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Fraktion vor Ort in Eine-Welt-Läden

Grüne Abgeordnete besuchen Initiativen für Fairen Handel

Ob Schokoladennikolaus, Kaffee oder Blumen: fair gehandelte Waren landen immer häufiger in den Einkaufskörben der Verbraucherinnen und Verbraucher. Von den etwas höheren Preisen profitieren die Erzeugerinnen und Erzeuger in den sogenannten Entwicklungsländern. Durch die höheren Erlöse können sie ihren Angestellten gerechte Löhne zahlen, für sichere Arbeitsbedingungen sorgen und umweltverträglich produzieren.

Der Gesamtumsatz des fairen Handels in Deutschland hat sich von 121 Millionen Euro in 2005 auf über eine Milliarde Euro in 2014 mehr als verachtfacht. Trotzdem geben Konsumentinnen und Konsumenten hierzulande im Schnitt nur 13 Euro im Jahr für fair gehandelte Produkte aus. In England ist es fast dreimal so viel, Schweizerinnen und Schweizer geben sogar über vier Mal so viel Geld für faire Waren aus.

Um die Vielfalt fairer Produkte zu zeigen und dafür zu sensibilisieren, wie unsere Kaufentscheidungen die Lebensumstände von Menschen in anderen Teilen der Welt beeinflussen, besuchen die Abgeordneten der GRÜNEN Landtagsfraktion bis Weihnachten Eine-Welt-Läden und Fair-Handels-Initiativen in ihren Wahlkreisen. Wir dokumentieren einige ihrer Eindrücke:

Andrea Asch (Köln): „Im Durchschnitt gibt jeder Mensch in Deutschland jährlich nur etwa 13 Euro für fair gehandelte Produkte aus. Dabei hat die Frage, welche Produkte wir kaufen direkten Einfluss auf die Lebensbedingungen der Menschen in den Produktionsländern. Wer sich zu Weihnachten für den fair gehandelten Schokonikolaus entscheidet, sorgt nicht nur für gerechte Löhne, sondern setzt auch ein Zeichen gegen Kinderarbeit. Denn gerade in der Schokoladenherstellung ist Kinderarbeit oft an der Tagesordnung. Die engmaschigen Kontroll- und Zertifizierungsmechanismen der Fair-Handels-Initiativen stellen aber sicher, dass die Hersteller fair gehandelter Produkte so gut wie nie an der Ausbeutung von Kindern beteiligt sind. Mit  fair gehandelter Schokolade, macht man nicht nur Kindern hier eine Freude, sondern tut auch Kindern in den armen Ländern etwas Gutes.“

Sigrid Beer hat an der ersten Paderborner Klimakonferenz teilgenommen, bei der auch Fairer Handel Thema war: „Die Folgen des Klimawandels treffen vor allem die Menschen in benachteiligten Regionen der sogenannten Entwicklungsländer, etwa durch Dürren und Überflutungen. Die daraus resultierenden Ernteausfälle bedeuten für viele Landwirtinnen und Landwirte den finanziellen Ruin. FairTrade-Prämien und stabile Mindestpreise geben Bauernkooperativen die Möglichkeit Ernteausfälle zumindest teilweise aufzufangen. Außerdem helfen sie, die Landwirtschaft vor Ort an das sich ändernde Klima anzupassen. Denn auch diese Umstellung kostet viel Geld.“

Dagmar Hanses besuchte den Stand des Eine-Welt-Ladens in Lippstadt auf dem Weihnachtsmarkt: „Ich bin sehr beeindruckt, wie sehr sich die Helferinnen und Helfer für die Ideale des Fairen Handels einsetzen. Dass sich hier 60 Ehrenamtliche zusammenfinden, um für eine gerechtere Welt zu kämpfen, finde ich wirklich toll.“


Wibke Brems MdL, Elke Wunderlich, Marie-Luise Hübner (beide von Eine-Welt-Laden der evangelischen Kirchengemeinde in Gütersloh), Birgit Niemann-Hollatz (Grüne Fraktion im Rat Gütersloh) und Ulrike Held (ebenfalls vom Eine-Welt-Laden)

Wibke Brems: „Was mich sehr beeindruckt, ist der große persönliche Einsatz der etwa 20 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In ihrer Freizeit betreiten sie den Eine-Welt-Laden der evangelischen Gemeinde in Gütersloh. Vor 20 Jahren haben sie mit einem bescheidenen Warenangebot auf einem Tisch im Kirchenfoyer angefangen, heute bietet der Eine-Welt-Laden ein breites Sortiment an Fair-Trade-Prdukten, größtenteils in Bio-Qualität.“

Herbert Goldmann MdL mit Frau Oelrich, Vorsitzende des Eine Welt Arbeitskreis e.V. im Weltladen Iserlohn

