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Verkleinerung des Tagebaus Garzweiler II beschlossen

Ein guter Tag für die Menschen im Rheinischen Revier und das Klima

Heute hat die rot-grüne Landesregierung den Entwurf der 3. Leitentscheidung zur Verkleinerung des Tagebaus Garzweiler II beschlossen. Das erste Mal in der Geschichte wird nun ein genehmigter Tagebau verkleinert.

Damit leitet Nordrhein-Westfalen den Ausstieg aus der Braunkohleförderung und -verstromung ein und stärkt weiter den Wandel hin zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Energieversorgung.

Reiner Priggen und Gudrun Zentis in Holzweiler

Grenze für die Abbaukante steht nun fest

Für den Klimaschutz und die Menschen im Rheinischen Revier ist daher heute ein guter Tag - insbesondere für die Bewohnerinnen und Bewohner von Holzweiler. Die Landesregierung hat einen Mindestabstand von 400 Metern zwischen Abbaukante und Wohnbebauung in Holzweiler festgelegt. Wichtige Anbindungen an die Nachbarorte und die notwendige Infrastruktur bleiben weitgehend erhalten und damit das Wohnumfeld und der Standort attraktiv. Nun können die Menschen in Holzweiler, dem Gut Dackweiler und dem Hauerhof nach jahrelanger Unsicherheit wieder den Blick nach vorne richten und haben endlich Planungssicherheit für die Zukunft.

Lange haben sie mit der Sorge leben müssen, wie der Tagebau ihr Leben verändern wird. Heute löst die Landesregierung ihre Zusage vom letzten Jahr mit der heutigen Entscheidung zu Garzweiler II ein: Holzweiler, das Gut Dackweiler und der Hauerhof werden nicht mehr umgesiedelt. Der Tagebau Garzweiler II wird nun basierend auf dem Entwurf der 3. Leitentscheidung räumlich vorher enden.

Erneuerbare Energien werden immer wichtiger

Als Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre die ersten beiden Leitentscheidungen für den Tagebau Garzweiler II getroffen wurden, belächelte man die Erneuerbaren Energien noch. Heute sind sie mit über 25 Prozent am Strommix beteiligt und ihre Bedeutung nimmt stetig zu. Deshalb hat die Landesregierung durch die heutige Entscheidung zu Garzweiler II diesem Wandel aufgrund des abnehmenden Stellenwerts der Braunkohle und der gleichzeitig steigenden Bedeutung der Erneuerbaren Energien in der Stromversorgung Rechnung getragen.

Zukunft des Rheinischen Reviers gestalten

Mit dem absehbaren Ende der Braunkohle haben die Menschen im Rheinischen Revier nun endlich Planungssicherheit für ihre Heimat. Jetzt geht es darum, die Zukunft der Region nachhaltig zu gestalten. Es müssen zukunftssichere Jobs geschaffen und die Tagebaue und Kraftwerke in ein lebenswertes Umfeld verwandelt werden. Erste Schritte wären ein Innovationspark „Zukunft Frimmersdorf“ am Standort des dortigen Kraftwerks und ein Logistikzentrum am Standort des Kraftwerkes Weisweiler zu planen.

Das öffentliche Konsultationsverfahren ist jetzt eingeleitet.

Weiterführender Link

Fragen und Antworten zum Tagebau Garzweiler II

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