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#weltbewegen-Tour durch das ganze Land

Ideen bewegen NRW – Matthi Bolte-Richter besucht Innovationsbetriebe

Von Attendorn über den Düsseldorfer Medienhafen bis Ostwestfalen, vom Start-up über die Hochschulen bis zum digitalisierten Mittelständler: Matthi Bolte-Richter will auf seiner #weltbewegen-Tour sehen, wie innovative Ideen schon heute NRW bewegen und welche Bedingungen Gründer*innen und Innovator*innen brauchen, damit die digitale Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft gelingt.

Unser Sprecher für Digitalisierung und Innovation besucht gemeinsam mit anderen Abgeordneten von Januar bis März über 40 Unternehmen, Einrichtungen und Institute in Nordrhein-Westfalen, in denen innovative Ideen für heute und morgen entwickelt und umgesetzt werden. Dabei geht es auch darum herauszufinden, wie digitale Technologien helfen können, den Ressourcenverbrauch zu senken und zukunftsfeste Arbeitsplätze zu schaffen. Denn die Digitalisierung wird nicht nur alles verändern, sondern kann auch vieles verbessern.

Über die einzelnen Besuche berichten wir fortlaufend an dieser Stelle. Alle bereits bestätigten Termine können auf der Webseite von Matthi Bolte-Richter eingesehen werden. Die Besuche von Matthi Bolte-Richter und anderen GRÜNEN bei den verschiedenen digitalen Revolutionär*innen können auch auf Twitter und Instagram unter dem Hashtag #weltbewegen verfolgt werden.

15. Januar

Das Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik (FIT) ist auf angewandte Forschung ausgerichtet. Matthi traf Institutsleiter Prof. Dr. Matthias Jarke, den Leiter des Forschungsbereichs Kooperationssysteme, Prof. Martin Prinz (PhD) und Dr. Markus Eisenhauer, der den Forschungsbereich User-Centered Computing leitet. Matthi ist sich sicher, dass im FIT die richtigen Fragen gestellt und mit den richtigen Kooperationspartnern bearbeitet werden. „So forschen etwa die Wissenschaftler im Blockchain-Labor nicht nur an dieser Technologie und entwickeln sie mit Partnern aus der Wirtschaft weiter. Sie erdenken auch konkrete Konzepte, um Blockchain gerade auch für kleine und mittelständische Unternehmen nutzbar zu machen, damit diese nicht allein den großen Marktakteuren ausgesetzt sind.“  Die im FIT ebenfalls forcierte Forschung an immer besserer Sensorik und daran, wie sensorisch gewonnene Daten besser verknüpft werden, schafft laut Matthi „die Grundlage für Energie- und Ressourceneinsparung in der Produktion oder im Dienstleistungssektor. Perfekte Sensoren brauchen wir auch, um Industrieprozesse auf fluktuierende Energieversorgung umzustellen. Und das ist zentral, damit die Energiewende gelingt.“

Das Holocafé in Troisdorf ist das erste Franchise eines Düsseldorfer Startups. Hier können bis zu vier Spieler*innen gemeinsam virtuelle Realitäten entdecken. Für Matthi ist klar: "Gaming ist einer der treibenden Motoren der IT-Entwicklung. Natürlich steht beim Holocafé der Spaß im Vordergrund, aber wir haben es auch mit einer ernsthaften Entwicklung zu tun: VR revolutioniert nicht nur die Games-Branche. In wenigen Jahren werden etwa Architekt*innen ihren Kund*innen nicht mehr nur Planzeichnungen präsentieren, sondern die Bauherr*innen vorab virtuell in ihren neuen Häusern probewohnen lassen, um diese auf Alltagstauglichkeit zu testen. Es wird massive Umbrüche in vielen Bereichen geben – und die müssen wir gestalten.“

Donnerstag, 11. Januar

Das 2015 gegründete Social Impact Lab in Duisburg begleitet Gründer*innen in der Früh- und Gründungsphase ihres Unternehmens. Der Schwerpunkt liegt dabei auf sozialen Innovationen. Aktuell betreut das Lab 44 Teams. Matthi sprach mit den Gründer*innen von tausendundeinplateau, Chronikit und ichó. Großes Thema war die Finanzierung von Gründungen. Die Probleme reichen dabei von grundsätzlichen Vorbehalten bei Banken und Fördergebern gegenüber sozial orientierten Unternehmen bis hin zu praktischen Problemen, etwa wenn ein Technologie-Startup eine Komponente für sein Produkt bei den Fachhändlern nur als Unternehmen kaufen kann, aber wegen Förderrichtlinien noch nicht gründen darf. Matthi erklärt dazu: „Wir können uns absolut glücklich schätzen, dass wir eine Institution wie das Social Impact Lab bei uns in NRW haben. Die Gründer*innen berichteten, dass Social Entrepreneurship immer größere Anerkennung erfährt. Erneut zeigte sich aber auch, dass wir die Förderung von Gründungen verbessern müssen: So wurde ichó von einer unabhängigen EU-Jury zu einem der zehn innovativsten Unternehmen Europas gewählt. Bis heute konnte das Startup aber nicht auf öffentliche Förderung zurückgreifen. Das zeigt: In Deutschland liegt noch vieles im Argen.“

