. Die Radstation ist gebührenpflichtig, bietet jedoch einen umfassenden Service für die Nutzer, der auch von Radwanderern auf den Fernradwegen gern genutzt wird. Ein Fahrradverleih einschließlich E-Bikes gehört ebenfalls zum Angebot der Radstation Rheine. Die Nachfrage nach Stellplätzen ist so weit angestiegen, dass nun auf der Westseite des Bahnhofs eine zweite Radstation gefordert wird. Mittel dafür sind aber noch nicht verfügbar.

Norwich Rüße (Gronau): Am Bahnhof in Gronau an der niederländischen Grenze betreibt die Gemeinnützige Beschäftigungsgesellschaft der Stadt Gronau mbH "Chance" die Radstation. Ein Auszubildender kümmert sich dort um Service und Reparaturen. Die Station wird gut angenommen, wird überwacht und die Benutzung ist kostenfrei. Der örtliche Tourismus wird durch die Ausleihe von Fahrrädern gefördert. Im Bahnhofsumfeld gibt es immer noch riesige Textil-Industriebrachen, so dass auch der Betrieb und die Nutzung der Radstation durch die ständige Präsenz von Menschen soziale Kontrolle schafft und das Gefühl der Sicherheit erhöht.


 

Rolf Beu (Bonn): "Es wird Zeit, dass die seit 2000 betriebene Radstation aus ihrem bereits seit 2009 existierenden Provisorium endlich in ihr neues Zuhause einziehen kann. Die neue Radstation wird in ein neu zu bauendes Studierendenwohnheim am gleichen Ort direkt am Bonner Hauptbahnhof integriert sein."

Rolf Beu (Brühl): "Die Zusammenarbeit mit der Stadt Brühl funktioniert sehr gut, da die Stadtverwaltung erkannt hat, wie wichtig die Radstation für die Mobilität ihrer Bürgerinnen und Bürger, aber auch für den Tourismus ist. Die Zusammenarbeit mit dem Bahnhofsmanagement der DB ist dagegen einfach schlecht."


Herbert Goldmann (Unna): "Die Radstationen sind eine wichtige Säule für die Verkehrsnutzung der Zukunft. Der umfangreiche Service der Radstationen und der Mehrwert für die Städte ist noch nicht so bekannt in der Bevölkerung, hier gilt es die Menschen noch mehr auf die Arbeit und den Nutzen der Radstationen hinzuweisen."


Stefan Engstfeld (Ratingen): „Das Zusammenspiel von öffentlichem Personennahverkehr und der Radstation als  zentrale Anlaufstelle für Radfahrerinnen und Radfahrer am Bahnhof bietet eine komfortable Alternative für den Pendlerverkehr in der Region. Gerade deshalb ist die Radstation, die neben dem klassischen Fahrradverleih auch zahlreiche weitere Serviceleistungen von Reparaturen über Reinigung bis hin zur überwachten Parkmöglichkeit anbietet, ein wichtiger Bestandteil für die Mobilität in Ratingen."


Manuela Grochowiak-Schmieding (Minden): "Die Radstation stand vor einiger Zeit aus wirtschaftlichen Gründen vor dem Aus. Handwerksbildungszentrum und Jobcenter haben zu einer Kooperation gefunden. Seither wird hier erfolgreich an der Integration von Menschen mit besonderen Problemen gearbeitet. Ein tolles Engagement, von dem viele RadfahrerInnen, PendlerInnen wie TouristInnen,  profitieren"


Martina Maaßen (Krefeld): "Ich war erfreut zu erfahren, dass die Auslastung der Station zumindest im Sommer bei fast 100 Prozent liegt. Auch der Verleih der beiden Elektro- und der 15 normalen Räder wird gut angenommen. Eingenommen hat mich auch das außerordentlich gute Betriebsklima, das sicherlich sehr viel dazu beiträgt dass die insgesamt 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Station einen richtig guten Job machen. In jedem Fall hat sich die Krefelder Fahrradstation als ein gutes Beispiel dafür erwiesen, dass diese Einrichtungen in der Berufsqualifizierung und im Zusammenhang mit einer sich wandelnden Nahmobilität eine wichtige und wesentliche Funktion erfüllt. Spannend war auch die Diskussion um eine mögliche Umwandlung in ein Integrationsunternehmen, denn dafür gäbe es Unterstützung vom Land oder auch von der Aktion Mensch."


Stefan Engstfeld und Martin Sebastian Abel waren heute gemeinsam in der Radstation Düsseldorf zu Gast. Begleitet wurden die beiden u.a. von Norbert Czerwinski (Sprecher GRÜNE Fraktion Düsseldorf), Annegret Ott (Vorstandsmitglied GRÜNE Düsseldorf) und Burkhard Karp (Sprecher VCD Düsseldorf). Die einhellige Meinung: „ Die Lage der Radstation direkt am Hauptbahnhof ist optimal. Durch die zahlreichen Serviceleistungen wie Fahrradverleih, bewachte Parkmöglichkeiten, Reparatur und Wartung ist die Radstation eine zentrale Anlaufstelle für Pendlerinnen und Pendler in der Region geworden. Das Zusammenspiel von öffentlichem Personennahverkehr und Radverkehr klappt hier gut und ist eine bequeme Alternative im Berufsverkehr.“

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