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Interview mit Berivan Aymaz

Ich kämpfe für eine vielfältige, bunte und solidarische Gesellschaft

Berivan Aymaz ist mit Beginn der 17. Legislaturperiode neue Abgeordnete in der GRÜNEN Fraktion. Sie kommt aus Köln und ist dort seit 2014 im Kölner Stadtrat aktiv. Wir haben ihr zum Start in der neuen Fraktion ein paar Fragen gestellt.

1. Wie hast du die konstituierende Sitzung des Landtags erlebt?

Ich war erfüllt von Dankbarkeit, Freude aber auch Respekt vor den neuen Herausforderungen. Die neue Fraktion hat mich herzlich aufgenommen. Ich fand es spannend, die neuen Kolleginnen und Kollegen - auch die der anderen demokratischen Fraktionen - kennenzulernen und ich habe mich gefreut, bekannte Gesichter aus Köln wiederzusehen.

Außerdem war es für mich etwas ganz besonderes, meine Familie dabei zu haben und ihnen meinen zukünftigen Arbeitsplatz zu zeigen.

Jetzt geht es darum, gerade in diesem neu konstituierten Landtag, dass die Demokratinnen und Demokraten auch zukünftig klar und deutlich gemeinsam gegen rassistische, völkische und rechtspopulistische Tendenzen zusammen stehen. 

2. Welchen Beruf hast du vor deinem Landtagsmandat ausgeübt?

Ich war bisher als freiberufliche Übersetzerin und Moderatorin tätig. Darüber hinaus habe ich als Projektleiterin insbesondere zu den Themenfeldern Migration/ Integration und interkulturelle Erinnerungsarbeit gearbeitet. 

3. Du bist ja auch noch Mitglied im Kölner Stadtrat. Welche Projekte hast Du dort insbesondere vorangetrieben?

Mir ist das Thema interkulturelle Erinnerungsarbeit stets ein wichtiges Anliegen gewesen. So konnten wir nach langwierigen Verhandlungen einen Beschluss zur Errichtung eines Gedenksteins für die Opfer des Völkermordes an den Armeniern und den Armenierinnen errichten. Ebenso habe ich mich für die Errichtung eines Denkmals für die Opfer des NSU Nagelbomben-Attentas in der Keupstraße stark gemacht. Ein weiterer, für mich sehr bedeutender Beschluss, der bundesweit einen Alleinstellungscharakter hat, ist die Beauftragung unserer Stadtverwaltung, ein Konzept für die Förderung der Menschenrechte in den internationalen Beziehungen zu erarbeiten. Köln verfügt über 22 internationale Städtepartnerschaften und somit über einen intensiven internationalen Austausch mit Städten wie Istanbul, Tunis und Peking. 

4. Was ist deine Vision für ein lebenswertes NRW?

Meine Vision ist, dass wir in einer vielfältigen, bunten und solidarischen Gesellschaft leben können. Wir müssen gemeinsam dafür kämpfen, dass in unserer Gesellschaft Hass und Hetze keinen Platz haben. Dazu gehört, sich jeden Tag aufs Neue für die Achtung von Menschenrechten und die Wahrung unserer offenen Gesellschaft einzusetzen.

5. Was schätzt du an Köln?

Köln ist eine bunte Stadt mit einem vielfältigen, kulturellen und gesellschaftspolitischen Angebot. Köln ist eine weltoffene Stadt mit einer überschaubaren Größe. Das sind einige Gründe, warum Menschen, die auf der Suche nach einer neuen Heimat sind, hier schnell ihr Zuhause finden. Ich schätze an Köln besonders die lebendige und mutige Zivilgesellschaft. "Arsch huh!" und "Köln stellt sich quer" sind fester Bestandteil meiner Stadt. Ein eindrucksvolles Bild bleibt für mich der bunte Protest gegen den AfD-Parteitag im April dieses Jahres. 

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