Herbert Goldmann: „Der Besuch im Weltladen in Iserlohn verdeutlicht wieder einmal, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement in unserer Gesellschaft ist und wieviel es leistet. Man kann hier bei seinem fairen und nachhaltigen Einkauf einfach entspannt stöbern und wird dazu noch fachkundig beraten. Gerade in dieser von Stress begleiteten Zeit des Konsums bedarf es einmal mehr, den Fokus auf unser Verhalten zu richten, denn durch kleine Veränderungen unseres Einkaufsverhaltens können wir schon manches bewegen.“

Karin König (Bündnis 90/Die Grünen Steinfurt), Norwich Rüße MdL, Dita Heuck und Ulrike Wanink (Eine-Welt-Laden Burgsteinfurt)

Ingo Kielmann (Gemeinde Ladbergen), Silke Wöhrmann (Bündnis 90/Die Grünen Ladbergen), Norwich Rüße MdL, Karin Rahmeier (Bündnis 90/Die Grünen Ladbergen), Hans-Jürgen Mäscher (ehrenamtlicher Ladenbetreiber)

Norwich Rüße besuchte den Eine-Welt-Laden im Evangelischen Gemeindezentrum Burgsteinfurt und den Dortfladen von Ladbergen: „Es ist toll zu sehen, wie die Ehrenamtlichen den kleinen Laden in Burgsteinfurt betreiben und den Steinfurterinnen und Steinfurtern so eine schöne Möglichkeit bieten, faire Produkte aus der ganzen Welt zu kaufen. Es freut mich, dass die Technischen Schulen hier ihren Kaffee einkaufen. Ich würde mir wünschen, dass weitere Kollegien von Steinfurter Schulen diesem guten Beispiel folgen.

Die Ladbergener haben einen besonderen Dorfladen, denn hier wird mit einem breiten Angebot von GEPA-Waren fair gehandelt. Der Dorfladen trägt auch dazu bei, den Ortskern von Ladbergen nachhaltig zu beleben.“

Rolf Beu MdL mit Rüdiger Meyer, CEO der FLO-CERT GmbH

Luis Abarca Toro, Filialleiter des Contigo-Ladens in Bonn mit Rolf Beu MdL

Rolf Beu: „Viele Kundinnen und Kunden orientieren sich am Qualitätslabel der Fairtrade Labelling Organisation. Sie überwacht, dass Produkte mit dem Fairtrade-Label nur nach festgelegten Kriterien hergestellt, gehandelt und verkauft werden. Außerdem schult sie weltweit Produzentinnen und Produzenten, Händlerinnen und Händler sowie Verkäuferinnen und Verkäufer.

Im Contigo-Laden in Bonn habe ich mich mit Filiailleiter Luis Abarca Toro über die Herausforderung ausgetauscht, sich als Fairtrade-Geschäft am Markt zu etablieren. Dafür braucht es nicht nur als 'fair gehandelt' zertifizierte Produkte. Diese müssen zusätzlich qualitativ und modisch mit hochpreisigen konventionellen Produkten konkurrieren können.“

Gudrun Zentis MdL (rechts) mit dem Vorstand des Eine-Welt-Ladens Zülpich

Ruth Seidl besuchte die erste „Fairtrade School“ im Kreis Heinsberg, das Cusanus-Gymnasium in Erkelenz, und den Eine-Welt-Laden in Hückelhoven: „Am Cusanus-Gymnasium in Erkenlenz engagieren sich die Schülerinnen und Schüler schon ab der 5. Klasse für den Eine-Welt-Gedanken und tragen mit ihrem Fairomaten und dem Pausen-Stand zum Verkauf von fair gehandelten Produkten dazu bei, dass sich die Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern nachhaltig verbessern. Ich freue mich daher sehr, dass die Schule kürzlich die Auszeichnung „Fairtrade School“ erhalten hat.

Auch der Eine-Welt-Laden in Hückelhoven lebt vom langjährigen Engagement der Ehrenamtlichen. Hier können die Kundinnen und Kunden unter fachkundiger Beratung hochwertige Produkte probieren und kaufen - gerade auch in der Weihnachtszeit eine großartige Bereicherung.“

Arndt Klocke: „Bei meinem Besuch bei Fairtrade Deutschland in Köln-Sülz habe ich mit Geschäftsführer Dieter Overath gesprochen. Mit dem Fairtrade-Siegel werden zertifizierte Produkte gekennzeichnet, bei deren Herstellung bestimmte soziale und ökologische Kriterien eingehalten werden. Die umsatzstärksten Produkte sind Kaffee und Blumen.“

Martin-Sebastian Abel, Stefan Engstfeld und Monika Düker: „Gemeinsam haben wir verschiedene Fair-Trade-Läden auf der Nordstraße in Düsseldorf besucht, einer der wichtigsten Straßen für Fairen Handel in Deutschland. Es ist toll, zu sehen, mit wie viel Herzblut und Engagement Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Helferinnen und Helfer dafür Sorge tragen, nur solche Produkte anzubieten, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurden. Beim anschließenden Verteilen fair gehandelter Schokolade konnten wir den Bürgerinnen und Bürgern zeigen, dass Fairer Handel nicht nur gut für die Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern ist, sondern auch der Geschmack nicht zu kurz kommt.“

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