Copago sitzt in Oberhausen, wurde 2015 gegründet und war 2017 für den Gründerpreis NRW nominiert. Das Startup entwickelt innovative Kassensysteme mit intuitiver Bedienung. Die Gründer sind etwas Besonderes, denn sie gründeten nicht am Beginn ihrer Karriere oder direkt aus dem Studium heraus, sondern nach langjähriger beruflicher Tätigkeit. Copago kooperierte von Beginn an mit regionalen Partnern, die insbesondere den Service bei den Kunden übernehmen und sehr schnelle Reaktionszeiten gewährleisten. Doch Copago hatte auch mit Problemen zu kämpfen, wie Matthi berichtet: „Auch bei Copago war die Finanzierung ein großes Thema. Die beiden Gründer wurden von der KfW finanziert, mussten aber eine ungewöhnlich hohe private Bürgschaft hinterlegen. Das zeigt: Technologieorientierte Gründungen werden von öffentlichen Förderbanken noch nicht optimal gefördert. Dass auch private Banken sich nicht offener gezeigt haben, macht die Sache nicht besser.“

10. Januar

Der Projektträger Jülich setzt Forschungsprogramme des Landes und Bundes um, indem er Wissenschaftler*innen und Unternehmen unterstützt. Insgesamt bewilligt er jährlich 1,6 Milliarden Euro. Matthi erkannte gleich mehrere Herausforderungen: „Die Förderlandschaft für Innovationen ist ungemein vielfältig, wird aber oft als unübersichtlich empfunden. Die große Herausforderung besteht also darin, für Unternehmen und Gründer*innen das jeweils passende Angebot zu finden. Ich würde mich freuen, wenn die Förderberatung – zum Beispiel mit der einheitlichen Förderhotline 0800 26 23 008 – noch bekannter würde. Denn je früher die Beratung ansetzt, desto erfolgversprechender sind die meisten Förderanträge und umso schneller können sie auch bewilligt werden. Wir brauchen aber auch eine Diskussion über die grundsätzliche Ausrichtung der Förderung: Einerseits wird hier Steuergeld verwendet, was eine kritische Begleitung durch Prüfbehörden und Öffentlichkeit rechtfertigt. Andererseits sollte dies nicht dazu führen, dass spannende - aber wirtschaftlich riskante - Geschäftskonzepte von vornherein aussortiert werden. Hier brauchen wir eine neue Balance.“

Das Aldenhoven Testing Center ist eine gemeinsame Einrichtung der RWTH Aachen und des Kreises Düren. Automobilhersteller und –zulieferer testen hier ihre Produkte und die RWTH Aachen nutzt das Center für anwendungsorientierte Forschung. Das neue 5G Mobility Lab von Vodafone deckt die Teststrecke mit dem nächsten Mobilfunkstandard ab. So kann vernetzte Mobilität in einem wirklichkeitsnahen Umfeld getestet werden, beispielsweise indem Tester*innen die Funktionalität ihrer Produkte im chinesischen Mobilfunknetz simulieren und überprüfen.

Für Matthi ist das ein absolutes Zukunftsthema: „Im Fokus steht in Aldenhoven der Aufbau einer Infrastruktur für die Mobilität der Zukunft. Die ist nicht nur emissionsfrei, sondern auch vernetzt. Wir brauchen eine Infrastruktur, die sicher den Informationsaustausch zwischen allen Verkehrsteilnehmer*innen gewährleistet. Das Thema birgt Zukunftsfragen, auf die wir politische Antworten brauchen: Wem gehören welche Daten? Wie schützen wir die Privatsphäre, wenn immer mehr Informationen zwingend gebraucht werden? Auf welcher offenen und demokratisch kontrollierten Plattform werden sie ausgetauscht?“

8. Januar

Bei bei der zentralen Anlaufstelle für Digitalisierung im Ruhrgebiet, dem ruhr:HUB, traf Matthi den Geschäftsführer, mehrere Gründer junger Start-up-Unternehmen sowie Kooperationspartner*innen des Hubs. Sie tauschten sich über die aktuellen Bedingungen und Herausforderungen für Start-ups aus. Matthi fasst zusammen: "Viele Menschen bei uns im Land haben den Mut etwas Neues zu schaffen. Dabei brauchen sie konkrete Unterstützung, wie sie der ruhr:HUB bietet. Das Gespräch zeigte, dass Gründer*innen in der Früh- und Gründungsphase individualisierte und übersichtliche Angebote brauchen. Arbeitet ein Start-up bereits erfolgreich, fehlt heute noch Unterstützung bei der Weiterentwicklung. Hier sollten wir neue Beratungsmöglichkeiten schaffen."

Das eine gute Gründungsgeschichte nicht mehr als einen Balkon in Unna braucht, lernte Matthi von den zwei Gründern von Urlaubsguru. Bei einem Rundgang durch das Unternehmen schaute Matthi sich das Erfolgsrezept der jungen Unternehmer an: "Etwa mit der dichtesten Hochschullandschaft Europas bietet NRW gute Gründungsbedingungen. Dafür ist Urlaubsguru ein gutes Beispiel, denn die beiden Gründer blieben auch als Unternehmer ihrer Heimat im Kreis Unna treu. Das Unternehmen zeichnet sich durch vielfältige Maßnahmen für Mitarbeiterzufriedenheit aus und hat sich auch mit 180 Mitarbeiter*innen die Start-up-Kultur mit flachen Hierarchien erhalten."

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